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Das Ende der Idylle

09.08.2007 | 14:23 Uhr
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SEUCHE. Schülerin Carena Segerath ist geschockt: Die Myxomatose rafft die Kaninchen am Andreas-Vesalius-Gymnasium dahin. 15 von ehemals 53 Tieren sind noch übrig. Eine Heilung ist nicht möglich.

WESEL. Kaninchen sind süß. Und ein Hingucker. Wenn die kleinen, pelzigen Vierbeiner auf der Wiese am Andreas-Vesalius-Gymnasium (AVG) entlanghoppeln, bleiben nicht nur Kinder stehen, um dem Treiben zuzuschauen. Auch Carena Segerath gehörte dazu. Doch nach den Schulferien gab es für die 18-Jährige einen Schock. Denn: Den Kaninchen geht's nicht gut (die NRZ berichtete). Myxomatose, zu deutsch Kaninchenpest, heißt der Killer, der der Idylle den Garaus macht. Die Seuche ist unheilbar und führt dazu, dass die Tiere im Endstadium erblinden und orientierungslos durch die Gegend stolpern. Zudem sind die Vierbeiner anfällig für Schädlinge aller Art.

Carena Segerath, Zwölft-klässlerin des AVG, sammelte am Mittwoch eines der kranken Tiere ein. "Es lief mir fast vor die Füße und sah wirklich schlimm aus." Normalerweise lassen sich die scheuen Kaninchen kaum fangen - wenn sie denn gesund sind. Ihren Fund brachte die 18-Jährige zum Ordnungsamt. Dort konnte man ihr nicht weiterhelfen. Denn die Stadt als Eigentümerin der Wiese ist nur für tote Tiere zuständig. Das Aufsammeln der Kadaver übernimmt der ASG. "Die einzige Möglichkeit wäre es gewesen, das Kaninchen einzuschläfern", so Segerath. Das hätte die 18-Jährige aber aus eigener Tasche bezahlen müssen. Notgedrungen setzte sie das Tier wieder aus.

Dass immer wieder mal eine Seuche unter den Kaninchen ausbricht, ist nicht neu. "So schlimm wie in diesem Jahr war es aber noch nie", meint Segerath. Vor allem für die jüngeren Schüler sei der Anblick der apathischen Tiere teilweise schockierend. Eine Ideallösung gibt es aber nicht, wie Dr. Antonius Dicke, Leiter des Kreis-Veterinäramtes, einräumt. Um die 15 von ehemals 53 Tieren lebten noch. "Aber die können wir nicht alle einfangen." Sein Angebot an die Stadt: Wenn zumindest die kranken Tiere eingesammelt werden, könnten sie auf Kosten des Kreises im Veterinäramt eingeschläfert werden.

Die Wiese letztendlich "kaninchenfrei" zu bekommen, sei aber so gut wie unmöglich. "Dann müsste man sie einzäunen, aber selbst das hilft nicht. Das kenne ich von meinem eigenen Grundstück." Außerdem würden sich die Kaninchen ohnehin über kurz oder lang wieder an dieser Stelle ansiedeln.

Für die Schüler hat Dicke Mitleid. "Aber leider müssen sie diesen Anblick erst einmal weiter ertragen." Solange, bis die Myxomatose wohl auch das letzte Tier dahingerafft hat.

MANUEL PRAEST

Kommentare
12.02.2009
17:20
Das Ende der Idylle
von SUSE1988 | #2

Außerdem hätten diejenigen, die, die eindeutig nicht nach Wildkaninchen aussehenden Tiere, irgendwann mal ausgesetzt haben, doch mal ein paar Euro spenden können!

12.02.2009
17:16
Das Ende der Idylle
von XXXXXMMMM | #1

Dieser Artikel ist wirklich haarsträubend! Ich habe nicht den Eindruck, dass die genannten Personen und Institutionen wirklich am Wohl der Tiere interessiert sind... alles nur Gelaber, aber Zeit, Geld un Mühen will keiner (inklusive Schüler) investieren. Außerdem finde ich die Infos zur Myxomatose schlecht recherchiert...

Ein Teil der Kaninchen könnte mit etwas Glück zu Hause bei guter Pflege Myxomatose überleben - nicht bei allen Viren ist die Letalität = 100%! In freier Natur hingegen hat ein krankes Tier natürlich kaum eine Chance. Gegen Myxomatose kann man impfen! Kaninchen mit Lebendfallen, Netz oder Ähnlichem (dann muß man eben etwas geduldiger sein!!! wenn allen die Tiere doch angeblich sooo leid tun) 1-2x im Jahr fangen und impfen. Impfen kostet nur ein paar Euro! Ein krankes Tier auszusetzen ist Tierquälerei... einen schnellen Tod durch Genickbruch hätte ich, wenn das Geld zum Einschläfern sooo ein Problem ist, als menschlichere Alternative empfunden.

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