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Umweltschutz

Wildern auch für Hunde verboten

18.11.2009 | 19:45 Uhr
Wildern auch für Hunde verboten

Hamminkeln. „Bess, mach Platz.” Wo Markus Kühn seiner Labrador-Hündin dieses Kommando gibt, sitzt die Vierjährige wie angewurzelt. Nicht öfters, sondern immer. Der Sprecher des Hegeringes Hamminkeln kann sich auf Bess verlassen.

Der Jagdhund bleibt beim Marsch auf dem Weg im Bislicher Wald auch dann bei seinem Herrchen, wenn ein Hase plötzlich loshoppelt.

„Leider lassen andere Hundehalter ihre Tiere einfach in Wald und Feld laufen. Wir beobachten immer wieder, dass Hunde Wild aufschrecken oder gezielt im Acker stöbern.” In den kommenden Wochen werden die Mitglieder des Hegeringes Hamminkeln deshalb andere Hundehalter gezielt ansprechen, um Rücksichtnahme bitten und informieren. Markus Kühn: „Die Kreisjägerschaft hat eine kleine Broschüre vorbereitet, welche wir den Hundehaltern überreichen. Darin wird erklärt, dass es nach dem Landschaftsschutzgesetz verboten ist, Hunde ohne Kontrolle in den Wald oder aufs Feld zu lassen.”

Streit

vermeiden

Einen Streit mit Spaziergängern wollen die Jäger dabei vermeiden. Denn nach der Richtlinie der Kreisjägerschaft sollen Jägerinnen und Jäger „ein friedliches Miteinander mit Waldbesuchern und Anwohnern pflegen.”

Der Leinenzwang im Wald soll dennoch durchgesetzt werden. Nach Konflikten mit unbelehrbaren Hundehaltern im Bereich Bergerfurth und am Gewerbegebiet Loikumer Rott sind die Mitglieder des Hegeringes übereingekommen, wildernde Hunde dem Ordnungsamt zu melden. Markus Kühn: „Nach der Gemeindeordnung gelten Hunde, die Wild gehetzt haben als gefährlich. Das kann für die Besitzer auch rechtliche Konsequenzen haben.”

Währenddessen geht der Interessenkonflikt zwischen Hundehaltern und Naturschützern in der Dingdener Heide in die entscheidende Phase. Der Planungsausschuss berät am Mittwoch, 25. November, um 16 Uhr im Rathaus, welche Wege im rund 300 Hektar großen Gebiet auf der Grenzlinie zwischen Rheinland und Westfalen für Hunde tabu sein sollen.

Auf dem Tisch liegt ein Kompromiss-Vorschlag, der nun von der Biostation als Projektbetreuerin und den Landwirten in der Heide abgestimmt ist. Danach bleiben insgesamt 6,5 Kilometer Wegstrecke, die für Spaziergänger mit Hunden gesperrt würden.

Gegen diese Regelung führt die Verwaltung rechtliche Bedenken ins Feld. Für ein solches Hundeverbot auf öffentlich zugänglichen Wegen gebe es keine fachgesetzliche Grundlage. Wie der Ausschuss entscheidet, ist offen.

Christoph Girschik

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Kommentare
23.11.2009
12:27
Wildern auch für Hunde verboten
von Uhu | #6

Na super: es reicht also, dass ein Hobbyjäger behauptet, dass mein Hund gewildert hat und schon gilt dieser als gefährlich?!
WO LEBEN WIR BITTE? Das sind Menschen die ihrem (blutrünstigen) Hobby nachgehen und keien Amtspersonen! der erste Hobbyjäger der mich ungefragt anspricht kann was erleben!

23.11.2009
12:24
Wildern auch für Hunde verboten
von Hubert Uhs | #5

Wir haben auch eine Broschüre erstellt: FÜR HOBBYJÄGER. In der steht z.B., dass sie mit ihren Geländewagen (wie jeder andere auch) nichts im Naturschutzgebieten zu suchen haben!
Da steht auch, dass sie ihre Muitionsreste gefälligt mitnehmen sollen und das sie aufhören sollen TONNENWEISE Futter in den Wald zu karren!

20.11.2009
11:20
Wildern auch für Hunde verboten
von Lieber Herr Oberförster | #4

meine Güte, ist die NRZ jetzt die Hauszeitschrift des deutschen Hegeringes, oder lese ich hier in der Jagd und Hund ?

Was sollen den jetzt die ganzen Jagd-und Hundehalter-Artikel hier, die alle etwas Pro-Jagd und Kontra-Hundehalter eingefärbt sind...

oder empfinde ich daß nur so ?

19.11.2009
21:44
Wildern auch für Hunde verboten
von Al | #3

Nur Jäger dürfen gesunde Rehe schießen, Hunde dürfen kranke Rehe nicht reißen.

Ein gesundes Reh ist nie allein unterwegs, der Hund kann sich beim Jagen nicht entscheiden, welchem Tier erfolgen soll und über kurz oder lang die Jagd abbrechen, aber irre glücklich sein.

Ein krankes Reh ist allein, und wird sich fangen lassen — Darwin lebe hoch. Der Hund hat sein Glücksgefühl, welches bei uns Menschen durch drängeln auf der Autobahn, Geschwindigkeitsrausch, Drogen oder simplen Sex hervorgerufen wird.

Der Narur wäre mehr geholfen, wenn kranke Tiere auf natürliche Weise verschwänden, und nicht durch hinterhältigen Blattschuß vom Hochstand.

19.11.2009
14:34
Blockierter Kommentar.
von kerchak | #2

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19.11.2009
14:04
Wildern auch für Hunde verboten
von Waldemar Kuhnert | #1

Natürlich sollen wild lebende Tiere nicht durch wildernde Hunde geschädigt werden, aber eine generelle Leinenpflicht im Wald und auf jeder Brachfläche zu fordern - wie es sie nach dem Landesforstgesetz auch nicht gibt, den AUF Waldwegen dürfen Hunde sehr wohl UNangeleint geführt werden-, führt zu weit.
Artgerecht geführte Hunde müssen sich auch ohne Leine bewegen dürfen.Und zwar nicht nur als Jagdhunde, den die sind pikanter Weise von der Leinenpflicht ausgenommen.

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