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Wenn der Steinkauz ruft...

03.08.2008 | 17:22 Uhr
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EXKURSION. ...dann sind Gerd Böllerschen und die Naturdetektive mit dem Kassettenrekorder zur Stelle. Heute Abend geht's wieder auf Erkundungstour über die Bislicher Insel.

XANTEN. Gerd Böllerschen und seine Nabu-Kollegen dürfen sich doll auf die Schultern klopfen. 60 Steinkauzpärchen zählten sie im Jahr 2000. In diesem Jahr sind es schon 89 Pärchen. "Das ist ein richtig tolles Dankeschön für unsere Arbeit", sagt Gerd Böllerschen, Leiter der Nabu-Gruppe Xanten. Heute abend lädt er interessierte Kinder zur Steinkauzexkursion auf der Bislicher Insel ein.

Schon am vergangenen Montag tourten zehn kleine Naturdetektive und zwölf Erwachsene mit dem Steinkauz-Fachmann durch die Xantener Nacht, um den Steinkauz rufen zu hören. "Leider war er ein wenig antwortfaul", meinte Gerd Böllerschen. Richtig gesprächig ist er in der Balzzeit im Februar und März. Man braucht eben Mut und Durchhaltevermögen bei dieser Exkursion.

"Stopp, hier ist mein Gebiet"

Böllerschen lockt den Steinkauz mit seinem eigenen Ruf. "Und normalerweise antwortet er dann, weil er mich als Eindringling in sein Revier ansieht. Mit seinem Ruf sagt er mir dann: Stopp, hier ist mein Gebiet." Los geht die Exkursion um 21.30 Uhr und dauert rund eineinhalb Stunden. Erst gibt es eine Einführung am Naturforum Bislicher Insel mit einem kurzen Film, den Gerd Böllerschen und seine Kollegen selbst gedreht haben. "Und dann bringe ich Federn, Schädel und sonst was mit." Danach geht's in die Wildnis - aber nicht ohne Kasettenrekorder. "Wir wollen den Ruf des Steinkauzes ja aufnehmen, ein Verhör führen", sagt der Xantener Naturfan. Die Touren für Kinder mag Gerd Böllerschen besonders. "Sie sind immer so schnell zu begeistern", sagt er.

Wie er, wenn es um den Steinkauz geht. "Wir haben in diesem Jahr auch schon mehr Junge als im Vorjahr. 84 sind es dieses Mal." 140 Nistkästen an 70 Standorten hat die Nabu-Ortsgruppe Xanten bereits aufgehängt, bis auf 23 sind alle belegt. "Und fast 50 Prozent der Brut findet in unseren Kästen statt", freut sich Böllerschen. Langfristig hofft er, dass der Steinkauz wieder natürliche Höhlen findet. "Ihm fehlen die alten Obstbäume, aber wir pflanzen ja regelmäßig welche nach." Und vielleicht wird Xanten dann irgendwann ein Paradies für Steinkauze.

Die nächtliche Steinkauzexkursion ist gedacht für Kinder, die auch ihre Eltern und Großeltern mitbringen dürfen. Los geht es um 21.30 Uhr am Naturforum. Die Kinder benötigen festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung. Kosten: 5 Euro. Anmeldung beim Nabu erforderlich: Tel: 0281/16 47 787 oder per Mail:

Info@NABU-Wesel.de

DENISE LUDWIG

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