CDU: Jazz in den Schlosshof
20.02.2010 | 10:51 Uhr 2010-02-20T10:51:00+0100Moers. Die Debatte zum maroden Haushalt der Stadt Moers und dem Rasenmäher-Sparplan des Kämmerers hat noch nicht ganz begonnen, da steht die Kultur schon in Gefechtsstellung. Am Sonntag soll eine eine Podiumsdiskussion mit bekannten Protagonisten Wirkung und Wichtigkeit der Kultur beleuchten.
CDU-Fraktionschef Klaus Rudatsch wundert das nicht: „Das Schlosstheater etwa hatte die Zahlen des Kämmerers schon eine Woche früher, sie sind einfach besser vorbereitet als andere.” Durch wen, könne man sich ja denken. Gemeint ist die SPD. Derweil präsentiert Ingo Brohl den kulturpolitischen Sparplan der CDU.
Rudatsch: Bildungszentrum ist zu klein geplant
Die Christdemokraten machen auch nicht das ganz große Fass auf. Sie wollen 280 000 Euro durch Umstrukturierungen mehr einsparen als der Kämmerer, den großen Wurf von einigen Millionen, also das Ende von Schlosstheater oder Moers-Festival sehen sie nicht: „Das”, so Rudatsch, „bekommen Sie in der Bevölkerung gar nicht durch.” Gleichwohl müsse man „Wesentliches beschränken”, wie Ute-Maria Schmitz es ausdrückt. Mit Blick auf die SPD sagt sie: „Alles geht nicht. Wenn wir an der Kultur nicht sparen, müssen wir ans Soziale ran. Jetzt ist Ehrlichkeit gefragt.”
So will die CDU beim Schlosstheater 2,5 Prozent anstatt fünf Prozent kürzen. Das Theater sei enorm stadtprägend und dürfe in seiner Substanz nicht gefährdet werden. Brohl: „Die Personalstruktuktur gehört überprüft, der Verwaltungssitz kann im Rathausneubau platziert werden und das Terheidenhaus dann vermarktet.” Außerdem könne man die Preise auf von 12,50 Euro auf 18 bis 19 Euro erhöhen. „Ein Kinobesuch kostet bereits elf.”
Extrem hohe Kosten
Das Jazz-Festival will die CDU zurück in den Schlosshof verlagern, auf Extras wie Festivalradio und -buch verzichten. „Außerdem müssen wir uns fragen: Wie intensiv pampern wir die Künstler?” Kosten für Zelt, Zaun und Security würden außerdem entfallen. Brohl: „Weder im Landratsamt noch im Weißen Haus darf es weitere Kulturflächen geben, der gesamte Bereich Kultur weist laut Bericht der Gemeindeprüfungsanstalt bereits jetzt extrem hohe Kosten auf.” Heißt auch: Die CDU erteilt einem Karnevalsmuseum eine deutliche Absage.
Außerdem: Wenn Gabriele Esser in Pension gehe, solle Beatrix Wirbelauer Kulturbüro und Bibliothek in Personaldie leiten. Brohl sagt: „Wir sparen auch an den Häuptlingen.” Und sein Fraktionschef Rudatsch wartet mit einer interessanten Behauptung auf: „Ich habe aus der Verwaltung erfahren, dass das neue Bildungszentrum zu klein geplant sei.”
Noch keine Entscheidung
Rudatsch glaubt sogar, dass aufgrund der Unterdimensionierung Außenimmobilien nötig würden, die wieder viel kosteten. „Die Bürgerberatung zum Beispiel muss da schon schon raus.” Und: „Wenn die hier nicht aufpassen, nutzt die Firma Hochtief eben ihren Spielraum.” Das, sagt Thorsten Schröder bei der Stadt, sei schlichtweg falsch. „Fakt ist, dass es eher im Bereich Rathaus eng wird. Aber das bekommen wir hin.” Schröder räumt ein, dass im Falle der VHS-Kursräume in der Cecilienstraße noch keine Entscheidung gefallen sei. Ob sie aufgegeben werden können oder nicht. Die Botschaft: alles geplant wie gefordert. Was genau nicht mehr ins neue Bildungszentrum hineinpasse, konnte Rudatsch zudem nicht sagen.
Keine Kürzungen im Ehrenamt
Die FBG liegt mit ihrer ersten Haushaltsbewertung gar nicht soweit entfernt von den Christdemokraten, allerdings wird sie weniger konkret. Kreativ und flexibel müssten die Lösungen aussehen. Einsparungen könnten durch Kooperationen, Eintrittsgelderhöhung und Synergien durch Aufgabenzusammenführung erzielt werden. Außerdem findet Frationschef Claus-Peter: „Die vom Kämmerer vorgeschlagene fünfprozentige Kürzung in den Bereichen der Kultur GmbH wie Schlosstheater, Moers Festival und Comedy Arts Festival führt nicht zwangsläufig zum Untergang der Moerser Kultur.”
