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Freies Internet zum Mitmachen

06.05.2015 | 11:00 Uhr
Freies Internet zum Mitmachen
In HilcheFoto: WP-BILD

Hilchenbach.   Hilchenbach setzt auf die Freifunker und auf das Engagement der Bürger

Zuerst der Marktplatz, die Freibäder, die Jugendzentren, um die sich Aktionsring und Tourismus-Verein kümmern. Dann immer mehr Bürger, die auf den Geschmack kommen. Schließlich die ganze Stadt: freies, leitungsungebundenes Internet für alle, die irgendwo in Hilchenbach unterwegs sind. „Sicher eine Idealvorstellung“, räumt Wirtschaftsförderer Kyrillos Kaioglidis ein.

Was kostet denn das kostenlose WLAN für alle?

Für die, die es nutzen, nichts. Für die, die sich daran als Anbieter beteiligen, den Anschaffungspreis für einen zusätzlichen Router. Kommerzielle Partner, die sich das Angebot bezahlen lassen oder mit Reklameflächen verrechnen, bleiben außen vor.

Wie funktioniert das?

Über den Freifunk Rheinland, ein gemeinnütziger Verein, unter dessen Dach auch der Freifunk Siegerland aktiv ist, der als Provider auftritt und eine Software bereitstellt, die die Freifunk-Router miteinander vernetzt. Jeder, der mitmacht, entscheidet selbst, wie viel Bandbreite er für die Allgemeinheit bereitstellt und wie viel er für sich allein reserviert.

Warum entscheidet sich Hilchenbach für die bürgerschaftliche Initiative statt — wie andere Kommunen – für den kommerziellen Anbieter?

Einmal aus Kostengründen: Was Bürger selbst beisteuern, muss die Stadt nicht finanzieren. Dann aus rechtlichen Gründen: Die „Störerhaftung“, die beim Transport unerlaubter Inhalte greift, trifft die Stadt nicht. Und natürlich auch niemanden, der seinen eigenen Anschluss einbringt, betont Kyrillos Kaioglidis: Geschäftsleute zum Beispiel, die ihren Kunden den zusätzlichen Service bieten. Oder Vermieter und Gastronomen, die ihre Gäste mit Netzanschluss versorgen — sie müssen keine Abmahnung befürchten, wenn die ihnen nicht bekannten Mit-Nutzer das Netz missbrauchen. Wer auch immer sich ins Freifunk-Netz einloggt, schickt seine Daten in einen geschützten Tunnel — von außen identifizierbar ist am Ende nur die Freifunk-IP-Adresse.

Im Stadtentwicklungsausschuss nannte Kyrillos Kaioglidis die „soziale Komponente“ der Freifunk-Lösung. Wie sieht die aus?

Konkret denkt der Wirtschaftsförderer an Bewohner von Flüchtlingsunterkünften, die sich Internet gegen Bezahlung nicht leisten können, die Verbindung in die Heimat aber dringend brauchen. Oder an andere Einwohner, die kein großes Telekommunikations-Budget haben. Besonderer Charme des Angebots: Es gibt kein zeitliches Limit. Das, so Kaioglidis, werde in Siegen anders sein, wo die Stadt mit einer Werbefirma zusammenarbeitet: Da fliegen die Nutzer nach einer halben Stunde raus.

Wann geht’s los in Hilchenbach?

Für 3000 Euro können die beiden Vereine, dank Unterstützung der Stadtsparkasse, Router kaufen. In vier Wochen steht das Netz auf dem Marktplatz. Und dann kommt es darauf an, wie schnell die Hilchenbacher mitmachen.

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Steffen Schwab

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2015-05-06 11:00
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