Man sieht sich
06.09.2009 | 17:26 Uhr 2009-09-06T17:26:00+0200In der Rheinberger Stadthalle wurden die Kreiskulturtage eröffnet. Moerser Palette stellte Bilder aus - Konzert sorgte für Begeisterung.
Bereits vor Beginn der offiziellen Eröffnung hatten sich zahlreiche Gäste im Foyer der Rheinberger Stadthalle eingefunden. Dort hatten 13 Künstler der Moerser Palette 36 Bilder ausgestellt, dem Motto der Kreiskulturtage „Wir seh'n uns wieder” folgend.
Von gegenständlichen Motiven über Landschaften bis zum Abstrakten war alles dabei. „Das drückt alles zum Thema aus. Abschied, Sehnsucht, Hoffnung”, meinte Klaus Nowak, einer der Paletten-Hobbykünstler. Den Impuls zu der ungewöhnlichen Fusion von Malerei und Gesang hatte Hannelore Brandt gegeben, Mitglied des Frauenchors Witches of Pitches und Aktive bei der Palette. „Wir dachten, wir drehen den Spieß einmal um und begleiten das Konzert mit Bildern."
Solche Kooperation werde bei den Kreiskulturtagen groß geschrieben, unterstrich der stellvertretende Landrat des Kreises, Heinz Dams. Es sei eine pfiffige Mischung aus Kultur, Tanz, Comedy und bildender Kunst entwickelt worden. „So werden alle Facetten des modernen Lebens abgebildet.” Die Besucher zeigten sich von den Bildern angetan. Nur die Bildpreise, sie reichen von 200 bis 700 Euro, fanden Heide und Udo Becker aus Neukirchen recht teuer: „Aber Kabarett, Chor und Ausstellung für zehn Euro - für soviel Kultur zahlt man in Duisburg an einem Abend achtmal soviel.”
Nach der Ausstellungseröffnung strömten die Besucher in die Stadthalle, zu zwei Stunden mit großartigem Gesang und viel Humor. Für die Moderation des Abends zeichnete das Comedy-Duo „Ehepaar Prommenschenkel” aus dem Komma-Theater Rheinhausen verantwortlich. In ihrer Rolle als Ehepaar aus einer Zechensiedlung sorgten Jupp (Manfred Lemmen) und Gerda (Marlene Nelissen) mit eigenwilligen Ankündigungen der Songs für viele Lacher: „Ich weiß noch, wie ich rebelliert hab. Batikshirt am Baggerloch", witzelte Manfred Lemmen beim Song „Haare”.
Mit ihrem klaren, vielstimmigen Gesang sorgten die Witches of Pitches unter der Leitung von Liz Döring und Beate Bänsch für Begeisterung. Ob mit „Sing, sing, sing"oder dem zu Herzen gehenden „I believe I can fly" - das Publikum hatten sie schnell auf ihrer Seite. Trotzdem stahlen neun Herren im Anzug den Damen im ersten Konzertteil fast die Schau. Die Duisburger „Restroomsingers” unter der Leitung von Axel Quast sorgten mit hintergründigem Witz für Ovationen, ob sie nun bei „Der Speisezettel” alle möglichen Leckereien durcheinander besangen oder bei „Meines Großvaters Gebiss” das Klappern der dritten Zähne hörbar machten. Herausragend: die Solisten Klaus Hermann (Bass) und Jörg Ziemer (Tenor).
Als besondere Zugabe brachten die beiden Chöre dann unter den Glasgiebeln der Stadthalle mehrere Songs wie „The Lion sleeps tonight” oder „Happy together” zu Gehör. Die neue Kreis-Kulturbeauftrage Anja Schulte war mit dem Verlauf des Abends vollauf zufrieden: "Das war besser, als ich es vorher je gedacht hätte.
0mitdiskutieren