Die FBG will außerdem den Weihnachtsmarkt verlängern und in Richtung Schlosspark verlagern. „Das würde mehr Gebühren einbringen und dem Einzelhandel zugute kommen.” Potenziale sehen Küster und Co im Abbau von Bürokratie. Tenor: Wie wirtschaftlich sind Gebührenbescheide von den Städtischen Betrieben von unter einem Euro? Kann man sowas nicht über die Moerser Homepage abwickeln?” Dagegen wehren sich die Freien Bürger gegen Kürzungen im Ehrenamt. „In Bereichen wie Freiwillige Feuerwehr oder Tierschutz.”
00:11
Es ist zum totlachen. Jazz in den Schloßhof??? Jetzt ist Ehrlichkeit gefragt.???
Wenn ich so etwas schon lese! Jazz in den Schloßhof bedeutet, dass das Festival von seiner internationalen Bedeutung auf eine reine Provinzveranstaltung zurückgefahren wird und damit nachhaltig dem Tode geweiht ist. Ok, der Versuch das Festival wieder zu einer Provinzveranstaltung zu machen passt zu den Konservativen. Ausser Provinzpossen leistet man sich dort ja seit einiger Zeit nichts anderes mehr. Aber was wirklich fast unverschämt ist, ist der Versuch die Leute für blöd zu verkaufen. Die schlauen Herren der Union wissen genau, dass ihre Idee dazu führt, dass das Festival bedeutungslos und über kurz oder lang tot ist. Sie haben aber nicht den Mut offen zu sagen, dass sie das Festival abschaffen wollen und dann versuchen sie es durch so eine dumme Finte und erzählen auch noch etwas von „Ehrlichkeit“.
Da kann einem nur speiübel werden.
21:59
An Meerbecker
Es ist nicht die Stadt, es sind die Menschen und hier die Politiker. Politik muss nachhaltig sein. Daher ist Atomstrom nicht nachhaltig, weil keiner weiß wie und wo der Müll entsorgt wird.
Das heißt die heutige Generation in Moers gibt das aus, was sie heute einnimmt. Wer nachhaltige Politik will, muss auch sparen können. Wir können bei einem Defizit von 45 Mio. doch nicht sagen, weiter so.
Insoweit passt der Vorschlag der CDU schon in diese Welt. Ob 2,5 % oder 5 % oder evtl. 10 % darüber kann man streiten. Aber nicht über den Zwang zu sparen.
Und ob Grün oder Rot oder Gelb oder Schwarz. Für alle gilt, man kann nur ausgeben was man hat. Daher kann der Bürger auch von allen Parteien Sparvorschläge erwarten.
21:44
Wer hat das Sparprogamm zu verantworten?
Baustellen überall, keine Kohle; ABBER WATT soll DATT?
Die Stadt Moers, hat Moers, ruiniert.
Gruss aus Meerbeck
21:34
Was einem Schloßtheater so wichtig ist wird mir dabei immer noch klar eine Vorstellung die im Durchschmitt von 20 Personen besucht wird ist in heutiger Zeit nicht mehr tragbar (ich rede nicht von dem Kindertheater), und da hilft auch eine solche Preiserhöhung nicht die Mittel müssten um ca 50 % gekürzt werden. Es gibt auch in Moers andere Kultureinrichtungen als das Theater die viel besser ausgelastet sind als das Theater.
20:31
ich war heute in duisburg, da kostete die Kinokarte 13 euro!
17:46
Wo geht Herr Rudatsch denn für 11€ ins Kino?
Da sieht man mal wieder, alles wird erst mal teurer, kostet ja auch nich Herrn Rudatsch sein Geld, die Politiker müssten Haftbar gemacht werden für die fehler, die sie in der Zukunft machen.
15:34
Ein interessanter Vorschlag der auch in die richtige Richtung zielt. Das Schlosstheater auf nur 2,5 % zui begrenzen, ist richtig, denn jeder muss sparen. Hier ist die Kreativität der verantwortlichen Personen gefordert. Alle zwei Jahre eine Inzenierung einzusparen, sollte möglich sein. Dafür kann man eine fremde Inzenierung einkaufen. Das Kindertheater sollte aus dem Sparprogramm ausgeschlossen werden.
Als junger Familienvater kenne ich leider nicht die Ursprünge des Jazz Festivals und daher auch nicht den Schlosshof. Aber wieviele Zuschauer gehen denn da rein? 200, 400, 600, 800?
Aber gehe ich von 800 Besuchern aus, ergäbe sich bei 400.000,00 EUR Zuschuss ein Zuschuss von immer noch 500,00 EUR pro Besucher. Das kann aber nicht die Lösung sein?
Würde ich alternativ von eine Besucherkapazität von 1500 Besuchern im Park ausgehen, würde ich bei einem Zuschuss von 500000,00 EUR auf 330,00 EUR pro Besucher kommen. Ziel muss es daher sein, die Kosten des Festivals zu reduzieren ohne gleichzeitig die Besucherkapazität stark zu reduzieren.