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Wendener Hütte

Alte Technik

11.04.2012 | 16:18 Uhr
Alte Technik
Ostermontag wurde die neue Saison des Museums Wendener Hütte sowie die neue Ausstellung „Tüftler, Knappen, Heinzelmännche“ eröffnet. Von links:: Bürgermeister Peter Brüser, Vorsitzender des Museumsvereins, Dipl.-Ing. Carsten Trojan, Museumsleiterin Monika Löcken sowie die Band „Anders Akustisch“, die den musikalischen Rahmen gestaltete.

Wendenerhütte. (beng) Was ist eine Wassersäulenmaschine und wofür wird sie gebraucht? Diese Fragen beantwortet das Museum Wendener Hütte mit einem 3D-Film.

Carl Ludwig Althans (1788 - 1864), einer der angesehensten Ingenieure seiner Zeit, entwickelte diese Wassersäulenmaschine, die sich durch einen hohen Wirkungsgrad von rund 80 Prozent, einen besonders gleichmäßigen Lauf, einen geringen Wartungsaufwand und eine optimale Ausnutzung auch bei geringem Wassergefälle auszeichnete. Eine dieser Maschinen wurde 1840 in der Grube Guldenhardt bei Herdorf in Betrieb genommen, die mit ihrem manganhaltigen Spateisenstein die wichtigste Rohstoffbasis der Wendener Hütte darstellte.

Im Rahmen der Ausstellung „Tüftler, Knappen, Heinzelmännchen“ zeigt das Museum Wendener Hütte nun einen einmaligen Film, der die Maschine erlebbar macht. Der Diplom-Ingenieur und Architekt Carsten Trojan aus Wilnsdorf hat auf der Grundlage von Originalplänen ein 3D-Modell entwickelt und anschließend animiert.

Herausgekommen ist ein vierminütiger Streifen, der diese längst verschütt gegangene, aber nichts desto weniger beachtenswerte Technologie auferstehen lässt und „eine Herangehensweise an Technik zeigt, die ebenso faszinierend wie zeitgemäß ist“, so Museumsleiterin Monika Löcken bei der Ausstellungseröffnung am Ostermontag.

Funktionstüchtige Wassersäulenmaschinen gibt es heute indes keine mehr. Im Deutschen Bergbaumuseum in Bochum sowie im Deutschen Museum in München befindet sich jeweils eine originale Wassersäulenmaschine von Georg Friedrich von Reichenbach.

Faszinierend sind ebenso die weiteren Inhalte der neuen Ausstellung im Museum Wendener Hütte, die bis zum 31. Oktober zu sehen ist. So entführt ein aus Papierwebmatten aufgeschichteter Kubus „unter Tage“, lässt die Atmosphäre im schalltoten Raum Wirklichkeit werden.

Die obere Etage des Museums ist den Zwergen und Heinzelmännchen vorgehalten, die ihren wahren Hintergrund in der frühen Industrialisierung finden.

„Heinzenkunst hießen die Maschinen, die zum Heben von Grubenwasser dienten. Daraus entwickelten sich die Heinzelmännchen, die des Nachts bei der Arbeit helfen“, schlug Monika Löcken einen Bogen von der Technik zu den Mythen und Sagen aus der Welt der Zwerge, „die den Unterhaltungswert der Ausstellung für Groß und Klein steigern“.

„Heinzelmännchen gibt es heute noch“, begrüßte Peter Brüser im Namen des Museumsvereins die zahlreichen Gäste zur offiziellen Eröffnung der Saison wie der Ausstellung. So habe man im vergangenen Jahr Spenden in Höhe von 3500 Euro erhalten. Und auch der Museumsverein habe Heinzelmännchen in den eigenen Reihen: Nach etlichen Versuchen aus unterschiedlichen Richtungen hätten die Hausmeister Ralf Gosebruch und Alfons Breuer den Blasebalg im Hammerwerk endlich zum Laufen gebracht.

In diesem Jahr hat der Förderverein den Ausbau des Museums-Wanderweges auf dem Plan (Kosten 8000 Euro). Außerdem soll der Obergaben vom Schlamm befreit werden.



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