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Siegen ist keine Großstadt mehr

Siegen ist keine Großstadt mehr

Hagen. 

In Nordrhein-Westfalen leben fast 300 000 Menschen weniger als gedacht. Das hat die große Volkszählung und -befragung „Zensus 2011“ ergeben. Demnach lebten zum Stichtag vor zwei Jahren exakt 17 538 251 Bürger in NRW – 297 091 weniger als bislang angenommen. Da die Gesamtbevölkerung Deutschlands ebenfalls deutlich auf 80,2 Millionen nach unten korrigiert werden musste, stieg der NRW-Anteil sogar leicht auf 21,9 Prozent.

Südwestfalen hat der Erhebung zufolge eine Großstadt weniger. Siegen rutschte mit 99 187 Einwohnern unter die entscheidende und symbolträchtige Marke von 100 000, wie die Statistiker ermittelten. Das wird sich durch Mindereinnahmen im kommunalen Haushalt bemerkbar machen, fürchtet Stadt-Sprecherin Astrid Schneider. Allein bei den Konzessionsverträgen bei Strom und Gas gehe es um eine Größenordnung von 900 000 Euro. Die IHK Siegen sieht den Bevölkerungsrückgang vor allem in der Region Wittgenstein auch als Folge der schlechten Verkehrsanbindung.

Weiterer Negativtrend: Die größte Leerstandsquote bei Wohnungen in NRW weist mit 10,5 Prozent die Stadt Altena auf. Ansonsten weisen die meisten südwestfälischen Städte und Gemeinden nur einen leichten Bevölkerungsrückgang im Rahmen des demographischen Wandels auf. Größte Stadt in NRW bleibt Köln (1 005 775) als einzige Millionenstadt in NRW vor Düsseldorf (586 291), Dortmund (571 143) und Essen (566 291).

Die deutlichen Abweichungen zu den bisherigen Daten der Meldeämter erklärte der Präsident des Statistischen Landesamtes IT-NRW, Fischer, mit Fehlern in den Kommunalverwaltungen: „Es hat sich gezeigt, dass die Melderegister den Bevölkerungsstand nicht zuverlässig abbilden.“ Offenbar melden sich viele Migranten bei Umzügen nicht ordnungsgemäß ab.