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Stille am Flughafen Niederrhein in Weeze

16.04.2010 | 17:10 Uhr
Stille am Flughafen Niederrhein in Weeze

Weeze. Auch der Airport Niederrhein in Weeze bekommt die Auswirkungen des Vulkanausbruchs in Island zu spüren. Am Freitagvormittag sollten zunächst nur 16 Abflüge annulliert werden. Dann traf es doch alle. 25 Menschen übernachten auf Feldbetten im Airport Niederrhein. Die anderen fuhren nach Hause.

„Nullsteuerung“ nennt sich das, wenn alles am Boden bleibt. Um 13.05 Uhr sollte der erste Flieger am Flughafen Niederrhein in Weeze nach Girona/Barcelona aufsteigen. Auch daraus wurde nichts. Den ganzen Freitag lang ging wegen der Aschewolke über Europa gar nichts in die Luft.

Seit Donnerstagabend hatten die Flugzeuge am Boden bleiben müssen. „Die meisten Passagiere hatten sich vorher bereits über Medien und Internet informiert und waren gar nicht erst her gekommen“, beschreibt Marketing-Manager Holger Terhorst vom Airport Niederrhein. „Ihnen ist klar, es gibt keine Bewegung.“ Wer per Kurzflug etwa nach Berlin wolle, fuhr meist einfach wieder nach Hause.

DRK Weeze brachte Feldbetten

Auf dem Flughafen in Weeze ging am Freitag kein Flieger in die Luft. Foto: Kurt Michelis / WAZ FotoPool

Anderen wurden Feldbetten angeboten. Das DRK Weeze stellte wieder hundert Stück zur Verfügung. 25 Menschen machten davon Gebrauch. Die Gastronomie bot extra 24 Stunden Service. Das nutzten die Mädchen Iwona und Kinga aus Polen und legten ihre Karten-Patiencen am Bistrotisch. Die Stimmung war gelassen. Höhere Gewalt - was kann man da schon tun?

Ruhe herrschte auch Freitagmorgen. Wenn‘s normalerweise zur Hochphase am Airport brummt, tummelten sich um die 50 Menschen am Terminal. Nur eine Reisegruppe aus Belgien sorgte kurzzeitig für Betrieb. Mittags folgte eine schnatternde Jugendgruppe aus Italien, sie kamen aus Bari, wollten nach Berlin.

Einzelne Passagiere stellten sich in die kleine Warteschlange an den Servicecounter, meist um sich Informationen zu Umbuchungen zu holen.

Auch Airlines entscheiden mit

Die Deutsche Flugsicherung und die Fluggesellschaften selbst entscheiden über Fliegen oder Nicht-Fliegen. Ryan Air, Hamburg International fanden es am Freitag jedenfalls noch zu gefährlich, Flieger aufsteigen zu lassen. Denn wenn Jets in die Aschewolke des Vulkans  Eyjatjallajökull gerieten, könnten den Triebwerken der Sauerstoff für die Verbrennung ausgehen, könnten Messsonden – zum Beispiel für die Höhenmessung – verkleben oder könnten die Cockpitscheiben bis zur Blindheit verkratzen.

Stille am Flughafen Niederrhein in Weeze

Astrid Hoyer-Holderberg

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