Das aktuelle Wetter Oberhausen 13°C
Öffentlicher Nahverkehr

Eine neue Straßenbahn rollt an

09.06.2012 | 08:15 Uhr
Eine neue Straßenbahn rollt an
Noch endet die Linie 105 der Evag in Essen Frintrop. Geht es nach dem Land, dann sorgt eine Verlängerung ab 2017 für eine Direktverbindung bis zum Centro. Für die Stadt Oberhausen könnte das hohe Betriebskosten zur Folge haben.Foto: Oliver Müller/WAZ FotoPool

Oberhausen.   Eine neue Straßenbahn soll womöglich schon ab 2017 das Centro in Oberhausen mit der Essener Innenstadt verbinden. Das Land NRW will die Verlängerung der Essener Straßenbahnlinie 105 zu fördern. Oberhausen drohen aber hohe Betriebskosten für die 3,3 Kilometer lange Trasse zwischen Centro und Essen-Frintrop.

Rollt im Jahr 2017 eine neue Straßenbahn über eine 77 Millionen Euro teure und 3,3 Kilometer lange Trasse vom Oberhausener Einkaufszentrum Centro nach Essen-Frintrop (Unterstraße) – und sorgt damit für eine Verbindung zwischen dem Oberhausener Hauptbahnhof, dem Centro (Linie 112) und der Essener Innenstadt?

Das Land NRW ist jedenfalls fest entschlossen, die schon vor zehn Jahren geplante Verlängerung der Essener Straßenbahn 105 mit Hilfe von Bundesgeldern zu 90 Prozent zu fördern (65 Millionen Euro) – doch auf die Stadt Oberhausen, die bekanntlich gerade an einem 70-Millionen-Euro-Sparpaket bastelt, kämen jährlich dauerhaft neue Betriebskosten von knapp 300 000 Euro hinzu.

Übers Stahlwerksgelände

Geplant ist, die Linie mit zwei Haltepunkten erst über die Essener Straße und auf Höhe der Mellinghofer Straße auf das Stahlwerksgelände zu führen. Zwischen Kanal und Centro würde die Linie dann verlaufen und am Gasometer an die Trasse anschließen.

Die rot-grüne Landesregierung sieht diese Straßenbahnverbindung als überaus lohnenswerten Lückenschluss im Bahnnetz des Ruhrgebiets an. Dagegen hatte der frühere NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke (CDU) die aus dem Jahr 2002 stammenden Pläne auf Eis gelegt.

Zwiespältiges Echo

Als Oberhausens Baudezernent Peter Klunk die Chance einer zweistelligen Millionen-Investition jetzt während der SPD-Klausurtagung zum Sparpaket in Trier vorstellte, löste dies unter den SPD-Ratsmitgliedern ein geteiltes Echo aus: Die einen halten die Strecke für sinnvoll, die anderen nannten das teure Projekt in Zeiten, in denen Oberhausen auch auf Druck des Landes versucht, unter großen Mühen sein Etat-Defizit auf Null zu bringen, „einen Schildbürgerstreich“.

Bei aller übergeordneter Logik eines Lückenschlusses im Nahverkehrsnetz sei den Oberhausenern nicht zu vermitteln, warum man über die Schließung von Stadtteilbüchereien und Schwimmbädern nachdenke und gleichzeitig kostenintensive Bahnprojekte plane. Zumal die Stoag selbst durch das Sparpaket 3,5 Millionen Euro städtischen Zuschuss einbüßt und daher überlegt, die Taktzeiten in den Randbereichen des Tagnetzes zu verlängern und das Nachtnetz auszudünnen. Zudem fordern ja einige Bürger sogar, die teure Bahn 112 zu beerdigen. Wie auch immer: Eine Entscheidung über die neue Bahn traf die SPD in Trier nicht.

Peter Szymaniak


Kommentare
25.07.2013
12:12
Eine neue Straßenbahn rollt an
von Weiche263 | #34

Diese Straßenbahnverbindung ist wichtig, da sie erstens alle Attraktionen im CentrO. direkt verbindet und zweitens auch direkt vom Oberhausener Zentrum ins Essener Zentrum fährt, sowie alle Knotenpunkte auf Essener Gebiet mitansteuert.

Die S3 ist keine attraktive Verbindung, da sie einen deutlichen Umweg über Mülheim in Kauf nimmt und in Essen-City nur den Hauptbahnhof bedient, sodass die Erreichbarkeit des Berliner Platzes oder des Porscheplatzes einen weiteren Umstieg erfordern.

