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Viele Fragen, viele Wünsche

20.06.2012 | 19:53 Uhr
Viele Fragen, viele Wünsche
Die Bebauung von der Hafenstraße. Foto: Sontowski & Partner

Kleve. Ohne Emotionen ist diese Entscheidung offenbar nicht zu treffen. Zu wichtig ist die Bebauung des Minoritenplatzes für die weitere Innenstadtgestaltung Kleves, als dass die Politiker so einfach einen Haken unter diesen Bebauungsplan setzen. Im Vorfeld wurde die Diskussion durch CDU und Grüne bereits in eine kritische Auseinandersetzung gelenkt. Und auch gestern, bei der öffentlichen Vorstellung des Investorenprojektes im Haupt- und Finanzausschuss, gab’s seitens der Politik viele Fragen und Erklärungswünsche.

„Plätze sind attraktiver“

Thomas Riek, Prokurist des Investors Sontowski & Partner, und Architekt Lars Klatte stellten ihre Pläne für den Minoritenplatz vor. Es handelt sich um einen geschlossenen Baukörper, der zur Hafenstraße die historische Vorgabe einer Stadtmauer berücksichtigen möchte und zur Innenstadtseite dem Einzelhandel viel Platz bieten soll. Großflächige Fensterfronten und eine S-förmig angelegte Fassade sollen dem Gebäude die Mächtigkeit nehmen und es ins Stadtbild einfügen. Zwischen dem künftigen Hauptgebäude der Volksbank und dem neuen Einzelhandelskomplex soll eine Gasse gebildet werden, eine weitere Unterteilung des Gebäudes – wie von vielen Politikern gewünscht – sieht der Architekt vorerst nicht vor. Das jetzige Modell ermögliche, dass sich in der Innenstadt zwei Plätze bilden könnten. „Das ist für mich attraktiver“, so Architekt Lars Klatte.

Die Höhe des Gebäude soll sich mit elf Metern in das städtische Umfeld einfügen. Für die Ansicht Hafenstraße hat sich der Architekt eine Holz- und Steinfassade ausgedacht, und zur Innenstadt soll es eine Ziegel-Klinker-Fassade sein. Das gesamte Gebäude wird unterkellert und mit 160 Parkflächen versehen.

Im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss möchte Thomas Riek Einzelhandel unterbringen, im zweiten Geschoss sollen Büroflächen vermietet werden. Der Zuschnitt der Einzelhandelsflächen ist noch variabel und hänge von der Vermarktungssituation ab, so Riek: „Das Gebäude ist flexibel einsetzbar.“

Die Vertreter der Parteien sahen – bis auf die Fraktionsvorsitzenden – die Pläne gestern zum ersten Mal. Eine Meinung haben sich die meisten Ausschussmitglieder noch nicht gebildet. In der kommenden Woche werden die Vorschläge in den Fraktionen besprochen. In der Ratssitzung am 4. Juli soll zumindest über die Vergabe entschieden werden. Der mögliche Verkauf des Grundstückes könnte später erfolgen: „Unser Vorschlag ist: Wir verloben uns jetzt und heiraten später“, sagte Thomas Riek. Der FDP geht diese Entwicklung zu schnell. „Wir sehen heute die Pläne und sollen in zwei Wochen entscheiden. Das geht so nicht“, sagte Daniel Rütter. „Dieses Gebäude steht dort für die nächsten 50 Jahre.“ In nicht-öffentlicher Sitzung wurde über den Besatz des Hauses diskutiert.

Andreas Gebbink

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