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Der Vater der Einheit

17.11.2009 | 17:54 Uhr
Der Vater der Einheit

Alpen. Alpen wird 40. Ohne Gemeindedirektor Franz Sevens wäre die Gemeinde 1974 wohl zerschlagen worden.

Er hört es nicht gerne und doch immer wieder: „Ohne Franz Sevens wäre die Gemeinde Alpen zerschlagen worden.” Allerdings ist sehr viel dran an der Legende um den 82-jährigen Verwaltungsfachmann aus Kleve, der 1962 nach Alpen gekommen war. Er hatte das richtige Gespür, damals vor 40 Jahren.

Vor der freiwilligen Neugliederung 1969 hatte das Amt Alpen-Veen aus den Gemeinden Menzelen, Alpen, Veen und Birten bestanden. Alpen tauchte in der Liste der Grundversorgungszentren trotz der Einwohnerzahl von mehr als 10 000 nicht auf. „Das wurde dann geändert, warum wir nicht dort auftauchen, ist heute nicht mehr herauszufinden”, sagt er. Sevens äußerte damals die Befürchtung, die Gemeinde könne durch die kommunale Neugliederung 1974 auseinandergerissen werden: „Rheinberg wollte Drüpt und Alpen, Xanten wollte Birten und Wesel war an Menzelen interessiert. Wir mussten reagieren.”

"Ich wollte ein einstimmiges Ergebnis"

Die Lösung war ein Zusammenschluss zur Gemeinde Alpen. Der Gemeindedirektor klapperte die Gemeinderäte ab. „Ich wollte ein einstimmiges Ergebnis.” Das bekam er dann auch. Man suchte in Abstimmung mit dem einzigen Skeptiker, der Veen gerne in Xanten gesehen hätte, einen Termin aus, an dem dieser verhindert war. Das Ergebnis war einstimmig, die Gemeinde Alpen mit den Ortsteilen Veen, Menzelen, Alpen und Bönninghardt geboren. Birten hatte der Verwaltungschef an Xanten abgetreten. Sie hätten sich einfach mehr zu Xanten hingezogen gefühlt, sagt er.

Am 1. Juli 1969 trat die Neugliederung in Kraft, Sevens war der starke Mann im Rathaus. Stolz ist er auf einen Passus in den damals aufgesetzten Verträgen: „Die Neugliederung entspricht den Zielen der Landesplanung”, hatte darin gestanden, ebenso: „Der Gemeindedirektor wird beauftragt, alles zu tun, um die Gemeinde zu erhalten.”

Seit Mitte '69 war Sevens mehr in Düsseldorf denn im hiesigen Rathaus anzutreffen. Der CDU-Mann warb für Alpen, unter anderem bei den entsprechenden Sachbearbeitern der Landesverwaltung und auch in den Fraktionen des Landtages. „Ich hatte eine Delegation aus Düsseldorf eingeladen. Sie sahen sich die vielen neuen Geschäfte und auch die frisch ausgewiesenen Baugebiete an”, erklärt er.

Die Herren muss das beeindruckt haben, denn bei der Gebietsreform 1974 war von einer Aufteilung der Gemeinde keine Rede mehr. Sevens blieb der Gemeinde bis zu seiner Pensionierung treu. Als seinen Nachfolger hatte er Willi Jansen aufgebaut, der löste ihn als Gemeindedirektor ab, übernahm nach dem Wegfall der Doppelspitze auch das Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters. Auf Willi Jansen folgte der heutige Bürgermeister Thomas Ahls.

Ohne Sevens wäre Alpen vielleicht nichts selbstständig

Senior Sevens mag sich gar nicht vorstellen, wäre Alpen nicht mehr selbstständig. „Ein Schwimmbad und die Realschule hätten wir dann sicher nicht. Die Kinder müssten per Bus in Schulen nach Rheinberg oder Xanten fahren.”

Zur Feierstunde in der „Burgschänke” ist Franz Sevens selbstverständlich eingeladen. Nur reden möchte der Vater der Einheit nicht. Das sollen andere tun. Thomas Ahls wird ihn gebührend ehren. Auch wenn der das nicht so gerne hört. . .

Die Feierstunde beginnt am Freitag, 27. November, um 17 Uhr in der Gaststätte „Burgschänke”, Burgstraße 34

Daniel Cnotka



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