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Weezer Bahnhof ist verkauft

19.08.2010 | 12:03 Uhr
Weezer Bahnhof ist verkauft

Weeze. Der Bahnhof Weeze hat einen neuen Eigentümer: die Aireal Development GmbH aus Berlin. Mit deren Hilfe soll der Bahnhof attraktiver gestaltet werden und unter anderem ein Reisebüro, ein Kiosk und Gastronomie bekommen.

Bernd Rühl, der seit zehn Jahren Eigentümer des Gebäudes ist, hat „seinen Bahnhof“ jetzt an die Projektentwicklungsgesellschaft Aireal Development GmbH“ aus Berlin verkauft. Damit der Bahnhof, den immer mehr Fluggäste nutzen, wieder mehr Service bietet.

Eigentlich hatte der 38-Jährige, der in dem Eisenbahngebäude aus dem Jahr 1863 seine Firma „Computer & Media Center“ betreibt, das Bahnhofsprojekt selber stemmen wollen. 200 000 Euro hat Rühl nach eigenen Angaben in die Sanierung gesteckt. Aber durch den Flughafen ist ihm das Ganze nun doch eine Nummer zu groß geworden. „Wir haben ermittelt, dass hier täglich um die 700 Reisende sind“, beschreibt er die jetzige Dimension des „Flughafenbahnhofs“.

Viele Gäste, die zum Flughafen wollen

Und wer zurzeit in Weeze ein- oder aussteigt, hat bis auf zwei Automaten mit Getränken und Süßwaren wenig. Keine Toilette, keine Zeitschriften, keine Möglichkeit, einen Kaffee zu trinken. Genau das soll sich in Zukunft ändern. Mit Hilfe der Berliner Projektentwickler, die in den Weezer Bahnhof investieren wollen, soll es hier laut Bernd Rühl schon bald ein Reisebüro samt Fahrkartenschalter, Kiosk und Gastronomie geben. Außerdem ist eine repräsentative Empfangshalle und ein „Welcome-Schalter“ geplant.

Seine Wohnung im Obergeschoss muss Rühl für die neuen Pläne zwar räumen, das Computergeschäft wird er aber auf jeden Fall behalten und nur ein wenig verkleinern. „Das Geschäft läuft gut, ich verkaufe 500 PCs und Notebooks pro Jahr“. Geld, von dem er leben kann. Das aber nicht reiche, mehr ins Bahnhofsgebäude zu investieren.

Pläne innerhalb einer Frist umsetzen

Ohne die Gemeinde Weeze hätte Bernd Rühl den Bahnhof übrigens nicht so einfach verkaufen können. Die Gemeinde hat ein Vorkaufsrecht, von dem sie nach intensiven Verhandlungen nun aber erstmal keinen Gebrauch macht. Vertraglich, so Rühl, wird festgelegt, dass die Projektentwickler ihre Pläne innerhalb einer  Frist auch  umsetzen müssen. Geschieht das nicht, ist die Gemeinde am Zug.

Eisenbahnfreund Rühl ist optimistisch, dass spätestens 2012 alles umgebaut ist. Die Investoren, die hinter der Firma Aireal stehen, kommen laut Rühl aus der Tourismus-Branche. Ein „großer deutscher Spezialreiseveranstalter“ soll darunter sein. Erste Erfolge hat Rühl, der sich als Weezer vor Ort um Mieter kümmert, übrigens schon. Ein Gastronom ist gefunden. Den Namen verrät er noch nicht.

Julia Müller

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