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Die Wildschweine sind los

20.03.2009 | 22:15 Uhr
Die Wildschweine sind los

Seit vier Wochen machen zwei Rotten die Aue unsicher und graben manche Wiese um.

An den Anblick von Wildgänsen haben sich Spaziergänger, Radler, Walker und Jogger rund um den Auesee längst gewöhnt. Aber Wildschweine? Jawohl. Seit vier Wochen treiben zwei Rotten zwischen Flüren und Wesel ihr Unwesen, graben Wiesen und Weiden um und sollen gar manchen arglosen Passanten mit ihrem imposanten Erscheinungsbild überrascht haben. Einer der zuständigen Revierpächter, Jürgen Barlag, kennt das Problem nur zu gut. Die eine Rotte hält sich im Bereich Sackert auf, die andere sucht die Nähe der Biologischen Station.

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Expertentipp

Wildschweine vermehren sich rasant. Denn eine Bache bringt sechs bis zehn Frischlinge auf die Welt. Förster Christian Pfeifer, der für den Diersfordter Wald zuständig ist, rät: Bei einer Begegnung mit einem Wildschwein, einfach ruhig weitergehen. Das Tier habe mehr Angst vor uns als wir vor ihm.

Barlag hat eine Wildsau mit acht Frischlingen gesehen. Hinzu kommen zwei Überläufer, wie sie in der Jägersprache genannt werden. Das sind jugendliche Wildschweine. Mehrere Wiesen haben die Tiere bereits auf der Suche nach Nahrung umgegraben. Dabei seien sie nicht an dem Grünland interessiert, wie Barlag sagt, sondern an dem Eiweiß, das in Würmern und Engerlingen steckt. Die wiederum stecken in der Erde, so dass das Gras erst mal umgedreht werden muss, bevor es was zu futtern gibt. Ein Landwirt habe schon Wildschaden angemeldet, um dessen Regulierung kümmere er sich.

Das Phänomen Wildschweine in der Aue überraschte auch Jürgen Barlag. Seit zehn Jahren hat er dieses Revier, ein Wildschwein ist ihm dort bislang nicht begegnet. Doch mittlerweile dehnen die Tiere aus dem Diersfordter Wildgatter ihren Aktionsradius offenbar aus, wagen sich gar komplett aus dem Schutz des Waldes heraus. Sogar vom Kreishaus aus sollen sie gesichtet worden sein. Schließlich hat sich Rotte Nummer zwei das Areal nahe der Biostation am Freybergweg auserkoren. Dort sind die Schwarzkittel ab und zu nahe des einen Unterstands zu finden. Tagsüber ist dies allerdings eher selten der Fall, denn die Wildschweine seien nachtaktiv.

Eine Gefahr für die Bevölkerung sieht Barlag nicht. „Die Tiere sind überhaupt nicht gefährlich”, sagt er. Gejagt werden könnten sie zurzeit ohnehin nicht, denn die Schonzeit läuft bis zum 1. August.

Petra Herzog



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