Habicht, hab' Acht vor dem Taubenzüchter!
07.01.2010 | 13:02 Uhr 2010-01-07T13:02:00+0100
Rheinberg. Ein Taubenzüchter aus Rheinberg hat versucht, unter Artenschutz stehende Habichte mit speziellen Fallen zu töten. Leider kein Einzelfall, wissen Vogelschützer. Deutschlandweit registrieren Vogelschützer jährlich mehr als 400 getötete Greifvögel.
Mit dem Besuch einer Streifenwagenbesatzung begann das neue Jahr für einen Taubenzüchter in Rheinberg-Vierbaum. Nachdem das Komitee gegen den Vogelmord bei einem Kontrollgang auf eine illegale Habichtfalle aufmerksam geworden war, alarmierten die Tierschützer die Polizei.
„Schon im Mai 2008 riefen uns Anwohner an und erzählten von der Falle”, erklärt Axel Hirschfeld, Sprecher des Komitees. Das eingeleitete Strafverfahren wurde eingestellt: „Es war keine Ködertaube in der Falle”, so Hirschfeld. „Er hatte nochmal Glück.”
Mehr als 400 tote Tiere
Wäre dies nicht der Fall gewesen, hätten die beiden halbkreisförmigen Klauen der Falle in dem Moment zugeschnappt, in dem der hungrige Vogel die Beute erreicht hätte. Meist unversehrt, sitzen die Tiere dann in einem runden Käfig. Vermutlich hätte der Vogelfänger ihm daraufhin das Genick gebrochen.
Um solche Szenarien künftig zu vermeiden, steht das zweite Strafverfahren an, und diesmal scheint die Beweislage eindeutig: Beamten fanden einen lebenden Köder. „Er wird eine saftige Geldstraße bekommen”, mutmaßt Hirschfeld. Negativ könnte sich auswirken, dass der Vogelfänger uneinsichtig gewesen sei.
Habichte und weitere Greifvogelarten werden immer seltener. Daher verbietet das Naturschutzgesetz das Fangen und Töten der Tiere. Maximal fünf Jahre Freiheitsstrafe erwartet Vogelfänger. Besonders Jäger und Taubenzüchter missachten die Gesetzeslage. „Über 400 tote Tiere hatten wir in den letzten fünf Jahren deutschlandweit”, bedauert Hirschberg. Und das sei erst „die Spitze des Eisbgergs”.
Aus Hass sei "jedes Mittel recht"
Grund für die Tötung: Die Greifvögel könnten Tauben oder Rebhühner schlagen. Aus Hass sei „jedes Mittel recht”. Auch Finanzielle: Denn die Lebendfallen sind für 300 bis 400 Euro legal zu haben. „Es gibt ein Anwendungsverbot, aber kein Besitz- oder Vermarktungsverbot”, erklärt Hirschfeld die absurde Gesetzeslage.
Die Jagd auf die Vogelfänger sei schwierig: In den vergangenen zwei Jahren hätten sie zwar ein Dutzend ausmachen können. „Ein Großteil wird aber nicht erwischt”. Denn wer Fallen in uneinsichtigem Privatbesitz aufstellt, wird selten entdeckt. Besonders im Winter, wenn die Nahrung knapp ist, reagieren die Vögel vermehrt auf die Köder, die sie aus Instinkt „normalerweise vermeiden” würden.
Auch vergiftete Fleischköder werden häufig eingesetzt. Wer daher verdächtige Fallen oder tote Tiere findet, sollte dies der Polizei melden.
15:16
Würde mich schon mal interessieren wer das in Vierbaum gewesen ist
09:43
Die Ausbreitung des Jagdbetriebes über die gesamte Erde haben viele Säugetiere, Vögel und Reptilien nicht oder nur in Restbeständen überlebt. Tierarten, die begehrte Jagdtrophäen oder hochbezahlte Produkte lieferten, wurden besonders hartnäckig verfolgt. Jäger behaupten gern, daß Beutegreifer wie Fuchs, Marder, Dachs und Raubvögel den Bestand an rückläufigen und seltenen Arten wie Hase, Rebhuhn, Auer- und Birkhuhn gefährden und daher bejagt werden müssen. Aber in keinem Ökosystem gefährden Raubtiere den Bestand ihrer Beutetiere. Tierarten oder -unterarten, deren Lebensräume durch die Landnutzung des Menschen großflächig zerstört wurden, geraten durch die Bejagung besonders schnell an den Rand der Ausrottung. Zwölf Prozent der Arten der Roten Listen gefährdeter Tierarten sind durch direkte Verfolgung in ihrem Bestand gefährdet.
