Achtung, Radarmessung!
30.01.2010 | 05:00 Uhr 2010-01-30T05:00:00+0100
Kreis Wesel. Wer den silberfarbenen Skoda Roomster des Kreises Wesel mit der Aufschrift „Wir sorgen für Ihre Sicherheit” sieht, sollte auch an seine eigene Sicherheit denken und die vorgegebene Geschwindigkeit nicht überschreiten.
Denn was sich so freundlich anhört, könnte sonst mit einem mehr oder weniger netten Foto enden, das zusammen mit einem offiziellen Schreiben im heimischen Briefkasten landet.
Zwei dieser Messfahrzeuge sind kreisweit im Einsatz, außerdem ein Renault Kangoo. Hinzu kommen 17 so genannte Starenkästen, für die es sieben Kameras gibt und die im Wechsel damit ausgestattet werden. Und es stehen zwei Messanlagen auf der Autobahn 42 im Kamp-Lintforter Kreuz. Allein letztere spülen dem Kreis jährlich 2,5 Millionen Euro in die klamme Kasse (die NRZ berichtete), wenngleich dies nicht der Hintergrund sein soll, wie der Leiter der Bußgeldstelle Bodo Leineweber betont. Schließlich würden die Radaranlagen nur dort eingesetzt, wo es besondere Gefahrenstellen oder Unfallhäufungspunkte gebe. Und: Anders als in mancher Region tarne man hier die „Blitzer” nicht.
Akzeptanz dank Transparenz
Im Gegenteil: Wer sich auf der Internetseite des Kreises (www.kreis-wesel.de) umsieht, kann sich sämtliche Standorte anschauen, an denen möglicherweise geblitzt wird. Für mehr als 200 Messplätze sind die mobilen Geräte zuständig, wobei im Netz zumindest die Kommunen genannt werden, in denen die Fahrzeuge für jeweils eine Woche unterwegs sind. In der zu Ende gehenden Woche waren sie in Wesel, Voerde und Xanten, nächste Woche sind sie in Kamp-Lintfort, Moers und Dinslaken zu finden. Diese Angaben hätten zu einer hohen Akzeptanz in der Bevölkerung geführt, sagt Leineweber.
In Hamminkeln gibt es 17 mobile Messstellen des Kreises, unter anderem an der Wer-therbrucher Straße Richtung Ortsmitte und Richtung Autobahn, wo Tempo 50 erlaubt ist, und am Minkelschen Feld, Fahrtrichtung Rickelsweg sowie Ringenberger Straße in der Tempo-30-Zone. Sämtliche Messstellen liegen innerhalb der geschlossenen Ortschaft. Für Hünxe ist ein Dutzend Messstellen verzeichnet. So am Waldheideweg Fahrtrichtung Bundesstraße 8 und Richtung Sternweg (Tempo 30) sowie an der Dinslakener Straße (L 1) Richtung Autobahn (50 km/h). 14 Messstellen sind es momentan in Schermbeck, etwa an der Maassenstraße sowohl in Richtung Gewerbegebiet als auch Richtung Ortsmitte. Außerdem an der Straße Am Voshövel Richtung Brünen und Richtung Drevenack. In Wesel wird an 20 Stellen geblitzt. Dazu gehört die Schillstraße Richtung B 8 und Richtung Stadtmitte sowie der Schepersweg in beide Fahrtrichtungen.
Darüber hinaus gehe man immer wieder Anwohnerhinweisen nach, die auf Raserstrecken und Gefahrenpunkte aufmerksam machten. Bevor hier dann aber die Geschwindigkeit gemessen werde, müssten erst gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. Zunächst gehe es um die Beurteilung der Situation, dann um die Gegebenheiten vor Ort. Schließlich sei eine gerade Messstrecke von 30 Metern nötig, um am Ende verlässliche Ergebnisse zu erhalten.
Insgesamt kassiert der Kreis fünf Millionen Euro an Bußgeldern wegen Verstößen gegen Geschwindigkeitsbegrenzungen – inklusive der Bußgelder, die über die Polizei ins Kreishaus kommen. 35 Mitarbeiter sind dort mit der Radartechnik und den Bescheiden beschäftigt.
Neue Anlagen seien nicht geplant, versichert Leineweber und tritt damit Spekulationen entgegen, das Haushaltsloch könnte zum Teil auf diese Weise gestopft werden. „Bis ein neuer Starenkasten kommt, muss erst etwas Schlimmes passieren”, sagt er. Zuletzt sei das in Dinslaken der Fall gewesen.
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