Moers-Festival vor dem Bruch mit Michalke
25.02.2010 | 13:50 Uhr 2010-02-25T13:50:00+0100
Moers. Er wolle nicht drohen, so Moers-Festival-Leiter Reiner Michalke am Telefon, „schon gar nicht mit Rücktritt. Es gibt nichts, von dem ich zurücktreten könnte. Schließlich endet mein Job hier im Mai.” Wortakrobatik. Er kritisiert, dass man nicht bei der Infrastruktur des Festivals kürzen wolle.
Eine wie auch immer gestaltete Vertragsverlängerung ist für Moers-Festival-Leiter Reiner Michalke offenbar in weite Ferne gerückt. Dass es hinter den Kulissen zwischen Michalke und der Geschäftsführung der Kultur GmbH schon länger heftig brodelt, ist in einer Erklärung zu lesen, die Michalke jetzt auf der nicht-öffentlichen Aufsichtsratssitzung der Kultur GmbH vortrug.
Vorwurf gegen Festival-Geschäftsführung
Darin kritisiert Michalke unter dem Eindruck der Haushaltslage keineswegs den Zwang zum Sparen. Um so schwerer wiegt sein Vorwurf gegen die Festival-Geschäftsführung, die ausschließlich im künstlerischen und technischen Bereich und nicht bei der Infrastruktur der Veranstaltung kürzen wolle. „Solange die Geschäftsführung weder bereit ist, signifikante Einsparungen bei den Infrastrukturkosten vorzunehmen, noch einen alternativen Standort in Erwägung zieht, wird sich der finanzielle Druck unweigerlich auf den künstlerischen Inhalt konzentrieren”, schreibt Michalke in seiner Erklärung, die der Redaktion vorliegt. „Diese Perspektive kann für mich als künstlerischem Leiter nicht befriedigend sein.” Von den 1,1 Millionen Euro Gesamtkosten des Festivals entfallen nur etwa 400 000 Euro auf den künstlerischen Bereich.
Dazu habe die Geschäftsführung sich nicht um neue zusätzliche Einnahmen bemüht, schreibt der Künstlerische Leiter des Moers Festivals, Reiner Michalke, weiter, beispielsweise um ein von ihm angeregtes attraktives Sponsorenkonzept. Als wäre dies alles noch nicht genug, soll die Geschäftsführung dem Vernehmen nach den Beitrag des WDR für den Programmerwerb vom Moers Festival 2009 erst in diesem Jahr abgerufen haben – möglicherweise zu spät. Ob das Geld dadurch ganz verloren geht, wird in diesen Tagen geklärt. Über die weitere Zusammenarbeit verhandle man derzeit, heißt es auf Anfrage beim Sender.
In Reiner Michalkes Erklärung heißt es weiter: „Ich schätze dieses Festival außerordentlich. Deshalb stelle ich das Wohl und die Zukunft des Festivals vor meine persönlichen Belange und möchte den Weg frei machen für eine unbelastete Diskussion ohne Rücksicht auf Personen.”
Unsichere Zukunft
„Mir geht's ums Festival. Ich will keine Debatte um mich, ich will ein klares Votum”, so Michalke gegenüber der NRZ. Gleichwohl sei er aufgrund der für ihn unsicheren Zukunft gezwungen, sich nach neuen Aufgaben umzusehen. „Mir liegt ein anderes Angebot aus dem kulturpolitischen Bereich vor”, so der Noch-Festivalleiter. Er fordere nicht den Rücktritt von Kultur GmbH-Geschäftsführer Worgul, „aber der braucht einen anderen Auftrag.”
Aufsichtsratsvorsitzende Carmen Weist: „Für mich war das keine Rücktrittsandrohung. Da ist Bereitschaft zur Einigung da. Wir müssen jetzt Hausaufgaben machen und die Zeit nutzen. Die notwendige Diskussion muss geführt werden – aber nicht öffentlich.”
14:14
Das Festival hat Moers international bekannt gemacht. Wird es abgeschafft versinkt Moers in provinzieller Bedeutungslosigkeit. Genauso provinziell, wie einige der hier zu lesenden Kommentare.
MFG
(seit 1983 regelmässig dabei)
13:18
Recht hat sie die Claudia. Es gibt eben Menschen die haben ihren Kopf nur dazu um damit ab und zu mal zum Friseur zu gehen.
Wenn Kultur stirbt, stirbt damit ein Teil der Gesellschaft. Ein Ende des Festivals hätte katastrophale Folgen für die Stadt. Es muss alles getan werden damit auch in Zukunft dieses herausragende Musikereignis stattfinden kann.
MfG
(ein Besucher der seit 25 Jahren zum Festival kommt)
22:40
Falls diese anonymen Kommentare tatsächlich Moers in seiner ganzen Urbanität und Vitalität repräsentieren sollten, sollten denkende Menschen ihre Beine unter den Arm nehmen und dieses Pflaster meiden.
20:24
Weg mit den Drogen,Müll und Kravallo Festival das braucht in der heutigen Zeit keiner mehr.
18:20
Hoffentlich ist dieses jährliche lärmende stinkende Müllfestival bald zu Ende. So etwas braucht kein Moerser !
12:51
Was sich nicht selber finanzieren kann gehört eh abgeschafft.
11:15
Ich hoffe mit Carmen Weist, dass der Aufsichtsrat seine Hausaufgaben endlich macht und Aufgaben konkret verteilt. Die Geschäftsführung muss endlich konkrete Einsparvorschläge im Festivalumfeld machen. Posten wie der Händlermarkt, die Zaunanlage und der Wachdienst müssen genauso auf den Prüfstand, wie die hohen Kosten, die die SBM dem Festival jährlich in Rechnung stellt. Erst wenn das abgearbeitet ist, darf man beginnen, künstlerische Inhalte des Festivals zu beschneiden. Ein Abgang von Reiner Michalke in der jetzigen, angespannten Situation würde das Festival in seiner Substanz gefährden, denn wer will schon seinen Stuhl übernehmen, bei einer völlig ungesicherten Zukunft des Festivals.
09:41
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07:13
Soll er doch gehen. Dann ist endlich Schluss mit dem Unrat im Park. Dieser Jazz diente doch nur dem Ego von, du Weist schon wer. Der Moerser will das Festival nicht, schon gar nicht für diesen Preis.
23:24
nee ne, das ist wirkliche keine drohung: entweder bis 4.3. vertrag oder ich gehe.
was dann? eine friedensangebot? oder erpressung?