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Runder Tisch

Kinderarmut nicht nur eine Geldfrage

11.11.2010 | 17:18 Uhr
Kinderarmut nicht nur eine Geldfrage

Bergkamen. Kinder, die ohne Frühstück zur Schule kommen und erst nach der Rückkehr zu Hause die erste Mahlzeit am Tag erhalten, gibt es auch in Bergkamen. Die ganz Jungen werden von der zunehmenden Armut immer am härtesten getroffen. Hier massive Hilfe zu leisten, hat sich der „Runde Tisch gegen Kinderarmut“ auf die Fahnen geschrieben.

„Es gibt viele Institutionen, die in Bergkamen helfen wie etwa der Verein ‘Kleine Nana’. Sinnvoll ist es, dass sie sich untereinander kennen, um zu wissen, wer in bestimmten Notlagen Unterstützung leisten kann“, erklärte Pfarrerin Petra-Buschmann Simons dem Jugendhilfeausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Erfreulich ist für sie, dass der „Runde Tisch gegen Kinderarmut“ immer größer wird. Verbände wie etwa der Tagepflegeverein oder der Lions Club und viele andere seien hinzugekommen.

Patenschaftsmodelle werden diskutiert

Inzwischen werden auch eigene Aktionen vorbereitet. Aktuell diskutiert der Runde Tische, wie bereits existierende Patenschaftsmodelle in Unna und Dortmund auf Bergkamen übertragen werden können. Nicht nur dort lautet die Erkenntnis, dass zum Beispiel Ursache eines knurrenden Magens von Kindern während des Unterrichts nicht etwa sein muss, weil die Bezüge aus dem Arbeitslosengeld II nicht ausreichen, sondern weil es Eltern gibt, die einfach nicht mit ihren Kindern aufstehen wollen, weil sie sich nach langer Zeit der Arbeitslosigkeit aufgegeben haben.

Hier könnten Paten den Familien unterstützende praktische Hilfe geben. „In Dortmund hat sich inzwischen gezeigt, dass es mehr Familien gibt, die nach Hilfe rufen, als Paten“, berichtete die Pfarrerin Buschmann-Simons.

Der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses Thomas Semmelmann regte an, wie in Herne auch in Bergkamen Essensausgabestellen für Kinder einzurichten. „Da kommen Kinder und essen, wenn sie Hunger haben, egal ob die Eltern arm sind oder nicht. Dieses Angebot wird sehr gut angenommen.“

Petra Buschmann-Simons ist Vorsitzende des Diakonieausschusses der Friedenskirchengemeinde, der einige Aktionen gegen Kinderarmut gestartet hat. Dazu gehört zum Beispiel eine kostenlose Erstausstattung für Lernanfänger aus bedürftigen Familien. Bei dem jüngsten Projekt hat der Ausschuss die Bergkamener Sportvereine wegen kostenlosen Mitgliedschaften angeschrieben. „Die Reaktion ist sehr erfreulich“, betonte die Pfarrerin.

Heino Baues

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Kommentare
11.11.2010
19:19
Kinderarmut nicht nur eine Geldfrage
von Humptidumpty | #1

Völlig richtiger Anssatz, nicht immer sofort mit höheren Geldleistungen zu winken, sondern das Engagement der Betroffenen zu fordern. Hilfe zur Selbsthilfe - dieses Motto darf nicht nur für die Dritte Welt gelten, sondern auch für die Menschen in unserer Nachbarschaft.

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