Das aktuelle Wetter Oberhausen 22°C
Kriminalität

Bandidos in Oberhausen - Die Unruhe wächst

27.01.2012 | 06:00 Uhr
Bandidos in Oberhausen - Die Unruhe wächst
Foto: dapd

Oberhausen. Die Nachrichten von Rockerbanden, Rockerschlachten und Rockerkriegen um Einflussgebiete und Territorien gehörten bisher stets zu anderen Großstädten im Lande. Oberhausen galt als ruhige, weitgehend rockerfreie Zone.

Natürlich gab es in den 70ern die wild aussehenden Rockerfreunde von „MC Schleuse III“, die „Doc Soldiers“ oder die „Los Bruchos“, von denen auch einige lokale Sozialdemokraten farbige Anekdoten erzählen können. Doch im Grunde putzten und reparierten die Freunde lauter Motoren lieber ihre Mopeds, als dass sie in den Augen der Polizei je Gefahr liefen, als Gefahr eingeschätzt zu werden.

Harmloser Öffentlichkeitsauftritt

Anders sieht die Situation jetzt aus. Über viele Jahre war das Ruhrgebiet nach Erkenntnissen der Landessicherheitsbehörden friedlich zwischen Hells Angels und Bandidos aufgeteilt, dabei war Oberhausen lange Zeit von diesen Gruppen unbeachtete Zone.

2009 gründete sich dann das Bandidos-Chapter Oberhausen mit acht Mitgliedern aus anderen Städten, sie mieteten sich an der Marktstraße ein - mit Erfolg: Mittlerweile soll der Chapter über 30 Mitglieder zählen. Bis zum vergangenen Wochenende wurde die Sicherheitslage von der Polizei als harmlos eingestuft.

Höllenengel oder Banditen - beide Clubs stellen sich in der Öffentlichkeit als reine Freizeitvereine mit Motorrädern dar, doch immer wieder fielen einzelne Rockermitglieder auf, sich im Handel mit Waffen oder Drogen zu betätigen und gerne das lukrative Rotlicht-Geschäft zu betreiben.

Interesse findet dabei auch die Türsteher-Branche vor Discos und Nachtclubs - wer die Tür hat, der könne, wenn er denn wolle, die Geschäfte mit legalen und illegalen Drogen im Haus kontrollieren, heißt es aus Polizeikreisen.

Wer auch immer da sein Geld verdient - niemand von denen hat ein Interesse, negativ in der Öffentlichkeit aufzufallen. Das ist im Zweifel alles schlecht fürs Geschäft: Zuviel Polizei bedeutet weniger Nachtschwärmer und Freier im Bordell, also weniger Einnahmen.

Frieden aufgehoben

Als 2009 in Duisburg Kämpfe zwischen Rockergruppen in tödliche Schüsse eskalierten, stoppten die höchsten Chefs der Rocker den Streit - mit einem feierlich zelebrierten Friedensabkommen . Die Polizei in NRW geht nun jedoch davon aus, dass dieser Vertrag nicht mehr gilt, der schwelende Konflikt um Geschäftsgebiete im Ruhrgebiet zwischen Hells Angels und Bandidos offen ausgebrochen ist .

Einfacher wird die Lage nicht gerade dadurch, dass sich auf der Dinslakener Trabrennbahn am dritten Januar-Wochenende ein neues Chapter des bisher als harmlos eingeschätzten Rockervereins Gremium gegründet hat, das „MC Gremium Bosporus West“.

Nicht nur der Polizei, sondern auch normalen Kunden der Centro-Geschäfte sind kürzlich rund 15 dieser Gremium-Rocker aufgefallen, wie diese in voller Montur mit Kutte durchs Centro und an der Promenade entlang liefen. Vielleicht etwas auffällig breitbeinig, aber ganz freundlich, ganz harmlos. Nur Insider wissen: In dieser Szene tut man so etwas nicht; das Centro ist kuttenfreie Zone - und vor allem Bandido-Region . Den Gang durchs Einkaufszentrum verstehen die Rocker als Machtdemonstration.

Das alles versetzt nicht nur die Rockergruppen und die Polizei in gewisse Unruhe, sondern auch die Politik.

