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Automobilzulieferer Martinrea-Honsel will keinen Auszubildenden einstellen

06.06.2012 | 05:00 Uhr
Automobilzulieferer Martinrea-Honsel will keinen Auszubildenden einstellen
Neue Unruhe beim Automobilzulieferer Martinrea-Honsel: Die Geschäftsführung will allen 37 jungen Leuten kündigen, die im Herbst ihre Ausbildung hätten antreten sollen. Foto : Gerd Lorenzen

Meschede.   Da zeichnen sich 37 Tragödien ab. Denn Martinrea-Honsel wird in diesem Herbst keinen einzigen Auszubildenden einstellen. Die Entscheidung kommt ganz plötzlich, alle 37 bereits abgeschlossenen Ausbildungsverträge sollen gekündigt werden. Der gesamte neue Lehrlings-Jahrgang steht damit vor einer ungewissen Zukunft.

Da zeichnen sich 37 Tragödien ab. Denn Martinrea-Honsel wird in diesem Herbst keinen einzigen Auszubildenden einstellen. Die Entscheidung kommt ganz plötzlich, alle 37 bereits abgeschlossenen Ausbildungsverträge sollen gekündigt werden. Der gesamte neue Lehrlings-Jahrgang steht damit vor einer ungewissen Zukunft.

Die Entscheidung soll direkt vom Firmensitz aus Kanada kommen. Die Kündigungsschreiben sind noch nicht rausgegangen, viele der Betroffenen müssen dies aus der Zeitung erfahren. Zum 1. September hätten sie ihre Lehrstellen in Meschede und Soest antreten sollen. Martinrea will jetzt offenbar von den Verträgen zurücktreten. Seit Tagen gibt es im Mescheder Werk das Gerücht, das dies passieren werde.

Die Geschäftsführung wurde von der WP um Stellungsnahmen gebeten: Nachdem Fragen schriftlich eingereicht wurden, ließ die Geschäftsführung nur ausrichten, sie gebe „keinen Kommentar“ ab, die Kündigungspläne wurden auch nicht dementiert. Keine einzige Frage wurde beantwortet. Auch Dieter Berndt, Leiter der Personalentwicklung, sagte nur: „Ich kann keinen Kommentar abgeben.“

IG Metall Arnsberg bereits eingeschaltet

Hintergrund für das Abrücken von den Auszubildenden sollen wirtschaftliche Gründe sein. Die IG Metall in Arnsberg ist bereits eingeschaltet. „Jede Firma blamiert sich so, wie sie kann“, bestätigt Erster Bevollmächtiger Wolfgang Werth die Kündigungspläne. Er kann sich nicht erinnern, dass ein Unternehmen jemals einem ganzen Jahrgang gekündigt habe. Werth weiß von Jugendlichen, die andere lukrative Ausbildungsangebote hatten und diese eigens wegen des bislang guten Rufes von Martinrea sausen ließen: „Die sind doch jetzt wie vor den Kopf gestoßen.“

Werth spricht von einer „Kurzschlussreaktion“ des Unternehmens, nennt Firmenchef Nick Orlando „unberechenbar“, die Organisation von Martinrea „unübersichtlich“. Die Gewerkschaft will jetzt unter anderem juristisch auf ihre Zulässigkeit prüfen lassen, ob es sich bei der Kündigung um eine Massenentlassung handelt – diese müsste der Agentur für Arbeit angezeigt werden.

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    Seite 2: Gewerkschaftler vertraut auf Druck des Marktes

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Kommentare
06.06.2012
09:36
Automobilzulieferer Martinrea-Honsel will keinen Auszubildenden einstellen
von wilbec | #1

Früher verlangte die Gewerkschaft, Jugendarbeitslosigkeit verhüten, Lehrlinge ausbilden.
Dieses haben die Betriebe gemacht.
Jetzt verlangt die Gewerkschaft Beschäftigungsgarantie für ausgebildete Lehrlinge.
Die Folgen dieser zweiten Forderung sieht man jetzt.

PS.
Wann bildet die Gewerkschaft Lehrlinge aus?

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