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Vandalismus

Nachts wird am Bahnhof gewütet

15.03.2010 | 19:40 Uhr
Nachts wird am Bahnhof gewütet

Wesel. Bei Tage besehen ist Wesels Bahnhof nach einer schon unendlich scheinenden Geschichte wieder vorzeigbar. Er war es zumindest nach der Generalüberholung vor einigen Monaten. Des Nachts droht das lange herbeigesehnte Werk Stück für Stück zunichte gemacht zu werden. Dann werden hier Scheiben kaputtgetreten, frisch gestrichene Wände beschmiert, wird der neue Aufzug zur Toilette.

Die Stadtverwaltung hat mit der Bahn AG vereinbart, dass der städtische Betrieb ASG sich um Teile des Bahnhofes kümmert. Das gilt für die hell gestrichenen Wände, die Sprayer besonders lieben. „Wir haben sie nach der Erneuerung einmal schon streichen lassen“, sagt Ulrich Streich vom ASG. „Gleich am nächsten Tag waren sie wieder beschmiert.“ Werden einzelne kleine Stellen ausgebessert, kostet das aufgrund der teuren Farbe rund 500 Euro. Schnell, so Streich, kämen aber auch 1000 oder 2000 Euro zusammen. „Wir können nicht jede Woche streichen lassen. Wir müssen uns da kostenmäßig irgendwie durchhangeln.“

Ebenso kostenträchtig sind die beschädigten Glasscheiben, in die großformatige Zeichen eingeritzt oder die zerbrochen werden. Eine der Eingangstüren ist deshalb seit Tagen defekt. „Und jetzt haben wir massive Probleme mit den Aufzügen“, so Streich. Permanent würden sie als Abort missbraucht. Abgesehen von den Kosten sei dies weder den Reisenden noch dem Reinigungsdienst zuzumuten.

Was tun? Die Präsenz von Polizei und Mitarbeitern der Ordnungspartnerschaft, die es immer noch gibt, ist zumal nachts nicht permanent. Mit der Entwicklung des Bahnhofsumfeldes - gerade wird intensiv an der Park & Ride-Anlage an der Friedenstraße gebaut - und mehr Belebung soll die soziale Kontrolle verbessert werden. Der Einzug der Caritas ins anschließende frühere Hotelgebäude (siehe dazu beigefügten Text) könnte dazu beitragen.

Gegen nächtlichen Vandalismus ist aber auch das kein Mittel. Kameras sind bedingt hilfreich, weil sie Täter nicht immer erkennbar und oft nicht identifizierbar machen, aber zumindest für Abschreckung sorgen, wie sich bei städtischen Gebäuden gezeigt habe, so Bürgermeisterin Ulrike Westkamp. Zwölf davon sollen angeschafft werden.

Um dies voranzutreiben, hat die Stadt 60 000 Euro an Fördermitteln aufgetrieben und weitere gut 18 000 Euro selbst bereitgestellt. Installieren müsse sie die Bahn. „Der entsprechende Vertrag liegt dort seit fünf Wochen“, so die Bürgermeisterin.

Gestern hat sie mit der Übermittlung von Fotos zu den zunehmenden Beschädigungen an die Bahn versucht, für Eile zu sorgen.

Joachim Freund

Kommentare
18.03.2010
09:48
Nachts wird am Bahnhof gewütet
von Peter01 | #16

Was haben diese Kommentare mit dem Problem am Bahnhof zu tun? Vandalismus ist das Problem vieler Städte und nicht speziell ein Weseler. Kameras sind...
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3445034
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Nachts wird am Bahnhof gewütet
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http://www.derwesten.de/nrz/staedte/nachrichten-aus-wesel-hamminkeln-und-schermbeck/nachts-wird-am-bahnhof-gewuetet-id3445034.html
2010-03-15 19:40
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