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Einsatz für die Zukunft

11.11.2009 | 18:05 Uhr
Einsatz für die Zukunft

Bei der Ausbildungsmesse „Day for Future” im Hans-Böckler-Kolleg überraschte die Bundeswehr mit vielfältigen Perspektiven.

Ein Original-Schleudersitz aus einem Kampfflugzeug steht mitten im Hans-Böckler-Berufskolleg. „Wir wollten den Schülern unseren Arbeitsplatz näher bringen”, erklärt Hauptmann Oliver Eul. Die Bundeswehr war eines der Unternehmen, die auf der gestrigen Ausbildungsmesse Informationen zu Ausbildungsangeboten an die Schüler weitergaben. Grund für die Initiative „Day for Future”, sei der Informationsbedarf der Schüler „denn von über 350 Ausbildungsberufen kennen viele Jugendliche zirka fünf,” bilanziert Schulleiter Wolfgang Greiner.

Hemmschwellen abbauen

Und allein die Bundeswehr bietet 60 Ausbildungsmöglichkeiten an: Bürokauffrau mit „Kampflizenz” beispielweise. Die Koppelung mit dem militärischen Dienst sei besonders „attraktiv”, so Eul: „Man sitzt nicht nur im Büro, sondern ist draußen unterwegs und kann während der Arbeitszeit Sport treiben.” Auch Medienspezialisten werden geschult. „Gerade im Kosovo wurden Kinder und Jugendliche durch Comics vor der Minengefahr gewarnt”, beschreibt Eul das Einsatzfeld. Angebote, die gut bei den Schülern ankommen: Auch beim 17-jährigen Lars Storks. „Soldat sein ist ein gesicherter Beruf”, erklärt er seine Entscheidung. Da er nicht volljährig ist, benötigt er jedoch die Einverständniserklärung seiner Eltern, um die Ausbildung zu beginnen.

Doch einige Schüler scheuen sich bereits vor dem Gespräch mit den Firmen. Schüler Jamal Rexha beschreibt einen möglichen Umgang mit derartigen Hemmschwellen: „Ich fand es gut, dass man sich bei der Sparkasse mit Azubis unterhalten konnte, die versteht man besser als den Geschäftsführer.”

Doch auch die Arbeitgeber haben es schwer – bei konstanter Quantität leidet die Qualität: „Die Abschlüsse werden immer schlechter”, bedauert Markus Schmidt von den Katholischen Kliniken. Ein Problem, das auch die Sparkasse kennt: „Es ist sehr schwer, entsprechend qualifizierte Leute zu bekommen”. Wobei die Anforderungen, die an Bewerber gestellt werden, oft überschätzt werden: „Man braucht keine 1 oder 2 in Mathe.” Der Anzug gehört jedoch weiterhin zu den Kritieren.

Wer diesen scheut, könnte sich etwa beim Backbetrieb Horsthemke bewerben. Dennis Swienty erzählte eigene Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag: „Der Tag beginnt um 6 Uhr. Manchmal hatte ich solche Augenringe, dass ich aussah, als hätt' ich was drauf bekommen.” Eine ungewöhnliche Werbestrategie...

Raphaela Spranz

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