Land ohne Leute: Altena stellt sich dem Wandel
22.06.2012 | 19:03 Uhr 2012-06-22T19:03:00+0200
Altena. Die Stadt Altena stellt sich dem dramatischen Rückgang der Einwohner. Das bürgerschaftliche Engagement wächst nach dem eingeleiteten Sparkurs. Die Bewältigung der Probleme findet EU-weit Beachtung.
Die Stadt an der Lenne ist ihrer Zeit voraus. Keine Kommune in Nordrhein-Westfalen schrumpft so schnell wie Altena im Märkischen Kreis - von 32 000 Einwohnern im Jahr 1970 auf heute gut 18 000. Die Folgen des natürlichen Rückgangs der Bevölkerung, verbunden mit dem ökonomischen Strukturwandel in den 1980er Jahren, lassen sich hier erahnen. Die Stadt stellt sich der dramatischen Entwicklung.
„Wir nehmen die Herausforderung an“, sagt Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein. „Die Leute haben verstanden, dass sich die Stadt verändern muss.“ Der Ärger über den Sparkurs und die Schließung städtischer Einrichtungen ist Vergangenheit.
Seit dem Amtsantritt des Christdemokraten im Jahr 1999 hatte die Stadt Kindergartengruppen geschlossen, eine Grundschule aufgegeben und ein Freibad dicht gemacht. Nicht zuletzt strich die Stadt Zuschüsse für Sportvereine und baute die Verwaltung von 180 auf 140 Mitarbeitern ab. Hollsteins Credo: „Bei einer Steigerung der Qualität müssen wir die Strukturen den Gegebenheiten anpassen.“ Beim Sparkurs hat es die Stadt nicht belassen. „Damals wie heute gilt“, sagt Hollstein, „dass wir die Bürger bei der Umgestaltung der Kommune viel stärker mit einbeziehen müssen.“
Der 49-Jährige steht für eine ganzheitliche Politik für alle Generationen. Bislang mit Erfolg. „Das bürgerschaftliche Engagement ist gewachsen.“ Beispiele gibt es zuhauf. Männer und Frauen pflastern die Fußgängerzone, Jugendliche malen mit Senioren, und ein Stellwerk vermittelt zwischen den Generationen. Signale, die ein neues Verständnis für die Stadt und ihre Menschen erkennen lassen. Eine Politik, die aufmerksam macht. Altena gehört mit acht anderen Städte in Europa mit vergleichbarer Ausgangslage zum Projekt Urbact der EU-Regionalförderung.
08:57
Man traut seinen Augen kaum: Welch Lobhudelei auf den Herrn Bürgermeister, der sich mit fremden Lorbeeren schmückt und das Engagement der Bürgerinnen und Bürger auf seine Fahnen schreibt?! Unfassbare Tatsachenverdrängung!
Ein gut ausgebildeter, unabhängiger, kritisch denkender Journalist hätte hier mindestens eine Frage gestellt: Kann es nicht sein, dass eben genau jene Einsparungen seit 1999 der Stadt die Bewohner nimmt? Woran liegt es wohl, dass junge Familien ihr Glück lieber in Neuenrade und Wiblingwerde suchen, statt im Lennetal? Sicherlich nicht an "der Natur der Sache".
Sich hier hinzustellen und so tun, als hätte die Politik des Herrn Hollstein den Einwohnern die Augen geöffnet, ist eine Tatsachenverdrehung erster Güte. Man lese sich mal die Berichte vor fünf, sechs Jahren durch. Abgesehen davon: Das Engagement geht wohl eher von den Bürgern aus und setzt die Politik unter Zugzwang: Längst sind Personen wie z.B. der BGA-Schulleiter, die dem Herrn. Dr. zeigen, wie man es macht!