Spardebatte muss fair bleiben
20.02.2010 | 06:59 Uhr 2010-02-20T06:59:00+0100Es liegt in der Natur der Sache, dass sich die Opposition in Sachen Streichkonzert schneller und lautstärker zu Wort meldet als die Regierenden. Sie hat nichts zu entscheiden und somit nichts zu verlieren. Das ist bei SPD, FDP und Grünen anders.
Sie tragen die Verantwortung, ihre Kompromisse füllen am Ende die Giftliste. Aber es wird Zeit, hinterm Zaun hervorzukrabbeln. Am Wochenende geht's in Klausur, danach müssen die Prioritäten auf den Tisch. Je länger die Ampel zaudert, desto unwahrscheinlicher wird ein fairer und ideologiefreier Schnitt für ein lebenswertes Moers. Die Kultur-Lobby lässt schon die Muskeln spielen.
Keine Frage, kulturelle Schätze wie die Musikschule, das Schlosstheater, das Jazz-Festival oder Comedy Arts sind nicht nur so genannte weiche Standortfaktoren. Sie gehören zur Moerser Seele. Deshalb ist es verständlich, dass sich auch Politiker reflexartig davorwerfen und an einer, sicher wertvollen, Podiumsdiskussion beteiligen. Ob dadurch in der Fraktion eine faire Debatte quer über alle Bereiche möglich bleibt, darf bezweifelt werden. Sollte es stimmen, wie CDU- Fraktionschef Rudatsch behauptet, dass die Kulturschaffenden schon Tage vor dem Offenbarungseid die Sparzahlen kannten, hätte dies Geschmäckle. Anders gesagt: Fragen Sie mal die SPD-Sozial- und Bildungspolitiker, was Sie von der Positionierung ihrer Kollegen halten. Der erste Ärger ist da.
Absolute Ehrlichkeit ist nötig
Dabei ist absolute Ehrlichkeit nötig. Bevor Theater gegen Kindergarten und Schwimmbad gegen Straße positioniert werden, müssen deren Protagonisten erstmal in ihre eigenen Bereiche hineinleuchten und sagen, wo die Schmerzgrenze wirklich erreicht ist. Die Kunst der Politik ist es, die nicht eben forsche Rasenmäher-Taktik des Kämmerers in gezielte Einsparungen umzumünzen.
Das geht nicht ohne Schmerzen. Wer angesichts des Horror-Defizits von 45 Millionen Euro einen Effekt erzielen will, der muss auch die eine oder andere Kuh schlachten. Alle irgendwie ein bisschen zu belasten, richtet im Einzelfall mehr Schaden an, als es hilft. Nicht nur in der Kultur.
13:32
Sie appelieren an die Fairness der Opposition und pochen ( richtigerweise ) auf absolute Ehrlichkeit...
Unser Bürgermeister hat bereits mehrmals gezeigt, dass Ehrlichkeit nicht sein Ding ist.
Bäder in Rheinkamp
Eishalle
ein Haushaltsdefizit der gaaaanz überraschend kurz nach der Wahl festgestellt wird.
Es fällt mir schwer zu glauben, dass bei diesem rücksichtslosen Bürgermeister absolute Ehrlichkeit zu erwarten ist.
21:22
Zitate können immer in schwierigen Situationen helfen:
„Ich sage, baut einen Puffer auf. Macht das wie ein Hamster, und spart ein paar Nüsse an.“
Peer Steinbrück.
19:32
Richtig erkannt, dass es nicht ohne Schmerzen geht. Daher ein kleines Zitat von Friedich des Großen:
Die Musen verlangen, das der Fuß des Parnaß von dem Paktolus benetzt wird. Erst muß man etwas zum leben haben, ehe man unterrichten und frei denken kann.