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Fassbrause entwickelt sich zum Selbstläufer

05.07.2012 | 06:00 Uhr
Fassbrause entwickelt sich zum Selbstläufer
Mit Veltins Fassbrause forciert Veltins ihr Engagement im Segment der alkoholfreien Getränke.

Grevenstein.   Der Markt mit der Fassbrause brummt. Man liege beim Verkauf „deutlich über dem Plan“, sagt Veltins-Sprecher Ulrich Biene. Erst im April war der Verkauf gestartet, trotzdem sind die Lager mancher Händler schon leergeräumt. Aber Verbraucherschützer machen Ärger: Sie sprechen von Etikettenschwindel.

Das jüngste Kind der Veltins-Familie wird zum Selbstläufer: Der Markt mit der Fassbrause brummt. Man liege beim Verkauf „deutlich über dem Plan“, sagt Sprecher Ulrich Biene. Mancherorts wären Händler schon ausverkauft – und das trotz des miesen Wetters. Denn eigentlich befördert erst das Sommerwetter den Kauf von Erfrischungsgetränken. Erst im April war der Verkauf gestartet. Veltins hatte zuvor seit vier, fünf Jahren den Markt mit den „Bionade“-Produkten beobachtet, dabei aber festgestellt, dass es auch nur einen klaren Trend zu dieser einen Marke gab. „Das Bekenntnis zu ‘bio’ stand bei uns auch nie im Vordergrund, denn deutsche Biere sind immer natürlich und bio“, sagt Biene. „Brauereitypisch“ sollte das Veltins-Erfrischungsgetränk schmecken und aussehen: Frisch und herb, dazu mit einer Schaumkrone wie beim Bier.

Deutschlandweit rechnet Veltins mit 200 000 Hektoliter an Fassbrause, die die verschiedenen Brauereien 2012 verkaufen werden. Das ist noch eine Nische. Biene ist durchaus froh, dass die Konkurrenz ebenfalls Fassbrause anbietet: „Das ist eine gegenseitige Befruchtung. Noch ist der Wettbewerb in einer Phase, in der erst ein Markt entsteht. Und noch ist da Erklärungsbedarf gegenüber dem Verbraucher.“

Muss Fassbrause auch aus dem Fass kommen?

Erklärungsbedarf haben auch Verbraucherschützer. Das Umwelt- und Verbraucherschutzamt in Köln lässt eine Fassbrause überprüfen: „Wir untersuchen, welche Zusammensetzung das Produkt hat und ob es mit der Deklaration im Zusammenhang mit den Bestandteilen verkehrsfähig ist“, so Sabine Kuhlhoff. Betroffen sein soll die Fassbrause einer Kölner Brauerei, die 2009 auf den Markt kam. Die Kernfrage: Verbirgt sich hinter Fassbrause womöglich ein Etikettenschwindel? Denn sie wird ja nicht aus dem Fass abgezapft, wie der Name sagt, sondern in Flaschen abgefüllt. Und: In Fassbrausen steckt keine Brause, sondern neben 70 Prozent Limonade auch alkoholfreies Bier. In der von Veltins 30 Prozent.

Ulrich Biene findet diese Überprüfung sinnvoll: „Ich erwarte als Verbraucher doch auch, dass ein neues Produkt überprüft wird.“ Veltins, sagt er, bewege sich „zu 100 Prozent“ im Rahmen der Deklarationspflicht. Die Fassbrause aus Grevenstein enthalte 0,1 Volumenprozent Alkohol. Damit sei die Fassbrause „total unbedenklich“: Jeder Traubensaft enthalte heute (mit 0,4 Prozent) Spuren von Alkohol; selbst in Brot und Sauerkraut sind Spuren zu finden. Die Fassbrause sei für Kinder geeignet: „Klar“, meint Biene. Die Zielgruppe seien aber nicht Kinder, sondern liege im Altersbereich zwischen 16 und deutlich über 50 Jahren.

Jürgen Kortmann


Kommentare
06.07.2012
08:25
Fassbrause entwickelt sich zum Selbstläufer
von stepfrei | #3

Limo war gestern - werden hiermit wirklich nur Jugendliche ab 16 angesprochen oder werden auch schon kleinere Kinder ans Biertrinken gewöhnt?

05.07.2012
20:19
War okay
von Stefan2 | #2

Ich habe heute eine Holunder-Fassbrause von Veltins getrunken und fand sie echt lecker.

05.07.2012
11:03
Fassbrause entwickelt sich zum Selbstläufer
von nussknacker | #1

allen Unkenrufen zum Trotz lassen sich die meisten Leute durch die Werbung verblenden!

Mit genug Werbung kann man den Leuten auch Sche...e verkaufen, und die sagen dann, ja, das schmeckt!

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