Linke wollen Heizstrahler verbieten
14.01.2010 | 20:41 Uhr 2010-01-14T20:41:00+0100Moers. Neue Sondernutzungsverordnung für Außengastronomie schreibt nur die Farbe vor, Kaenders möchte Umwelt schützen.
Es ist Januar, der Schnee bleibt weiß und die Luft richtig frostig. Trotzdem schmeckt der Cappuccino auf den Terassen und Außenanlagen der Moerser Cafes´, Kneipen und Restaurants. Mit Jacke lässt sich's gut aushalten, eine Mütze ist nicht nötig und manches Gesicht wird sogar ein wenig rot: Heizstrahler machen es möglich.
Ein umstrittener Luxus, der vielerorten die Umweltschützer auf den Plan ruft. Laut neuer Sondernutzungsverordnung sollen sie erlaubt sein, lediglich die Form und Farbe sind festgelegt. Weiß oder Edelstahl. Die Linken schlagen Umwelt-Alarm. Gabriele Kaenders: „Die Verwaltung muss prüfen, ob ein Verbot möglich ist.”
Dabei stellt die Fraktionschefin Berechnungen an. Die Energie, die ein elektrischer Heizstrahler während einer Stunde Betrieb im Freien verbrauche, würde genügen, um einen vergleichbar großen Raum zweieinhalbmal, bei Gas sogar sechs Mal so lange zu beheizen. Laut Kaenders Kalkulation entstünden bei einer durchschnittlichen Betriebsdauer von 36 Stunden die Woche bis zu vier Tonnen Kohlendioxid im Jahr. Das sei so viel, wie ein Mittelklasseauto im Jahr ausstoße oder so viel, wie ein Einfamilienhaus an CO2 produziere. „Es ist keine Form von Selbstverständlichkeit, im Januar bei sommerlichen Temperaturen in den Vorgärten von Restaurants zu sitzen. Die vermehrte Nutzung der Pilze macht einen Teil der Klimaschutz-Anstrengungen zunichte.” Ganz zu schweigen vom Risiko der Gasflaschen-Lagerung.
Dieses eigentlich urgrüne Thema wird von den Moerser Grünen weniger radikal beurteilt. Fraktionsvorsitzender Christopher Schmidtke setzt auf Kompromisse und Vernunft. „Wir sind sicher nicht ganz glücklich über diese Verordnung, aber ich bin auch gegen ein grundsätzliches Reglementieren beziehungsweise ein Verbot.” Man könne von den Betreibern schon erwarten, dass sie Maß halten und die Heizstrahler nicht über Bedarf einsetzen.
Auch ein Zugeständnis an die Raucher
Bei der Stadt kann man die Forderung Linken in einer ersten Reaktion nicht nachvollziehen. Pressesprecher Thor-sten Schröder. „In der Verordnung ist die äußerliche Erscheinung festgelegt, mehr nicht.” Mehr wäre Sache der Politik, die ein Verbot diskutieren und beschließen müsse. Schröder argumentiert außerdem: „Es ist ja auch ein Zugeständnis an die Raucher.”
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