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Note eins für die Altenheimat

05.01.2010 | 16:52 Uhr

Neukirchen-Vluyn. Es ist zwölf Uhr. Margarete Rennmann (79), Ernst Elsner und Ricarda Ackermann lassen es sich schmecken. Es gibt Backfisch mit Remoulade oder wahlweise Frikadellen mit Kartoffeln und Bohnensalat in der Altenheimat am Klotzfeld.

„Es schmeckt alles lecker. Ich bin ja froh, dass es so was gibt”, gibt Margarete Rennmann vom betreuten Wohnen dem Küchenteam des Seniorenheims gute Noten. Die anderen nicken. „Es ist ein bisschen wie im Hotel.”

Bestnoten gab es jedoch auch von berufener Stelle. Der „gefürchtete” Medizinische Dienst besuchte das Haus im August und vergab jetzt unterm Strich die Note 1,1. Was angesichts schlimmster Heim-Kritiken andernorts auch gut für den Ruf der Stadt sein dürfte.

Jedes Heim ein Mal pro Jahr

Prüfungen gab es immer schon. Aber seit 2009 soll der Medizinische Dienst der Krankenversicherung Nordrhein per Gesetz jedes Altenheim ein Mal pro Jahr besuchen, um Schulnoten zu vergeben und diese auch zu veröffentlichen. Was allerdings noch nicht vollständig umgesetzt wurde. Auch einige Heime in der Region warten noch auf die Prüfer. Sie stehen unangemeldet auf der Matte: „Da heißt es, cool zu bleiben”, schildert Leiter Axel Loobes. „Ich musste unseren Pflegedienst-Leiter aus dem Urlaub rufen. Schließlich verlangten die Prüfer umgehend sämtliche Unterlagen.”

Im Zufallsverfahren wurden zehn von 98 Bewohnern ausgewählt, die die Prüfer dann unter vier Augen befragten. 82 Kriterien klopften sie ab. Themen waren die Pflege und die medizinische Versorgung, der Umgang mit Dementen, die soziale Betreuung und Alltagsgestaltung sowie Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene.

Höflichkeit des Personals

Abgeklopft wurden auch Fragen nach Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien, Höflichkeit des Personals, Veränderungen nach Beschwerden oder nach der Erfüllung von Wünschen für die individuelle Körperpflege. Auch der Speiseplan stand zur Debatte, ebenso der Umgang mit Bewohnern, die dement seien.

„Das System wird teilweise auch kritisch hinterfragt”, berichtet Loobes. So könne der Computer einen sehr zufriedenen Bewohner, aber auch einen besonders kritischen Geist herauspicken. Auch habe für ihn, Loobes, die Frage nach der jahreszeitlichen Dekoration im Heim weniger Aussagekraft. „In jedem Haus steht wohl ein Tannenbaum.” Ob die Wäsche schnell, vollständig und ordentlich gebügelt zum Bewohner zurückkomme, sei da schon wichtiger. Grundsätzlich sei die Prüfung jedoch in einer sehr angenehmen Atmosphäre verlaufen. Nach sieben Stunden, um 16 Uhr, war die strenge Prüfung beendet.

Die Altenheimat am Klotzfeld ist ein Haus der Grafschafter Diakonie. Viel zu befürchten hatte man dort wahrscheinlich nicht. Denn jedes Jahr – und das seit 1999 – lassen Loobes und sein Team von einem externen Institut die Bewohner, Angehörigen und Mitarbeiter anonym befragen. Von Jahr zu Jahr verbessere man die Leistung so.

So ganz cool war der Chef des Hauses bei der Prüfung dann doch nicht. „Ich war so aufgeregt, dass ich aus Versehen zwei Prüfer in unserer Bibliothek eingeschlossen habe”, berichtet Loobes schmunzelnd. „Ich bin 'rausgegangen und hab' vor lauter Hektik abgeschlossen.”

Klara Helmes

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Kommentare
24.11.2009
12:11
Note eins für die Altenheimat
von anhalter81 | #1

Sehr gute Sache...finde es Klasse das es in Hagen auch Unternehmen gibt, die während der Wirtschaftskrise gute Nachrichten verbreiten

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