Auch ein Pendelverkehr bringt nichts, da so das Interresse der Fahrgäste völlig außer Acht gelassen wird. Nur direkte Verbindungen mit wenig Umstieg werden angenommen. Das sieht man deutlich an der Linie 112. Seit 1996 befördert sie mehr Fahrgäste, als die Busse, die zuvor zur Stadtgrenze an der Landwehr fuhren. Auch der SB91 zwischen Bottrop ZOB und Oberhausen wird gut angenommen, was den Erfolg direkter Verbindungen zwischen Stadtzentren bestätigt.

13.04.2013
17:07
Eine neue Straßenbahn sollte nicht anrollen - Bus und S-Bahn wäre vernünftig
von Regiotramuli | #33

Wir halten eine Straßenbahnlinie zwischen Essen und dem CentrO für a Schmarrn & Sinnlos;
A) Es reicht diese Buslinie
B) Es ist das unvernünftigste, was es gibt, wenn - parallel dem Bahngleisen - Straßenbahnschienen liegen muß
C) Der Bereich zwischen Parkhaus und Bahngleis darf ÜBERHAUPT nicht begleist sein, wegen den ParkhausNotausgängen.
D) Außerdem befindet sich eine Parkanlage im Bereich gegenüber dem Kinoeingang
usw. (Ein Spielplatz ist geplant)
E) Centromanager lehnen die Tram105 auch ab - mit recht.

Das vernünftigste wäre, entlang - AUF der Güterbahnstrecke - die RegionalStadtbahn verkehren zu lassen. Der Verkehr wäre zwischen Essen Mitte und dem Centro BEDEUTEND schneller. Außerdem könnte die RegionalStadtbahn weitere Ortsteile bedienen, welche an der Güterbahnstrecke liegen. Mehr darüber s. unter www.myblog.de/pro-stadtbahn: Zusatzseite: "Keine 105 nach Oberhausen".
Regiotramuli
Pro-Stadtbahn

1 Antwort
RE: Eine neue Straßenbahn sollte nicht anrollen - Bus und S-Bahn wäre vernünftig
von Weiche263 | #33-1

Kennen Sie den Begriff "Spurweite"? Die Straßenbahnen in Essen, Oberhausen, Mülheim an der Ruhr, sowie in vielen anderen Ruhrgebietsstädten auch (Gelsenkirchen, Bochum und Krefeld) verkehren auf Meterspur. Wie der Name schon sagt sind solche Gleise einen Meter (1000 mm) breit. Die Bahnen der deutschen Bahn und auch die Straßenbahnen in Dortmund, Duisburg und Düsseldorf, sowie die U-Bahnen im VRR, fahren hingegen auf Normalspur (1435 mm). Allein technisch ließe sich dieser Vorschlag nicht umsetzen, da die gesamte Tram zwischen Essen Mitte und Essen-Borbeck-Süd für diese Lösung nach dem Karlsruher Modell umgespurt werden müsste. Zusätzlich müssten auch noch die Bahnhöfe E-Borbeck Süd und E-Dellwig umgebaut werden. Die Kosten die dadurch entstehen, sind garantiert höher als die neue Straßenbahn.
Außerdem soll die Straßenbahn im Bereich der neuen Mitte in Hochlage umgesetzt werden, also dasselbe Prinzip, wie auf der ÖPNV-Trasse Oberhausen. Die Notausgänge bleiben also weiterhin nutzbar.

19.06.2012
15:17
Eine neue Straßenbahn rollt an
von SarahOB | #32

Ich könnte Euch zum Teil die wahren Gründe für diese - in meinen Augen - hirnrissige Idee der "neuen" Straßenbahn nennen, aber darf es leider nicht, weil es meinen Kopf kosten könnte. Es sei denn, ihr sammelt so viel Geld, dass ich die letzten Jahre bis zur Rente nicht mehr arbeiten brauche ;-) Aber ich kann versichern, ihr würdet nur noch mit dem Kopf schütteln........ Deshalb kann ich über manche Kommentare nur still in mich hineingrinsen.

13.06.2012
12:19
Eine neue Straßenbahn rollt an
von dcarleitermann | #31

An Seraqual, hier kann ich nur beipflichten. Genauso sieht es hier mit den vielen Verwaltungsteilen aus. „Herzlich willkommen bei der 115. Sie haben das Service-Center der Metropolregion Rhein-Neckar erreicht“ – mit diesen Worten werden ab sofort die Einwohner der Städte Frankenthal, Ludwigshafen am Rhein und Speyer sowie der Kreise Bergstraße, Rhein-Neckar und Rhein-Pfalz begrüßt, wenn sie die einheitliche Behördennummer 115 anrufen. Dies sind Kreise von drei Bundesländern Hessen,Rheinland-Pfalz und Baden-Würtemberg. Und hier bei uns im Pott? Hier werden Feindbilder aufgebaut, z.B. Soli Ost) und schmeißen noch mit beiden Händen unser Geld fort. Jammerlappen sind wir geworden!