08:43
Jäger und ihre Verbündeten haben und sind eine grosse Lobby,die den Menschen etwas vorgauckeln um ihrem Hobby das Töten von Tieren Legalität zu vermitteln, dabei ist und bleibt es MORD und gehört bestraft und abgeschafft.
07:32
ACHTUNG! Das WDR-Fernsehen bringt demnächst einen Beitrag zu einem aktuellen Fall der illegalen Greifvogelverfolgung durch Taubenzüchter und Hobbyjäger aus Rheinberg! ! ! ! SENDEHINWEISE BEACHTEN!
22:57
Was ich nicht verstehe: Der Typ in dem Artikel ist Wiederholungstäter, es wurde schon einmal gegen ihn ermittelt. Das erste Verfahren wurde eingestellt, OK. Er hat aber nix draus gelernt und den ersten Warnschuss nicht verstanden. Höchststrafe ist laut Artikel 5 Jahre. Warum nur wieder Geldstrafe? Verknackt den doch mal zu 5 Jahren, um mal ein Exempel zu statuieren. Ich bin mir sicher dass die anderen noch am selben Tag ihre Fallen und Köder einsammeln werden...
20:12
Ein Danke an das Komitee !!
Es ist eine Riesensauerei, was sich hierzulande eine bestimmte Klasse unserer Gesellschaft herausnimmt, ich meine die Jägerschaft.
Es werden Rebhühner, Fasane etc. extra für die Jagd auf Wald und Feld gezüchtet, Futterstellen im Wald werden angelegt, um die Population zu steigern und dann werden sie unter Jagdhorn-blaskapellmusik abgeschossen; so gehts auch den Wildschweinen, den Füchsen, den Hasen, den Vögeln etc. allein zu diesem Tatbestand kann ich nur fragen:
Wie pervers ist das denn !?!
Nun kommen die bösen Greifvögel, übrigens ganzjährig geschützt, und klauen den armen Jägern die Beute !
Welche Dreistigkeit der Greifvögel.
Tausende von jungen Bussarden, Habichten, Falken etc. werden jedes Jahr in Deutschland illegal geschossen, illegal gefangen oder verenden elendig in den diversen Fallen der Jäger, Tierzüchter oder anderen Klientel.
Hier gehört die Bevölkerung aufgerufen, dem illegalen Treiben dieser elitären Bevölkerungsschicht, die sich einfach über das Gesetz stellt, ein Ende zu setzen durch vielfältige Aktionen, es reicht, z.B. mit einem anderen Blick durch Wald und Feld spazierenzugehen, auf verletzte oder tote Greifvögel zu achten, evt. Fallen bei den Behörden zu melden, in den Dialog mit vermeintlichen Jägern und Großgrundbesitzern zu treten, nenne ich nur als Beispiele für einen Beitrag zu einer faireren Gesellschaft.
16:40
In Orsoy ist kürzlich ein Hund an einem vergifteten Köder verendet. Mindestens ein weiterer fraß auch davon, konnte aber gerettet werden. Ob das auch das Werk eines solch verwirrten Geistes war, weiß ich nicht, doch es ist wirklich zum Verzweifeln, dass es Menschen gibt, die sich nicht zu dämlich sind, um ihren Frust an den Schwächsten auszulassen. Ein argloses Tier zu vergiften und damit unbekannten Haltern Wut, Verzweiflung und die Angst vor weiteren Anschlägen aufzubürden ist ein Verbrechen!
Ob das nun auch ein Greifvogelhasser war oder nicht. Jemand der mit viel Einsatz und Ideenreichtum dafür sorgt, dass ein Tier, das sonst kein Mensch als Schädling oder lästig wahrnimmt - ganz im Gegenteil, das von vielen bewundert und viel zu selten gesehen wird - sterben muss, dann sollte gegen diesen Menschen ermittelt werden. So jemand darf nicht die Gelegenheit bekommen das zu wiederholen.
Die Arbeit des Komitees war mir bislang nicht bekannt. Doch ich bin von dem Engagement und dem Vorgehen der Mitglieder sehr angetan!!