So will die Oberhausener CDU endlich eine klare Analyse der Sicherheitsleute dieser Stadt im Hauptausschuss am 6. Februar hören. „Die Unruhe bei den Anwohnern ist auch mit Blick auf Auseinandersetzungen von Rockerbanden in anderen Städten groß“, begründete dies CDU-Chef Wilhelm Hausmann. Daher müssten die Bürger sachlich und offen über das Thema informiert werden. „Wir werden uns Ruck-Zuck-Lösungen aber verschließen, denn Panik wäre jetzt völlig unangebracht“, kündigt Hausmann an.

Peter Szymaniak



Kommentare
27.01.2012
21:24
Bandidos in Oberhausen - Die Unruhe wächst
von Franky-Boy | #1

Man kann doch froh sein das sie sich gegenseitig bekriegen. Man stelle sich vor die Hells Angels und die Bandidos würden sich vertragen und zusammen arbeiten. Das wäre eine Macht die der Polizei nicht Herr werden könnte.

1 Antwort
Bandidos in Oberhausen - Die Unruhe wächst
von Revierblicker | #1-1

Woher kommt denn eigentlich diese Unruhe? Nur durch die massiven, übertriebenen Lokalnachrichten, die in letzer Zeit die Leute verängstigen sollen. Warum wird mit Fotos versucht irgendwas hierher zu dokumentieren, was hier noch nicht stattgefunden hat, wie man sieht sind es Motorräder aus Dortmund. Aber immer schön dramatisieren.
Und wer macht denn hier die "Randale", Bandidos selber oder wer? Es ist meines Wissens bisher überhaupt nicht veröffentlicht, wer für die Vorkommnisse verantwortlich ist, oder?

Aus dem Ressort
Musikspektakel im Oberhausener Ebertbad
Konzert
Nach „Rockt das Zelt“ setzt die Energieversorgung Oberhausen (EVO) auf „Rockt das Bad“.Im Ebertbad stehen nationale und lokale Sternchen auf der Bühne: die beiden Bands Großstadtgeflüster und Captain Disko sowie der Solokünstler Max Krumm.
Güterzug-Gleise in Oberhausen-Osterfeld sind stillgelegt
Verkehr
Die Güterzugtrasse von Duisburg nach Gladbeck, die in Osterfeld über die Koppenburgstraße führt, wird seit kurzem nicht mehr befahren. Der einzige Kunde bezieht seine Rohstoffe jetzt auf anderem Weg. Das Bündnis Oberhausener Bürger (BOB) plädiert nun für eine Nutzung als Radweg.
Baut Oberhausen in Zukunft neue Schulen?
Schule
Sinkende Schülerzahlen: Das Oberhausener Rathaus entwickelt ein neues Bildungskonzept für die Schulen der Stadt. In diesem Prozess klärt sich auch, welche Gebäude man abreißt, verkauft, erhält oder neu errichtet. Es gibt jedenfalls Interessenten für Gebäude und Grundstücke.
Land verdoppelt Spenden für Bäume in Oberhausen
Sturmschäden
Das Umweltministerium hat das Projekt "Bürgerbäume"“ ins Leben gerufen, auch Oberhausen kann teilnehmen. Jede Spende einer Privatperson wird vom Land verdoppelt, die Stadt will das Geld für neue Bäume ausgeben. Davon mussten wegen des Pfingststurms "Ela" 594 gefällt werden.
Pilzsuche im Oberhausener Dickicht
Natur
Heinrich Bahne zeigte einer Schülergruppe im Sterkrader Wald, welche Pilze in heimischen Wäldern zu finden sind und was beim Sammeln wichtig ist. Denn bei der Vielfalt falle es einem Laien schwer zu entscheiden, welche der zahlreichen Pilzarten in der Pfanne landen dürfen
Fotos und Videos
1. Heimniederlage für RWO
Bildgalerie
Regionalliga
Fans warten aufs neue iPhone
Bildgalerie
Apple
10. Eifelmarkt
Bildgalerie
Kulinarisches
Galerie Ludwig
Bildgalerie
Ausstellung