Kampf der Betriebsräte bei "Aktiv"
06.01.2010 | 08:37 Uhr 2010-01-06T08:37:00+0100Kamp-Lintfort. Schon häufiger haben Auseinandersetzungen zwischen Betriebsrat und Firmenleitung des Kamp-Lintforter Reinigungsunternehmens „Aktiv” (wie berichtet) Arbeitsgerichte beschäftigt. Ein Ende ist noch nicht abzusehen.
Besonders bizarr ist die momentane Situation. Da gibt's mit Jürgen Menzel, Bettina Röthgen und Fritz Schluh eine neu gewählte Betriebsratsspitze. Zugleich wähnen sich die bisherige Betriebsratsvorsitzende Sonja Reick und ihre beiden bislang ebenfalls freigestellten Kolleginnen weiter im Amt.
Gewerkschafterin wechselte die Seite
Folgt man der Darstellung von Gewerkschaftssekretärin Zeynep Bicici, dann gelang es den Betriebsratsmitgliedern der Freien Liste, eine Vertreterin von der IGBAU auf ihre Seite zu ziehen. Die damit gewonnene Stimmenmehrheit habe man bei unterbrochener Betriebsratssitzung im Dezember dazu genutzt, die alte Führung abzuwählen und eine neue zu küren. Zeynep Bicici ist davon überzeugt, dass dieses Vorgehen nicht rechtens war und möchte die Frage von Arbeitsrichtern klären lassen. Zugleich beklagt sie, dass die Beschäftigten seit Umstellung der Entlohung auf Pauschalen im vergangenen Juni nun zwischen 20 und 50 Euro weniger bekämen. Dazu informierte sie bereits den Zoll.
Jürgen Menzel hält dagegen, dass man bei der gewählten Pauschale nicht nur die Monate mit der unterschiedlichen Anzahl der Arbeitsstunden, sondern das ganze Jahr betrachten müsse. Unterm Strich werde der vorgegebene Mindestlohn, so der Mitarbeiter der Finanz- und Lohnbuchhaltung, eingehalten. Andernfalls könne es für die Firma sehr teuer werden, gibt er zu bedenken.
Jürgen Menzel liefert auch eine andere Darstellung der jüngsten Betriebsratssitzung. Danach habe die freie Liste die Abwahl des bisherigen Führungstrios beantragt und erreichen können, dass dieses Anliegen als Punkt zehn in die Tagesordnung aufgenommen worden sei. Als Punkt neun war ein Jahresrückblick vorgesehen. Und den habe Betriebsratsvorsitzende Sonja Reick mit stundenlanger Schilderung von Fällen ganz bewusst in die Länge gezogen.
Gegen 16.15 Uhr habe sie schließlich mitgeteilt, dass der Sitzungsraum nur bis 16 Uhr gemietet sei und die Sitzung für beendet erklärt. Dagegen habe die neue Mehrheit protestiert und angekündigt, die Sitzung an anderem Ort fortzusetzen. Menzel versichert, dass man auch die sechs IGBAU-Vertreterinnen aufgefordert habe, teilzunehmen. Aber dieser Aufforderung sei das Sextett nicht gefolgt.
Während Zeynep Bicici die Firmenführung für die häufigen Auseinandersetzungen verantwortlich macht, nennt Menzel als Urheber die alte Betriebsratsführung. „Sie hat mehr kaputt gemacht, als dass sie im Sinne der Beschäftigten wirkte.” Er selbst möchte Bindeglied und Vermittler zwischen den Arbeitnehmern und dem Arbeitgeber sein.
16:09
Die Machenschaften der Firma Aktiv sind doch in unserer Branche allgemein bekannt. Bin froh das ich mit der Firma nichts zu tun habe.
Gegen solche Leute ist es schwer anzukommen,der alte und bleibene Betriebsrat muß weiter unterstützt werden.
00:07
Fragt sich wen der neue Betriebsrat wohl vertritt. Der Schwiegervater des Chefs, höhere Angestellte und einige Objektleiter nach Gusto von Martin Borsma. Das ist ein gekaufter Arbeitgeber Betriebsrat, der sich einzig und allein für die Zufriedenheit ihres Gönners einsetzen wird.
20:18
wer hat da wohl seinen dummen Kommentar abgelassen: nicht im Sinne eines Unternehmens und seiner produktiven Mitarbeiter? Das klingt doch schwer nach bwl´er deutsch ála Chef.
09:41
Der alte Betriebsrat vertritt doch niemanden, ausser sich selbst.
Ran an die Fleischtöpfe und sich vollfressen.
Das ist nicht im Sinne eines Unternehmens und seiner produktiven Mitarbeiter.
Weg mit diesen faulen Äpfeln!