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Schaffe, schaffe Arbeitsplätze!

12.08.2008 | 19:20 Uhr
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WIRTSCHAFT. "Bloß keine Großunternehmen mehr!" Hünxe punktet mit der Ansiedlung von "ProLogis" und der NGW-Verwaltung.

Rückgrat der Hünxer Wirtschaftsförderung: der Industrie- und Gewerbepark (IGP) in Bucholtwelmen. (Archivfoto: Kunkel)

HÜNXE. Auch mehr als 20 Jahre nach dem Aus der BP-Raffinerie sitzt der Schock noch tief. "Wir wollen nie wieder eine solche ökonomische Monostruktur wie damals!", sagt der oberste Wirtschaftsförderer der Gemeinde, Bürgermeister Hermann Hansen. Wirtschaft ist in Hünxe - wie im benachbarten Voerde - seit Jahren Chefsache.

Obwohl das örtliche Gewerbesteueraufkommen, nach einem Hoch im vorigen, in diesem Jahr eher dahindümpelt, zeigt sich Hansen stolz auf das Erreichte: "Wir haben den Wandel geschafft; der Versuch, eine Branchenvielfalt zu schaffen, ist gelungen." Inzwischen blickt er auf einen interessanten und überlebensfähigen Mix von Gewerbeansiedlungen im Schatten der restlichen Treibstofftanks des Industrie- und Gewerbeparks (IGP) Bucholt-welmen sowie in Bucholtwelmen-Ost. Zugleich hofft er darauf, dass man am Flugplatz Schwarze Heide endlich zu einer "Punktlandung" kommt. Und: Hünxe entdeckt immer mehr seine Rolle als das Freizeitareal fürs nördliche Ruhrgebiet - speziell in Sachen Reitsport. Hansen: "Damit könnte man die jetzt schon pferde-freundliche Gemeinde weiter aufwerten."

Logistiker will in diesem Jahr mit Bau beginnen

Bloß nicht mehr abhängig werden von einem großen Unternehmen - das ist die Maxime. Im IGP (Bucholtwelmen-West) habe man das geschafft. Hier sind verschiedene Firmen mit insgesamt rund 400 Arbeitsplätzen heimisch, darunter eine Großbäckerei und der Logistiker DHL. Überhaupt ist es die Logistikbranche, auf die man hier im Lippemündungsraum mit Schiffs- und Bahnanschluss setzt. Ein namhafter Vertreter dieses Genres, der vor der Türe steht, ist "ProLogis". Das Unternehmen wird auf 22 Hektar BP-Grund 121 000 Quadratmeter Lager- und Konfektionierungsfläche schaffen. Hansen rechnet mit 300 bis 350 neuen Jobs. Baubeginn soll in diesem Jahr sein Dann sind im IGP nur noch vier Hektar Fläche übrig. Obwohl: Im angedachten "Energiepark", der auf rund 15 Hektar geschaffen werden sollte, regt sich nichts: "Ich habe den Eindruck, dass da die Weltmarktlage eine Rolle spielt. Jedenfalls hören wir vom Investor nicht allzu viel", so Hansen, der aber nach eigener Aussage "nicht unter Zeitdruck" steht. Der Bebauungsplan sei bereits sehr weit gediehen, doch man könne ihn auch wieder ändern und das Areal anderweitig industriell nutzen.

Bucholtwelmen-Ost ist bald voll

Einen "Gemischtwarenladen" von Firmen gibt es auch im Gewerbegebiet Bucholtwelmen-Ost. Hier ist neben Schreinerei, Spediteuren, einer Schweißerei, einer Containerfirma und anderen bereits ein Teil der Niederrheinischen Gas- und Wasserwerke (NGW) ansässig. Der Versorger, Kooperationspartner der Gemeinde, wolle voraussichtlich im nächsten Jahr auch seinen kaufmännischen Bereich von Duisburg nach Hünxe verlagern, weiß Hansen.

Damit sei diese Gewerbefläche dann "so gut wie zugelaufen". Aber die Nachfrage vor allem nach kleineren Einheiten sei immer noch rege, so der Bürgermeister. "Deshalb ist eine Erweiterung von Bucholt-welmen-Ost um etwa 15 Hektar vorgesehen. Dafür ist nur noch eine Änderung des Flächennutzungsplanes nötig."

Skepsis in Sachen Schwarze Heide

Bei einem weiteren Hoffnungsfaktor für den Lippemündungsraum sind Hansen allerdings die Hände gebunden: dem Verkehrslandeplatz Schwarze Heide. Hier hakt es weiterhin. Die Stadt Bottrop muss mit dem von ihr zu erschließenden "interkommunalen Gewerbepark" nach einem Gerichtsurteil praktisch von vorne anfangen. Und was die blumigen Ankündigungen von angeblich Schlange stehenden Interessenten angeht, ist Hansen eher skeptisch: "Ich höre die Botschaften - allein es fehlt der Glaube." Hansen sieht "kurz- und mittelfristig gute Chancen für den Flugplatz, denn der Flugverkehr wird zunehmen". Aber alles hängt hier an der Verlängerung der Start- und Landebahn. "Da hakt es bei der Bezirksregierung. Warum der Antrag dort mehr als schleppend behandelt wird, ist nicht nachvollziehbar."

Ein Problem, das den Hünxern laut Hansen viel mehr "auf den Nägel brennt", sind die flächenmäßig ausufernden Discountermärkte. Um deren Zentrenverträglichkeit zu ermitteln, werde ein Einzelhandelsgutachten erstellt, das für mehr Planungssicherheit bei den vorhandenen Einzelhändlern sorgen soll.

 

HEINZ INGENSIEP

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