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Heiliges – verpackt im Museum Kloster Kamp

27.03.2015 | 08:00 Uhr
Heiliges – verpackt im Museum Kloster Kamp
Eines der modernen Reliquiengefäße fürs Heute.Foto: Ulla Michels

Kamp-Lintfort.   Neue Ausstellung zeigt unter anderem Preisträger eines Wettbewerbs aus Soest. Auch Reliquien aus Lintfort sind dabei.

Was ist mir heilig und in welchem Behältnis kann ich das, was mir heilig ist, verpacken? Unter diesem Thema rief der St.-Patrokli Dombauverein 2013 zu einem Wettbewerb in Soest auf. 20 Künstler nahmen an dem Wettbewerb teil. Elf Objekte von acht dieser Künstler sind ab Samstag, 28. März, im Museum Kloster Kamp in der Ausstellung „Heiliges verpacken – Reliquiengefäße fürs Heute“ zu sehen.

Mit dabei sind die drei Preisträger-Objekte. So auch das Siegerobjekt von Barbara Schmitz-Becker. Die Künstlerin zeigt mit „Cloud“ ein rundes, offenes und leicht schwebendes Objekt.

Zeit mit der Familie

„Für mich ist heilig, was nicht wirklich fassbar ist. Wie zum Beispiel Zeit mit der Familie und Freunden. Es ist nichts, was eingeschlossen werden muss.“ Aus diesem Grund hat sie ihrem Objekt, das aus 80 Schichten Naturfasern, die gesponnen und verleimt wurden, besteht, eine offene Stelle gelassen. Die Verwendung von Daunenfedern zieht gleichzeitig eine Verbindung zur Natur. „Es soll aussehen, als sei es von der Natur gemacht.“

Ebenso ist die Zweitplatzierte Theresa Thiering mit ihrem Objekt vertreten. Es ist ein kleines rundes Modell aus Silber und Bronze. In der Mitte ist ein Bergkristall, der einen Lupeneffekt hat, angebracht. Um ihn herum sind Hände angedeutet. „Ich wollte damit zeigen, dass Nähe das letzte Heiligtum ist. Was einem nah ist, möchte man schützen und als Heiligtum bewahren. Ein natürliches Verhalten ist dabei, die Hände darüber zu halten“, erklärt Thiering.

Klaus Becker zeigt mit seinem Modell „Bedingtes und Unbedingtes“ eine aus Schilfblättern und Wachs aufgebaute Figur, die auf dem Deckel des Behältnisses der Reliquie steht. „Für mich ist der Mensch als Individuum heilig. Er hat etwas Individuelles, was man nicht fassen kann.“

Reliquien in Kamp-Lintfort

Ergänzt wird die Ausstellung durch zwei Heilig-Kreuz-Reliquiengefäße. Eines aus der Kamper Abteikirche aus dem Jahr 1878 und das zweite aus der St. Josef Kirche aus dem Jahr 1957. Die beiden Reliquien enthalten jeweils kleine Holzstücke, die früher als Teile des Kreuzes Jesu angesehen wurden. Ob es wirklich so ist, ist jedoch ungewiss. „Wir freuen uns, dass wir uns diesem spannenden Thema der Ausstellung auf zwei Weisen nähern können. Sowohl von der Gegenwart und heutigen Sicht als auch von der Vergangenheit aus“, sagt Dr. Peter Hahnen, Leiter des Zentrums Kloster Kamp.

Interessant ist hierbei, dass man in der St. Josef Kirche selbst vor Hahnens Suche nach passenden Reliquien nichts von dem verborgenen Schatz gewusst hatte. „Hinten in dem Tresor haben wir sie dann samt Echtheitsurkunde gefunden.“ Die Ausstellung ist bis zum 31. Mai im Museum Kloster Kamp zu sehen.

Isabel Grabow

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2015-03-27 08:00
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