13.06.2012
07:03
Eine neue Straßenbahn rollt an
von Seraquael | #30

@29 Das geht auch andersrum. Im Rhein-Neckar-Dreieck haben sich vor fünf Jahren die Verkehrsunternehmen von Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen und zwei überregionale Straßenbahnunternehmen mit ein paar Buslinien zusammengeschlossen die den Zwischen- und Umlandsverkehr übernommen hatten, bzw. z. T. sogar den kompletten Nahverkehr in umliegenden Gemeinden und Kleinstädten. Das Netz ist deutlich besser geworden, trotz Einsparungen bei den Verwaltungs- und Betriebskosten von 20-30 Prozent, durch Neuverhandlungen mit dem Energieerzeuger sind sogar die Stromkosten gesunken und die verbrauchten Dieselmengen ermöglichen kostengünstige Direkteinkäufe bei der Raffinerie. Neuanschaffungen sind sogar um bis zu 50 Prozent billiger geworden weil man als jemand der 25 neue Trams braucht ganz anders auftreten kann als jemand der 5 einkauft. Außerdem fahre ich für eine eigentlich 5km Fahrt keine 10 km Umweg mehr weil dummerweise eine Stadtgrenze dazwischen liegt und jede Stadt nur für sich plant.

12.06.2012
09:29
Eine neue Straßenbahn rollt an
von fuchsflur | #29

@27 Leider kann man nicht die ganzen Großen Städte und deren Verkehrsunternehmen mit dem Ruhrgebiet vergleichen. Denn das sind in der Regel alles einzige Städte bei uns sind es ganz viele auf einen Fleck. Und genau da liegt auch das Problem. Jede Stadt hat in den jeweiligen Unternehmen ihre Posten, die auch kaum einer gerne hergibt. Von daher müsste erstmal das Ruhrgebiet zu einer Stadt, wie Berlin werden um dann im nächsten Schritt einen einzigen Verkehrsbetrieb daraus zu machen.
Und Fahrzeugreserven sind am Ende auch wichtig, in Mülheim kann man derzeit sehen wohin es führt wenn man da zu viel einspart. So sind da Kursausfälle, egal ob Bus oder Bahn keine Seltenheit. In Oberhausen kann man die besagten Busse auch nur kurzfristig hergeben. Wobei ja schon neue Bestellt sind und somit die Busse die an die Vestischen abgeben sind, am Ende auch nicht mehr zurück kommen.
Das Problem ist am Ende weniger die neue Straßenbahn, sondern eher das die Städte den Nahverkehr eher stiefmütterlich b

12.06.2012
09:21
Eine neue Straßenbahn rollt an
von fuchsflur | #28

@25 Das sind alte Verträge und diese kamen auch nur zustande, weil man erstmal in der damaligen Form das ganze so Betreiben wollte. Aber schon mit dem Ausbau des Netzes, was ja eigentlich viel schneller passieren solle. Gab es neue Überlegungen, steht aber auch in den Fachzeitschriften zum Thema und wurde auf Anfrage bei der STOAG auch so bestätigt. Der damalige Wechsel in der Landespolitik, hat aber dazu geführt das die Pläne durchkreuzt wurden und man wieder stärker den PKW Verkehr förderte. Aus diesem Grund musste die STOAG schon bestellte Fahrzeuge und andere Leistungen abbestellen.
Es sollte z.B. zwischen Hbf und der heutigen Feuerwache eine Abstellanlage für den weiteren Ausbau des Straßenbahnnetzes erstellt werden. Aber es blieb nur bei der kurze Verlängerung und so konnte alles so weiter laufen wie bis her.

11.06.2012
17:22
Eine neue Straßenbahn rollt an
von dcarleitermann | #27

Warum haben große Metropolen solche Vorteile gegenüber dem Ruhrgebiet? London,Wien,Rom u.s.w. haben ein Verkehrsunternehmen. Im Ruhrgebiet sollen es 17 sein! Allein die jährlichen Verwaltungskosten dieser Verkehrsunternehmen verschlingen jährlich Millionen Euros.Dann die nicht genutzten Einkaufschancen bei den Erwerb von Fahrzeugen und anderen Materialien. Jedes Verkehrsunternehmen hat Fahrzeugreserven zur Verfügung welches insgesamt mehere Millionen Euros wert ist. Nur diese werden sehr selten benutzt. Die STOAG ist in der Lage 13 Busse an die Vestische auszuleihen (Brand im Depot 2011). Der Wert dieser Reservebusse würde die Tram im gesamten Ruhrgebiet eine tolle Anschubfinanzierung geben. Es ist doch nicht so das wir gegen die Tram sind.Doch um diese zu finanzieren brauche ich Geld. Eigenes Geld.Da muss anderswo eingespart werden.Wie schon von EnglFireball richtig gesagt: Metropolen erweitern ihr Netz und das Ruhrgebiet ist keine und wird keine Metropole werden.

