Hilfe zur Selbsthilfe zeigt Erfolge
23.03.2012 | 18:19 Uhr 2012-03-23T18:19:00+0100
Schalksmühle. Die Arbeit des Partnerschaftsvereins Sahelzone hat in der Region Kimparana Spuren hinterlassen. „Der Lebensstandard in unserem Projektgebiet ist höher als in anderen Regionen in Mali. Die Menschen haben unsere Angebote zur Selbsthilfe angenommen. Wir können uns ruhigen Gewissen langsam zurückziehen.“ So lautet das Fazit von Francoise Eckern.
Inspektionstour durch drei Gemeinden
Die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins hat im Februar zusammen mit dem Schalksmühler Fotografen Rainer Halverscheid eine Inspektionstour durch die drei Gemeinden in der Förderregion unternommen. Die Schalksmühler besuchten Projekte, die der Partnerschaftsverein seit inzwischen zwölf Jahren betreut. Dabei haben sie festgestellt: „Es ist sicher immer noch viel zu tun. Aber so eine intensive Förderung wie in den vergangenen Jahren ist nicht mehr notwendig.“
Aktuell treibt den Vorstand des Hilfsvereins eine andere Sorge um. Die gesamte Sahelzone, zu der auch Mali gehört, wird von einer Hungerkatastrophe bedroht. Grund für die drohende Krise sind die Missernten: Weil die Regenzeit im vergangenen Jahr spät kam und es dann zu wenig regnete, fielen die Ernten zum Teil zu gering aus. Eckern und Halverscheid haben die Getreidespeicher gesehen. „Sie sind fast leer“, berichtete Rainer Halverscheid bei der Jahreshauptversammlung des Hilfsvereins am Donnerstag. „Ohne Hilfe von außen werden es die Menschen bis zur nächsten Ernte sehr schwer haben“, bekräftigte Eckern. „Wenn der Regen erneut ausbleibt, kommt es zur Katastrophe.“
Deshalb habe sich der Verein zu einer Sofortmaßnahme entschlossen. Der Vorstand hat dem ADH Mali (Association pour le Développement Harmonieux et Durable du Mali) 3000 Euro überweisen.
Gegen die Preisexplosion
Mit dem Geld soll Ibrahima Biridogo vom ADH Getreide zu aktuellen Marktpreisen kaufen und einlagern. Die Menschen in der Region um Kimparana können es dann bei Bedarf zu diesen Preisen kaufen und entgehen so der Preisexplosion, die in den nächsten Monaten eintreten wird. Schon jetzt wird das Leben immer teurer. Im November kostete ein Kilogramm Hirse 15 Cent. Aktuell sind 30 Cent fällig. Auch der Preis für ein Kilogramm Mais ist von 19 auf 30 Cent gestiegen.
Angesichts der gut laufenden Projekte möchte der Verein seine Arbeit in der Region um Kimparana neu ausrichten. Dabei sollen junge Leute im Mittelpunkt stehen. „Wir brauchen Angebote für die Zeit nach der Schule“, sagte Francoise Eckern.
So müssten neue Angebote für Weiter- und Berufsausbildung entwickelt werden. Ein Berufszentrum hat sich die Vorsitzende zusammen mit Rainer Halverscheid schon angeschaut. Hier liegt die Abteilung Bauhandwerk brach, weil sich der Staat aus der Förderung zurückgezogen hat.
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