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Laumann besuchte Blaumänner

23.10.2007 | 22:52 Uhr
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WIRTSCHAFT. NRW-Arbeitsminister sprach mit geschassten BenQ-Mitarbeitern über Qualifizierungsmaßnahmen.

KAMP-LINTFORT. 22 Jahre war Siebert Mario (45) bei Simens/BenQ. Der Junggeselle aus Kempen ist einer derjenigen, die von der BenQ-Pleite betroffen sind. Doch er hatte Glück im Unglück, wurde von der Peag-Personalentwicklungsagentur aufgefangen, nimmt jetzt an einem Qualifizierungskurs bei der RAG-Bildungsstätte am Bendsteg teil.

Gestern kam NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann in die Werkstatt, um sich mit den von der Pleite Betroffenen persönlich über deren weiteres berufliches Schicksal zu informieren. Stolz ist er darauf, "dass mein Ministerium als erstes geholfen hat. Und wir werden auch weiterhin alles unternehmen, um den noch 800 Arbeitssuchenden ehemaligen BenQ- und Inservio-Beschäftigten zu helfen".

Der Bund hatte mit dem Land einen Antrag auf Unterstützung durch den neuen europäischen Globalisierunsgfonds gestellt. Nun kann mit Hilfe von 12,8 Millione Euro den von der Insolvenz Betroffenen in NRW und München unter die Arme gegriffen werden. So auch mit Qualifizierungsmaßnahmen, von denen jetzt eine weitere in der RAG-Bildungs-Werkstatt am Bendsteg angelaufen ist. Dort lernen die Schulungsteilnehmer das computergesteuerte Zerspanen.

Per Computer gesteuert

Laumann ist optimistisch, dass Leute mit solcher Qualifizierung bald schon einen neuen Job haben: "Zerspaner werden gesucht!" Prompt setzte sich der Arbeitsminister auch zu Siebert Mario und plauderte mit ihm über die Maßnahme und sein neues Arbeitsfeld.

Die ehemalige BenQ-Betriebsratsvorsitzende Heike Deppner zeigte sich dankbar für die angelaufenen Qualifizierungsmaßnahmen:. "Schöner wäre es allerdings gewesen, wenn sie eher hätten stattfinden können. Gut finde ich es, dass sie noch weiter bis 2008 dauern." Sorgen bereitet ihr, dass es die ungelernten Kräfte sind, die noch in den Arbeitsmarkt vermittelt werden müssen: "Umso wichtiger ist da die finanzielle Abfederung."

Laumann, der kürzlich bei der "Zukunftskonferenz" in der Lohnhalle des Bergwerks West zu Gast war, steht weiterhin hinter dem von ihm angekündigten Vorhaben, dem Sonderprogramm zur Schaffung von Ausbildungsplätzen an den Kohlestandorten - als Ausgleich zu den von der DSK reduzierten Ausbildungsplätzen. Dazu will das Land insgesamt sechs Millionen Euro investieren.PROJEKTEKommt das Automobil-Technikzentrum, das direkt neben dem Institut für Mobilfunktechnik errichtet werden soll, bald schon? Die Anträge werden zurzeit ausgefüllt, hieß es beim Laumann-Besuch. Ob die Fachhochschule auch Realität wird, dazu sagte Laumann jedoch nichts.

HEINZ-LEO GARDENIER

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