11.06.2012
16:17
Eine neue Straßenbahn rollt an
von EnglFireball | #26

Europäische Metropolen erweiteren ihr Tram netz aus. Eröffnen neue Strecken. Warum denn nur?
Was macht das Ruhrgebiet seit 30 Jahren? Man legt Tram Lienen Still und dünnt Takte aus.
Der Bürger will durchgehende Tram Linien.
Busse auf ehemaligen Tram Linien zum B. nach Kray, sind unbeliebt und kein Ersatz für die Tram.
Ist der Bus zu spät ist die Tram weg und umgekehrt.
Schaut man sich das Streckennetz aus den 30er Jahren an, wird man festellen das es das alles schon einmal gab. Tram Lienen von Essen nach Bottrop und Oberhausen.
Und da wundern sich Städte wie Essen das die Einwohnerzahl schrumpft, gerade wenn in den schönen Randgebieten nur einmal die Stunde ein Bus kommt.

Ein gut aufgestelltes und attraktives Tram Netz fürs Ruhrgebiet würde die Region nach vorne bringen.
Die 105 zum Centro bzw nach Oberhausen HBF wäre ein guter Anfang.

11.06.2012
15:03
Eine neue Straßenbahn rollt an
von dcarleitermann | #25

Es gibt Betriebsführungsvertrag zwischen den Betrieben der Stadt Mülheim
an der Ruhr und der STOAG vom 24.06.1994 (Straßenbahn). Ein Neubau eines Strassenbahndepot wird es nicht geben.Allein die Grund- und Baukosten würden, selbst bei einer Anmietung, die Geldbörse der STOAG nicht hergeben.Das Angebot wurde in den letzten Monaten nicht so gekürzt wie vor ein paar Jahren beim Nachtnetz. Trotzdem wurde die Einkaufspolitik für neue Busse nicht minimiert sondern weiter so wie bisher fortgeführt.Alle Verkehrsunternehmen führen im Bereich der VRR kleine und starke Veränderungen jährlich im Fahrplan durch. So wie gestern .

Aus dem Ressort
Beifahrerin bei schwerem Unfall in Oberhausen eingeklemmt
Blaulicht
Bei einem Verkehrsunfall in Oberhausen-Königshardt wurden zwei Menschen verletzt. An der vielbefahrenen Kreuzung Fernewald- und Kirchhellener Straße übersah eine Autofahrerin ein entgegenkommendes Fahrzeug. Eine Frau wurde bei dem Zusammenstoß eingeklemmt, sie musste aus dem Autowrack befreit...
Tod vor dem Delta-Musikpark beschäftigt Gericht
Gericht
Wegen fahrlässiger Tötung stehen seit Mittwoch drei junge Männer vor dem Amtsgericht. In der Nacht zum 21. April 2013 sollen sie den Tod eines 26-jährigen Duisburgers verschuldet haben, der als mutmaßlicher Autoknacker auf dem Parkplatz vor der Großdiskothek "Delta" geschnappt worden war.
Für junge Tänzer gelten in Discos strenge Regeln
Jugendschutz
Disco-Partys speziell für Jüngere sollen Feierfreunde von den Wohnzimmer-Feten weglocken. Mit farbigen Arm-Bändchen und Verzehr-Karten wird geregelt, welche Getränke fließen dürfen. Die Stadt kontrolliert, damit es keine Verstöße gegen den Jugendschutz gibt.
Künftig fast 10 000 Oberhausener Pflegefälle
Pflege
Die Zahl der Pflegebedürftigen wird in Oberhausen steigen, doch eine Internetseite hilft Angehörigen, sich über Kosten und Hilfen zu informieren.
Neues Gutachten zu Kreditdebakel der Sparkasse Oberhausen
Wirtschaftskriminalität
Bereits seit 2011 arbeiten sich Staatsanwälte aus Duisburg und Düsseldorf durch den Fall „Sport Concept“, der in Oberhausen hohe Wellen geschlagen hat. Auf den 150 Seiten eines neuen Wirtschaftsgutachtens geht es um die Frage, ob ein Ex-Vorstand der Sparkasse pflichtwidrig gehandelt oder gar Gelder...
Fotos und Videos
RWO - Saisonstart
Bildgalerie
Regionalliga
Die Blinden
Bildgalerie
Straßentheater