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Die Linke

"Die Stimmung war gedrückt und traurig"

24.01.2010 | 19:00 Uhr
"Die Stimmung war gedrückt und traurig"

Der Oberhausener Niema Movassat ist mit 25 Jahren jüngster Bundestagsabgeordneter der Partei Die Linke. Die NRZ sprach mit ihm über den Rückzug Lafontaines aus der Bundespolitik.

Der Oberhausener Niema Movassat ist mit 25 Jahren jüngster Bundestagsabgeordneter der Partei Die Linke. Als Jugendpolitischer Sprecher gehört der Diplom-Jurist auch dem Bundesvorstand an und war am Samstag in Berlin dabei, als Oskar Lafontaine seinen Rückzug aus der Bundespolitik verkündete. Über Stimmungen vor Ort und mögliche Auswirkungen auf Nordrhein-Westfalen sprach NRZ-Redakteur Gustav Wentz am Tag danach mit Movassat.

Wie nahm man die Nachricht auf?

Movassat: Die Stimmung war gedrückt und traurig, auch wenn das nicht mehr ganz überraschend kam. Der Flurfunk hatte die entsprechenden Signale ja schon gesendet.

Was bedeutet der Rückzug Lafontaines für die Partei im Westen?

Wir wissen, dass unser Erfolg im Westen gerade auf ihn zurückzuführen ist. Aber er hat zugesagt, sich in Nordrhein-Westfalen einbringen zu wollen in den Landtagswahlkampf.

Sie haben gerade hier zahlreiche ehemalige SPD-Wähler. . .

. . .die nicht alle wegen Oskar zu uns gekommen sind. Sie haben bei uns die Positionen gefunden, die sie bei der SPD nicht mehr trafen. Daran wird sich nichts ändern, das müssen wir jetzt auch vordringlich deutlich machen.

Der NRW-Landesverband Ihrer Partei gilt – anders als Die Linke auf örtlicher Ebene – als wenig praxisorientiert und nicht koalitionsfähig. Erschwert das die Arbeit?

Ihren Eindruck teile ich nicht, gebe aber zu, dass sich in einem breiten Landtagswahlprogramm manches umständlich und programmatisch anhört. Wir werden in Kürze ein Zehn-Punkte-Kurzprogramm vorlegen, das wird dann schon verständlicher. Außerdem: Uns kommt es nicht darauf an, uns aufzuhübschen, damit jemand uns heiratet, sondern unsere Standpunkte zu vertreten und durchzusetzen. Was die örtliche Ebene angeht: Da habe ich zunehmend den Eindruck, dass sich nur Die Linke um die Menschen und ihre Sorgen kümmert.

Gustav Wentz

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