Das aktuelle Wetter Wesel 18°C
Nachrichten aus Wesel, Hamminkeln und Schermbeck

Plattdeutscher Abend im Dingdener Heimathaus

23.10.2009 | 19:28 Uhr
Plattdeutscher Abend im Dingdener Heimathaus

Hamminkeln. Es war ein Abend voller Erinnerungen, zu dem der Heimatverein Dingden eingeladen hatte. Heitere „Vertellekes” von früher, Gedichte, Geschichten und traditionelle Lieder.

All das bescherte den Gästen beim Plattdeutschen Abend im Dingdener Heimathaus ein gemütliches Beisammensein und „völl Plaisir” bei so manchem Anekdötchen, das Margret Bongert den rund 40 Zuhörern in schummriger Kerzenschein-Atmosphäre erzählte.

Applaus für

Margret Bongert

„Das ist seit langer Zeit der erste plattdeutsche Abend, den wir wieder veranstalten”, sagte Heimatverein-Vorsitzender Heinrich Hoffmann. Leider seien meist nur noch die „ollen Löh” der plattdeutschen Sprache mächtig. Umso mehr freute er sich, dass auch einige wenige „Plattspräker” aus der jüngeren Generation fleißig mitschnackten.

„Verstoan dot se et wall, de jungen Löh hier op et Land”, war Margret Bongert überzeugt. Schade sei nur, dass das Platt langsam und allmählich aussterbe. An diesem Abend aber ließ sich keiner der Besucher zu hochdeutschen Ausnahmen überreden. Und deshalb wurde auch „tüssendör Platt geprot”.

„Häbt ej uk Lecht genuch?” überprüfte Heinrich Hoffmann noch schnell die technische Lage bei Vorleserin Margret Bongert. Und als die schließlich mit einem herzlichen „Satt!” antwortete, fühlte sich mancher Besucher gleich ein paar Jahrzehnte zurückversetzt.

Vor allem die Geschichten und Balladen von Margret Bongerts Vater, dem Bocholter Johann Bongert, der sich während des Nazi-Regimes sicherheitshalber das Pseudonym „Jobo Candattan" (Ja, wie kann das denn?) zugelegt hatte, stießen bei den Gästen auf begeisterten Applaus und viele persönliche Erinnerungen. Und auch manche Übersetzungspanne ins Hochdeutsche, die sich nach wahrer Begebenheit durch das „Platt-Verbot” in den Schulen ereignete, ließ die Zuhörer schmunzeln. Da wurde aus einem Herrn Schlotboom schon mal ein „Herr Salatbaum” und der Planet Jupiter mit Josef-Petrus übersetzt.

Mit eigenen Vorträgen und Erzählungen aus den Zuschauerreihen und mit plattdeutschen Volksliedern, bei denen fast alle spontan mit einstimmten, fand der Abend einen gemütlichen Ausklang. js



Kommentare
Aus dem Ressort
Ein Parteiloser will Hansen folgen
Politik
Der Bruckhausener Dirk Buschmann will 2015 Bürgermeister von Hünxe werden. Er wünscht sich mehr Bürgerbeteiligung und eine modernere Verwaltung.
Familienausflug zum Haare schneiden
Landleben
Ulrike Großbölting und ihr Team betreiben einen kleinen, feinen Friseur-Salon. Er hat den modernen Namen „Family Cut“ und liegt in Loikum ganz idyllisch auf dem Lande.
Wir haben die Wette gewonnen!
Aktion
Mehr als 135 Menschen haben wir gezählt, die dem Kaufhof zum 135. Geburtstag ein Ständchen gesungen haben. Das bringt den Kindern der Villa Confetti eine Spende ein. Es gab noch mehr Gewinner
Eine englisch-deutsche Freundschaft geht weiter
Städtepartnerschaft
Bürgermeisterin Westkamp und das Stadtoberhaupt von Felixstowe erneuerten gestern nach 40 Jahren den Partnerschaftsvertrag zwischen den beiden Städten
Als die Spanier Wesel einnahmen
Geschichte
Stadtführer Ludwig Maritzen lud zu einer Zeitreise ein. Vor 400 Jahren herrschten in der Stadt nach einer Belagerung Not und Chaos
Fotos und Videos
Trachten-Schützenfest
Bildgalerie
Brauchtum
THW Wesel
Bildgalerie
Jubiläum
Bürger-Schützen-Verein
Bildgalerie
Wesel
19. NRZ Radwandertag
Bildgalerie
Ein Sonntag im Zeichen...