Leerer Knast im Lichterglanz
27.11.2009 | 15:56 Uhr 2009-11-27T15:56:00+0100Moers. Im ehemaligen Abschiebegefängnis an der Haagstraße hat seit Jahren das "Gitterstübchen" seine Heimat. Dort verkaufen die Gefangenen der Justizvollzugsanstalt in Kapellen die Produkte aus der Arbeitstherapie. Für den Weihnachtsbasar am Sonntag erstrahlt der alte Knast im Lichterglanz.
In diesem Jahr hat sich das Team um Guido Ebert, den Leiter der Arbeitstherapie, selbst übertroffen. Wenn am Sonntag, 29. Dezember, um 12.30 Uhr die alte Pforte an der Haagstraße aufgestoßen wird, dann erwartet die Besucher ein professioneller Weihnachtsbasar über mehrere Etagen - und ganz nebenbei ein Blick hinter sonst verschlossene Mauern.
In den vergangenen Jahren wurde den Gefangenen und Justizbeamten die Weihnachtsdekoration regelrecht aus den Händen gerissen. Was bei der handwerklichen Qualität und den extrem niedrigen Preisen kein Wunder ist. Das Material, aus dem die Bäume, Kerzenhalter, Figuren, Krippen und Weihnachtsbögen in reiner Handarbeit hergestellt werden, ist - Holz. Kein kitschiger Glitzerkram, sondern etwas, was an alte Traditionen anknüpft. Und im Januar beginnt in der Arbeitstherapie schon die Produktion für den Weihnachtsbasar 2010.
Die Treppenaufgänge zu den oberen Zellentrakten sind mit Lichterketten geschmückt, Weihnachtsbäume bringen frohes Grün in das alte Hafthaus. Im Hof wird Glühwein ausgeschenkt und Wurst gebraten. Gebäck wird's wohl auch geben und Kaffee, wie in den Jahren zuvor, als das alte Gemäuer vor lauter Besuchern aus den Nähten zu platzen drohte. Doch die Justizvollzugsbeamten Guido Ebert, Katharina Simons, Paul Haberstroh, Volker Mühlstroh und die Gefangenen sind auf den Ansturm am Sonntag gut vorbereitet. Und sie werden wohl wieder ausverkauft sein, wenn sich die alte Pforte um 17.30 Uhr hinter dem letzten Besucher schließt.
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