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Aufreger Outlet-Center

07.11.2007 | 20:38 Uhr
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WIRTSCHAFT. Wesel blickt mit Sorge nach Dinslaken. Doch dort wird die Ansiedlung schwer.

KREIS WESEL. Seit Monaten ist die Ansiedlung eines Factory-Outlet-Centers auf dem ehemaligen Zechengelände in Dinslaken-Lohberg im Gespräch. Jetzt wird auch in Wesel heftig über das Thema diskutiert. Schließlich ging im Rathaus eine erste schriftliche Anfrage der Stadt Dinslaken ein, in der um die Meinung zu diesem Vorhaben gebeten wird. Und die ist eindeutig, wie die gestrige Information der Fraktionschefs ergab. Sowohl die Vorsitzende der Werbegemeinschaft Wesel, Sabine Ostrop, als auch SPD-Fraktionschef Ludger Hovest erteilten im Gespräch mit der NRZ der angedachten Planung eine klare Absage.

Der Investor BVS Outlet Villages aus Monte Carlo wird beispielsweise 2009 ein ähnliches Center in der Schweiz, das Alpenrhein Outlet Village, eröffnen. Hier sind wie in Dinslaken 100 kleine Geschäfte geplant, die mit Preisnachlässen zwischen 30 und 70 Prozent locken. In Dinslaken sollen für rund 60 Millionen Euro etwa 20 000 Quadratmeter Verkaufsfläche geschaffen werden, für den Direktverkauf diverser Hersteller.

Doch so einfach ist das nicht. Das hat auch ein Gespräch ergeben, zu dem Vertreter der Stadt Dinslaken und des Kreises Wesel Anfang der Woche bei der Bezirksregierung in Düsseldorf waren. Denn die für ein derartiges Großprojekt nötigen Voraussetzungen sind in Dinslaken nicht gegeben. Eine Ausnahme könnte lediglich dann gemacht werden, wenn es einen regionalen Konsens gibt. Dazu müssen nicht nur die benachbarten Kommunen wie Wesel ja sagen, sondern es wäre auch ein regionales Einzelhandelskonzept nötig. Und das müsste mindestens drei benachbarte kommunale Partner umfassen.

"Todesstoß für unsere Innenstadt"

Bei dem Widerstand, der sich jetzt schon in der Kreisstadt breitmacht, scheint eine Übereinstimmung undenkbar zu sein. Hovest sprach von einem "Todesstoß für unsere Innenstadt". Er erinnerte die Dinslakener Politiker-Kollegen daran, welche Stellungnahme sie abgegeben haben, als die Centro-Ansiedlung in Oberhausen anstand. Denselben Text erhielten sie nun aus Wesel, kündigte er an.

Sabine Ostrop teilte mit, dass das Vorhaben Ende November großes Thema ist, wenn sich die Vorstände verschiedener Werbegemeinschaften aus der Region treffen. "Das kann man nicht befürworten", sagte sie, "das zieht Kaufkraft auf die grüne Wiese." In derartigen Geschäften werde schließlich nicht nur Ware aus der Vorsaison oder Fehlerhaftes verkauft, auch aktuelle Mode gehe durchaus mit Nachlässen über die Ladentheke. Dies seien Preise, die der normale Handel nicht bieten könne.

PETRA HERZOG

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