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Kirche

Stadtbücherei bald in Liebfrauenkirche?

08.10.2009 | 00:04 Uhr

Goch. Liebfrauenkirche im Tausch gegen ein ehemaliges Kloster – jetzt kommt noch einmal richtig Bewegung ins Spiel der Ideen und Visionen rund um das Gotteshaus. Dieses ungewöhnliche Tauschgeschäft halten Kirchengemeinde und Stadt Goch zur Rettung der Liebfrauenkirche für realisierbar.

Nämlich genau dann, wenn alle derzeit laufenden Optionen scheitern. Denkbar wäre, dass die Gocher Stadtbücherei in die Liebfrauenkirche einzieht und die St.-Arnold-Janssen-Gemeinde das Gebäude am Klosterplatz nutzen kann.

Wie genau diese Nutzung des ehemaligen Tertiarinnenklosters dann aussehen würde, steht noch in den Sternen. Pastor Günter Hoebertz kann sich mit der Idee allerdings gut anfreunden, denn: „Dann könnten wir die Krypta, die dann Eigentum der Stadt ist, als Gottesdienstort behalten, hätten aber unsere Fläche abgebaut”, erklärt Pastor Hoebertz, „schließlich arbeiten wir seit Monaten auf Hochtouren an der besten Lösung für alle.”

Lösung für beide Seiten

Die Möglichkeit eines solchen Gebäudetausches war im Austausch von Kirchengemeinde und Bürgermeister Karl-Heinz Otto entstanden. Eine Lösung, mit der sich beide Seiten gut anfreunden könnten. Die Liebfrauenkirche als Heimat für die Stadtbücherei würde ebenfalls gut ankommen, sind sich die Beteiligten sicher. „Es gibt immer Bestrebungen, die Bücherei attraktiver zu gestalten. Im jetzigen Gebäude sind Räume und Entfaltungsmöglichkeiten begrenzt”, so Stadtsprecher Torsten Matenaers.

Damit ist der Gebäudetausch die aktuellste Idee der momentan vielfach kursierenden Nutzungsmöglichkeiten. Kaufinteressenten gibt's mehrere. Einer von ihnen war bisher die Gemeinschaft „Shalom”, die aus der Liebfrauenkirche ein Kloster gestaltet hätte. Diese Option fällt weg: „Weil das Projekt nicht finanzierbar ist”, so Hoebertz, „die Anlage ist schlichtweg zu groß für sie gewesen.” Unter den Interessenten sollen unter anderem auch, nach NRZ-Informationen, die Katholischen Kliniken Kreis Kleve sein, die eine Einrichtung für Senioren planen. „Es laufen noch verschiedene Optionen”, sagt der Pastor – mehr verrät er derzeit noch nicht.

Erhalt hat oberste Priorität

Für die Stadt Goch hat der Erhalt des Gebäudes oberste Priorität, „die Liebfrauenkirche ist Wahrzeichen der Stadt”, formuliert Torsten Matenaers die Bedeutung, „mit Blick auf die Historie ist darüber hinaus erkennbar, dass dieses Gotteshaus erst durch die Bürger der Stadt entstanden ist.”

Eine Idee stellte das Bürgerforum (BFG) der Öffentlichkeit vor: das „Generationenzentrum Liebfrauen”. Die Partei stellt sich ein kulturelles und soziales Zentrum innerhalb der Liebfrauenkirche vor, das von den Gochern selbst getragen werden soll.

Katrin Reinders (Text) und Thorsten Lindekamp (Foto)

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08.10.2009
12:28
Stadtbücherei bald in Liebfrauenkirche?
von Udo Wennekers | #1

Grundsätzlich möchte ich voraus schicken, dass ich einen Tausch der Gebäude begrüße, sofern ein Erhalt der Liebfrauenkirche als Gotteshaus ausscheidet.
Was mich aber maßlos ärgert ist die Informationspolitik der Stadt und vor allem der Amtskirche. Da sitzen am Mittwochabend zahlreiche Gocher Bürgerinnen und Bürger im Liebfrauensaal zusammen, um über einen möglichen Erhalt der Liebfrauenkirche zu diskutieren. Die leidenschaftlichen Reden und Appelle haben gezeigt, dass die Liebfrauenkirche eine Herzensangelegenheit für jeden einzelnen Teilnehmer ist. In der Diskussion wurde deutlich, dass die mögliche Schließung der Kirche viele Menschen schmerzt. Unerträglich empfinden es aber viele, dass sie bei diesem Schritt nicht „mitgenommen“, sprich in ausreichender Weise informiert und einbezogen wurden und werden. Und was machen Pastor und Bürgermeister in dieser Zeit? Sie lassen die Menschen weiterhin im Unklaren, um dann am Folgetag medienwirksam die Informationsbombe platzen zu lassen. Hat man das als „miteinander Stadt“ zu verstehen?
Unter den Teilnehmern waren übrigens auch einige Mitglieder des Kirchenvorstands und Mitarbeiter der Kirche, die zu diesem Zeitpunkt über einen möglichen Tausch offensichtlich nicht informiert waren. Insofern kann wohl kaum davon die Rede sein, dass die „Kirchengemeinde das Tauschgeschäft für realisierbar hält“, wie es im Aufmacher des Artikels heißt. Es sei denn man setzt - und diesen Eindruck kann man gerade in letzter Zeit gewinnen - Pastor mit Gemeinde gleich!

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