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Nur das Rathaus ist vorbildlich

06.10.2011 | 22:15 Uhr

Alpen. Seit 2009 gibt es in Alpen die Dorfwerkstatt für Senioren. Sie tagt halbjährlich, versteht sich als Beratungsgremium, um Verwaltung und Politik, so auch dem Rat, aufzuzeigen, wo etwas im Gemeindegebiet für Senioren im Argen liegt.

„Wir reden über alles: Ob ambulante oder stationäre Pflege, barrierefreies Umfeld in öffentlichen Gebäuden, im Straßenraum, behindertengerechten Umbau von Wohnungen oder über Patientenverfügung oder Betreuungsvollmacht“, sagt Karl-Heinz Theberath. Er ist einer aus dem Quartett, das gemeinsam die Dorfwerkstatt für Senioren leitet. Dazu gehören Karl Julius, Alfons Graefenstein und Karl-Heinz Kohl. Letzterer ist auch Vorsitzender der AG 60plus der Alpener Sozialdemokraten.

Signale für
Sehbehinderte fehlen

Am Donnerstag tagte die Dorfwerkstatt für Senioren erneut im Ratssaal, leider schlecht besucht. Dabei ging es um Themen, die für jeden älter werdenden Mitbürger von Interesse sein müssen. Wohnberatung und Infrastruktur standen auf der Tagesordnung. Gerade die seniorengerechte Gestaltung des öffentlichen Raumes sei ein Hauptanliegen, betonte Kohl, selbst Rollstuhlfahrer. Doch nicht nur an Senioren dachte man in der Sitzung: Auch an Blinde oder Sehbehinderte, Gehörlose oder Rollstuhlfahrer. In der Vergangenheit hatte man sogar die Schulen und Sportplätze in den Blick genommen. „Beim Sportstättenkonzept wurde die Barrierefreiheit überhaupt nicht berücksichtigt“, klagte Kohl. Positiv sah man den Neubau des Rathauses, bei dem viele Vorschläge umgesetzt wurden. So ist jetzt ein barrierefreier Zugang möglich, ein Aufzug lässt Ratssaal und Büros problemlos auch für alle Behinderten erreichen.

Es gäbe aber noch viele Schwachpunkte, bemerkte Kohl. Vielfach fänden Nutzer von Rollatoren Schwachpunkte, wo sie nicht weiter kommen. An der Ampel Lindenallee/Burgstraße fehlen akustischen Signale für Sehbehinderte, ein Blindenleitsystem wäre bei einigen neuen Pflasterarbeiten oft nicht eingearbeitet. Beim geplanten Bau des Ärztehauses solle man, so Kohl und Theberath, frühzeitig mit dem Investor die Forderungen der Barrierefreiheit erörtern. Theberath: „Am Ende muss die Baubehörde darauf achten, dass alles so gebaut wird, dass es keine Probleme für Senioren oder Behinderte gibt.“

Ratsfrau Angelika Sura war sich mit Theberath einig: „Wir brauchen eine exakte Bestandsaufnahme. Was muss sein? Da müssen wir Prioritäten setzen.“ Alles könne man nicht finanzieren, war man sich einig. Zeitnah müsse man sich unbedingt mit den Senioren- und Behindertenbeauftragten zusammen setzen. „Die bekommen hautnah die Probleme der Alpener in den einzelnen Ortsteilen mit.“

Auf Vieles hatte Kohl schon hingewiesen: Zum Beispiel auf fehlende Behindertentoiletten, die Schwierigkeit als Behinderter einen Bus zu besteigen. „Beim Bürgerbus ist es nicht möglich, Mobilitätshilfen mitzuführen.“

Peter Bußmann



Kommentare
07.10.2011
10:14
Nur das Rathaus ist vorbildlich
von halmhuber | #1

Ich möchte gerne den letzten Absatz kommentieren:
Es ist sehr wohl möglich, Mobilitätshilfen im Bürgerbus zu transportieren. Dies findet täglich mehrmals statt. Jeder Fahrer hilft den gehbeeinträchtigten Fahrgästen beim Ein- und Aussteigen. Im neuen Bürgerbus wurde sogar ein Extraplatz zur Befestigung von Rollatoren usw. eingerichtet.

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