Flexibilität ist gefragt
23.02.2010 | 17:35 Uhr 2010-02-23T17:35:00+0100Rheinberg/Kreis Wesel. Der Niederrheiner gilt als bodenständig und heimatverbunden. Nun ist gerade in wirtschaftlich wenig rosigen Zeiten Flexibilität gefragt. Grund genug für ein Berliner Unternehmen, bei der 2. Bildungsmesse von hiesiger Agentur für Arbeit und Arge dabei zu sein.
Der Niederrheiner gilt als bodenständig und heimatverbunden. Nun ist gerade in wirtschaftlich wenig rosigen Zeiten Flexibilität gefragt. Grund genug für ein Berliner Unternehmen, bei der 2. Bildungsmesse von hiesiger Agentur für Arbeit und Arge dabei zu sein.
25 Aussteller waren auf der Messe präsent, Trainico aus Berlin ist der einzige Anbieter von Weiterbildungsmaßnahmen, der nicht aus der unmittelbaren Umgebung stammt. Das Unternehmen bildet Arbeitslose für Flughäfen, unter anderem in den Berufen Luftverkehrskaufmann, Flugzeugbauer und Flugbegleiter aus.
Kräftemangel am Flughafen
Kräftemangel am Flughafen, von wegen Traumberuf. „Die Hemmschwelle ist sehr groß”, sagt Trainico-Jobmanager Peter Leister. Viele glaubten, Flughafenmitarbeiter seien gottähnlich, ein solcher Beruf unerreichbar. „Dabei gibt es sehr viele Menschen, die sich für einen solchen Job eignen.”
Eine solche Weiterbildung dauert bis zu 28 Monate und läuft in Berlin sowie an anderen deutschen Flughäfen. Wer die Umschulung gemeistert hat, kommt möglicherweise am neu entstehenden Großflughafen Berlin/Brandenburg zum Einsatz. Dort würden viele Menschen gebraucht und das Berliner Umland sei nahezu abgegrast.
Glaubt man den Veranstaltern Agentur für Arbeit und Arge, hat die Bildungsmesse Erfolg. Zu Spitzenzeiten drängten sich Dutzende Menschen zeitgleich durch die Stadthalle. Christiane Artz, stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsleitung der Arbeitsagentur, betont die Wichtigkeit von Weiterbildung: „Ein Drittel der Arbeitslosen sind ungelernt. Und es werden immer weniger Jobs für diese Klientel angeboten.” Weiterbildung sei daher sehr wichtig, „damit der Zug nicht ohne sie abfährt”. Die Vermittlungsquote in den Arbeitsmarkt von 50 Prozent (siehe Kasten auf Seite 1) spreche zudem für sich.
Welche Berufe sind besonders nachgefragt? „Der Beruf des Altenpflegers hat große Perspektive”, sagt Artz. Es würden aber auch Schweißer und Mechaniker gesucht. Viele Weiterbildungsmaßnahmen werden in den genannten drei Bereichen angeboten.
Stapelweise Infomaterial
Zurück in den Saal: Die Besucher tragen neben allerlei Werbegeschenken und Süßigkeiten auch stapelweise Infomaterial nach Hause. Zudem laufen viele Beratungsgespräche. Bei den Männern und Frauen schwingt die Hoffnung mit, bei der 3. Bildungsmesse im kommenden Jahr nicht dabei zu sein. Sondern bis dahin eine Weiterbildung zu machen oder idealerweise einen Arbeitsplatz gefunden zu haben.
In Sachen Bodenständigkeit hat Peter Leister noch einen Tipp: „Weeze hat auch einen Flughafen.” Das heißt, ein Niederrheiner muss nicht zwingend weit weg. Auch wenn er seinen neuen Job etwa in einem Flugzeug oder auf einem Airport antritt. . .
Hintergrund
Fünf Millionen Euro gibt die Arge im Kreis Wesel jährlich für Weiterbildungsmaßnahmen aus. Die für die Kreise Kleve und Wesel zuständige Agentur für Arbeit sieben Millionen. 1000 Arbeitslose nehmen jährlich an Weiterbildungsmaßnahmen teil. Vermittlungsquote in den Arbeitsmarkt laut Arge: 50 Prozent. Von den 18 000 hiesigen Arbeitslosen wurden die 2300 eingeladen, bei denen die Chance auf eine erfolgreich abgeschlossene Maßnahme am größten ist.
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