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Design-Schülerinnen als Models

04.06.2012 | 22:20 Uhr
Design-Schülerinnen als Models
Elegante Mode vordem Tannenhäuschen: Die Design-Schülerinnen zeigten auch Festliches. Foto: Johann Ridde

Wesel.   Auszubildende schlugen einen beeindruckenden Bogen zwischen Geschichte und aktueller Mode.

Wenn das Thema Schuluniformen mal wieder zur Diskussion steht, geht es um ein einheitliches Erscheinungsbild, das Identität vermitteln soll. Aber geht das nicht zu Lasten der doch ebenfalls geforderten Individualität? Diese Fragestellung an sich muss angehende Designerinnen reizen, Lösungen zu finden. Um sie zu präsentieren gibt Wesel als alte Garnisonsstadt einen trefflichen Ort ab. Und so kam es, dass Studentinnen der privaten Düsseldorfer Hochschule für Design im Hotel Tannenhäuschen die Uniform zum Inhalt einer Modenschau machten.

Die Idee entstand im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung „Auf Tuchfühlung - 700 Jahre textile Vielfalt am Niederrhein“, die im städtischen Museum im Centrum zu sehen ist. „Uniformen gehören zur Geschichte unserer Stadt“, begründete der städtische Kulturbeauftragte Jürgen Becks die Veranstaltung. Knapp drei Monate hatten die jungen Leute Zeit, um historische Elemente und eigene Interpretationen in eigenen Kreationen zu vereinen.

„Natürlich haben wir uns erst einmal von alten Fotos, Büchern und im Internet inspirieren lassen“ erklärte die diplomierte Designerin und Lehrerin Susanne Sixtus. „Der Rest ist aus den Ideen der Auszubildenden entstanden.“ Die zeigten als Models unter freiem Himmel eindrucksvoll: Es geht. Uniformes, das dennoch künstlerische Freiheit und Modebewusstsein ausdrückt, lässt sich schneidern und mit Freude auch tragen.

„Wie hübsch!“

Für viele der zwischen 18 und 30 Jahre alten Modeschülerinnen war es das erste Mal, dass sie ihre Werke einem Publikum vorstellten und auch der erste Auftritt als Model. Dafür machten sie ihre Sache wirklich gut und hatten offensichtlich Spaß. Zunächst präsentierten sie Mäntel, danach Westen. Goldene Knöpfe, weite Ärmel, große Taschen und Orden ähnelnde Verzierungen schufen Assoziationen zum Thema Uniform. Und doch kam nicht der Gedanke an „Kommiss“ auf, entstand durchaus der Eindruck von Chic und Eleganz.

„Guck mal, wie hübsch!“, reagierte eine Dame im Publikum begeistert, als die Studentinnen über den „Catwalk“ schritten. „Ja, so eine Jacke würde ich mir anziehen“, sagte eine andere Betrachterin, Susanne vom Schemm. Ihr persönlicher Favorit war die Nummer eins, ein dunkler, weiter Mantel mit pinkfarbenem Innenfutter, vielen Knöpfen und einer hellen Brosche. Und tatsächlich landete die Nummer eins bei der Prämierung am Ende ganz vorne. Auf den zweiten Platz kam eine Weste mit auffälligen Schulterklappen und einem gelben Sommerkleid darunter. Auf Platz drei wählten die Zuschauer ebenfalls eine der Westen, diesmal zu einem langen blauen Kleid getragen.

Vielleicht lässt sich die Sache irgendwo zwischen Stadtmarketing und Neukonzeption des Preußen-Museums ansiedeln.

Anna-Lena Kortenbusch


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