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22.02.2010 | 09:50 Uhr

Rheinberg. Die Bike 2010 in der Messe Niederrhein war ein Publikumsmagnet – allerdings gab's aus Reihen der Biker auch Kritik. Der Termin für die Bike 2010 – am Ende eines langen Winters und kurz vor Frühlingsbeginn – war nicht zufällig gewählt.

Der Termin für die Bike 2010 – am Ende eines langen Winters und kurz vor Frühlingsbeginn – war nicht zufällig gewählt. „Da können wir die neuesten Modelle vorstellen, anders als im September”, betonte Veranstalter Günther Zaluskowski.

Zur Neuauflage der Bike in der Messe Niederrhein indes gab's unterschiedliche Reaktionen: Zufriedene Stimmen, einen großen Andrang und das gewohnte Blitzlichtgewitter der Fans an den Ständen der Händler. Auf der anderen Seite äußerten aber viele Biker-Fans ihre Enttäuschung. Die wahren Profi-Biker, erkennbar an ihren schwarzen, ledernen Kutten, darauf ein Totenkopf oder in großen Lettern „Freeway Riders”, äußerten sich kritisch. „Es hat sich nicht gelohnt, zu kommen”, schimpften beispielsweise drei Biker aus Emmerich.

„Kleinhändler, die auch zu einer Bikermesse gehören, fehlen völlig”, klagten sie. „Der richtige Biker will schrauben.” Was soviel heißt wie: Er bastelt ständig an seiner Maschine. „Die soll ein Unikat sein – doch hier findet man nur die BMW-Rennmaschine und große Händler”, ärgerte sich ein anderer.

Das stimmte allerdings nicht so ganz: Zwar hatten die großen Händler aufgeboten, was neu am Markt war und fachsimpelten mit den Besuchern. Man entdeckte andererseits aber durchaus ausgebuffte Maschinen, tolle Umbauten, um die sich Männer mit strahlenden Augen versammelten. Auch Unikate fand der Besucher – Motorräder, bei denen nur der Motor vom Fließband kam.

Wie bei Willi Schel aus Hassels, Inhaber einer kleinen Motorradwerkstatt. Die aus Edelstahl gebaute Maschine mit sechs chromblitzenden Vergasern, einem Auspuff wie ein Ofenrohr, war der heimliche Höhepunkt der Messe. „Zehn Monate Arbeit stecken da drin, weitere zehn Monate warten noch”, verriet Willi Schel. Dann ist das Geschoss fertig. Zwei Tage und über 1000 Euro braucht ein TÜV-Ingenieur, um sie für den Verkehr zuzulassen. „Ein absolutes Unikat", sagt Schel. Und der Preis? „60.000 Euro muss die schon bringen." Sorge um Kaufinteressenten hat er nicht.

In einer Ecke der Halle konnte jeder „seine Alte” loswerden. Für eine kleine Standgebühr fanden sich günstige Angebote. Es konnte aber auch teuer werden: Ein Händler verlangte stolze 22000 Euro für eine 2000 Indian Chief, ein amerikanisches Glitzerstück. 115 PS stark, zehn Jahre alt, mit 14000 Kilometern auf dem Tacho. Sie stand neben einem Dodge von 1948. Der Wagen sollte 23950 Euro kosten. Rund ums Motorrad gab es alles, vom Helm über Lederklamotten bis zu organisierten Bikerreisen.

Am Tatoostand konnte man seinen Rücken verzieren lassen. Was fehlte, war ein gefüllter Parkplatz mit dicken Maschinen und fachsimpelnden Bikern. Ob sie das Wetter abhielt? Gestern um 11 Uhr belagerten lange Schlangen die Kassen, doch viele kamen im Anzug mit Schlips.

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Peter Bußmann

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