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Berechtigte Zweifel am Aumühlen-Projekt

23.01.2010 | 12:59 Uhr

Karl-Heinz Theußen wird niemals in die „Hausmeister”-Wohnung in der restaurierten Aumühle einziehen. Das Thema ist nach seinem unglücklichen Etappen-Dementi endgültig durch.

Selbst wenn der öffentlich geförderte Teil der Mühle ausschließlich das angrenzende Gebäude darstellt: Die Sache hätte Geschmäckle und das weiß der umtriebige sci-Geschäftsführer. Spätestens jetzt.

Es stellt sich aber die berechtigte Frage, ob das gesamte Projekt unter den gegebenen Voraussetzungen überhaupt Sinn macht. Der Mühlrad-nahe Weg muss weg, die Umleitung ist für Spaziergänger unattraktiv. Und um die geht es zuerst, dann kommen die Schulklassen und Kindergärten. Denn die Aumühle ist nur ein, wenn auch wichtiger, Baustein zur Attraktivierung des Freizeitparks und damit der Stadt Moers.

Wenn die Politik nun fordert, die alte Zuwegung müsse bestehen bleiben, muss sie auch sagen, wer das Öko-Konzept in diesem Areal bezahlen soll. Wolfgang Kühn von der Lineg hat keinen Zweifel daran gelassen, dass nur die angedachte, neue Wegführung vom Land gefördert werden kann. Heißt: Entweder, die Spaziergänger können sich mit Ferngläsern bewaffnen oder Moers zahlt das Wunschkonzept selbst. Dazu ist kein Geld da. Bleibt zu hoffen, dass die Experten irgendeine Chance übersehen haben. Und dass künftig alle an einem Strang ziehen. Dass Dezernent Wusthoff seinen Referenten Sommerfeld zurückpfiff, und Theußen und Kühn so im Stich ließ, wirft nicht nur Fragen auf, sondern auch ein schlechtes Licht auf die Teamfähigkeit der Verwaltung bei diesem Projekt.

Lächerliche 40 Stimmen

Ein Wort zu Herbert Meylahn. Der Mann heimste bei der Wahl, anders als der einstige CDU-Aussteiger Doll, lächerliche 40 Stimmen ein und ist Listengünstling einer engagierten Rentnerpartei. Meylahn muss sein Mandat niederlegen. Alles andere wäre Betrug an seinen Steigbügelhaltern und deren Wählern. Nicht rechtlich, aber moralisch. Weigert sich Meylahn, wäre ein Platz im Rat verschenkt. Denn der streitbare Parteien-Hopper bekommt sicher kein Bein auf den Boden.

m.passon@nrzwaz.de

Michael Passon

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