Kinder lieben schwarze Riesen
13.08.2008 | 19:38 Uhr 2008-08-13T19:38:18+0200HOBBY. Birgit van Wershofen und Silke Forst sind mit ihren schönen Friesenpferden die Attraktion bei vielen Festen und Events.
MOERS. Birgit van Wershofen hat eine Schwäche für große Tiere. Seit sie vor 20 Jahren ihr Haus an der Rheinberger Straße gekauft hat, liebt sie die großen, pechschwarzen Friesenpferde. "Ich sah damals auf einer Weide gegenüber zwei Friesen und verliebte mich sofort in die Pferderasse", schildert die 46-Jährige. Inzwischen besitzt sie selbst ein solches Barockpferd. Wotan heißt der prächtige Wallach, und er macht ordentlich was her, wenn er mit seiner Reiterin bei Veranstaltungen mit erstaunlicher Anmut mittelalterliche Szenen und Kunststücke vorführt.
Am Wochenende ist es wieder so weit. Dann werden Birgit van Wershoven und ihre Reiterfreundin Silke Forst mit ihren beiden Friesen beim Burgfest auf Schloss Winnenthal auftreten. Dafür haben sich die Frauen mittelalterliche Kleidung schneidern lassen. "Es soll ja alles möglichst stilecht aussehen."
Der 15-jährige Wotan wurde von seiner Reiterin nicht nur in der klassischen Dressur bis zur M-Klasse ausgebildet. Er erwies sich auch als erstaunlich lernfähig, was zirzensische Kunststücke angeht. "Ich sah damals das Musical ,Zauberbaum' nach dem bekannten Märchen. Das hat mich inspiriert, mit Wotan Kunststückchen einzuüben." Tipps dazu holte sich die Reiterin bei einem Barockpferdeausbilder in Ratingen.
Inzwischen beherrscht der große, schwarze Kerl den spanischen Schritt, er kann sich verbeugen und steigt auf Kommando. "Wotan ist sehr schlau." Der Friese kann auch "Nein-Sagen", mit dem Kopf nicken oder "Lachen" (Flehmen). "Das finden vor allem die Kinder ganz toll."
"300 Jahre lang werden Friesenpferde in Reinzucht gezüchtet, kein fremdes Blut wurde mehr eingekreuzt", schildert die Pferdefreundin. Friesenartige Pferde soll es schon hundert Jahre vor Christus gegeben haben, wie Knochenfunde zeigten. Die schwarzen, kräftigen Tiere wurden zeitweise auch als Arbeitspferde gebraucht, haben sich aber vor allem im Barock als prächtige Kutschpferde einen Namen gemacht.
Vierbeiner mit guten Nerven
Friesen haben gute Nerven. Was vor allem bei den öffentlichen Auftritten von großem Wert ist. "Wir waren schon beim Nibelungenspektakel in Xanten, beim Weihnachtsmarkt in Goch, dem Mittelalterlichen Markt auf der Hohensyburg und beim Hansefest in Wesel", schildert die Moerserin. "Da ist immer 'was gefällig." Daher werden die beiden Reiterinnen auch am Wochenende wieder eine gute Figur mit ihren schwarzen Vierbeinern machen. "Zwischen den Vorstellungen reiten wir beide ganz ruhig durch das Geschehen und sagen den Gästen das Programm an. Die Kinder wollen die Pferde natürlich dabei streicheln."
Wenn Birgit van Wershofen nicht gerade reitet, arbeitet sie als leitende medizinisch-technische Radiologieassistentin in zwei Duisburger Kliniken. "Vielleicht können wir aus unserem Hobby ja noch ein bisschen mehr machen", wünscht sich die Pferdenärrin für die Zukunft.
Kontakt zu Birgit van Wershofen ist möglich unter Tel: 02843/ 3328.
Am Samstag zeigen die beiden Friesen um 16 und 19 Uhr beim Burgfest ihr Können, am Sonntag um 13 und 16 Uhr. Daneben gibt es Vorführungen von Gauklern, mittelalterliches Handwerk, ein Heerlager und viele Kinderattraktionen. Das Burgfest steigt am Samstag von 14 bis 21 Uhr, am Sonntag von 11 bis 19 Uhr.
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