Seniorenheim wehrt sich gegen Vorwürfe von Günter Wallraff
18.12.2009 | 12:56 Uhr 2009-12-18T12:56:00+0100
Weeze. Ein Seniorenheim im Kreis Kleve hatte prominenten Besuch: Enthüllungsjournalist Günter Wallraff hatte sich als Obdachloser verkleidet dort aufnehmen lassen. In seinem Buch „Aus der schönen, neuen Welt” und in einer ZDF-Doku erhebt er schwere Vorwürfe gegen das Heim. Das wehrt sich.
Für Unruhe sorgt Schriftsteller Günter Wallraff mit seinem Buch „Aus der schönen, neuen Welt. Expeditionen ins Landesinnere” auch im Kreis Kleve, genauer: im Petrusheim Weeze. Als Obdachloser verkleidet war er dort aufgenommen worden. Seine Eindrücke schildert er in seinem Buch, Ausschnitte wurden in der ZDF-Dokumentation „Unter Null” gezeigt.
Sein Eindruck vom Petrusheim ist nach den Schilderungen in seinem Buch ein trister Alltag für die Bewohner, die seiner Einschätzung nach „rumhängen, rauchen, trinken...”.
Vorwürfe: Dumping-Löhne, schlechte Behandlung
Seine Vorwürfe: Im Petrusheim arbeiteten die Menschen für Centbeiträge, allenfalls für ein Taschengeld. Außerdem würden viele Bewohner herablassend behandelt. Die genauen Anschuldigungen können Interessierte in Wallraffs Buch nachlesen. Die Stellungnahme von Gerold König, Geschäftsführer des Trägervereins Rheinischer Verein für Arbeiterkolonien, auf der Homepage des Heims geht ausführlich auf die einzelnen Kritikpunkte ein.
Die NRZ sprach mit dem Leiter der Einrichtung in Weeze, Dieter Bergmann, der sich der Stellungnahme Königs anschließt: „Wir geben zu, dass wir nicht nur enttäuscht über die arg verkürzte und aus dem Zusammenhang gerissene Darstellung Wallraffs sind, sondern regelrecht verärgert. Wir wussten von seiner Anwesenheit im Petrusheim, er war sogar gleich zweimal hier. Das erste Mal Ende 2008 und das zweite Mal Anfang 2009.”
"Platte und reißerische Darstellung"
Das gesamte Petrusheim-Team wolle die "platte und reißerische Darstellung" nicht unerwidert hinnehmen. „Herr Wallraff erwähnt mit keinem Wort, welche Probleme wir mit der Vermittlung unseres Klientels haben. Und diese Probleme sind ja gesellschaftsrelevante Themen und Probleme”, kritisiert Bergmann Wallraffs Darstellung.
Das Petrusheim drücke seine Bewohner nicht an den Rand der Gesellschaft, so Bergmann. „Sie kommen bereits beladen mit Konflikten in die Weezer Einrichtung", meint Geschäftsführer Gerold König. "Wir laden gerne jeden ein, sich persönlich ein Bild zu machen.”
12:33
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08:09
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08:04
Wer sich negativ über dies Einrichtung äußern möchte sollte siche erstmal mit der Materie auseinandersetzen. Es handelt sich hier nicht um ein normalers Altersheim oder eine Seniorenresidenz. In der Arvbeiterkolonie finden ehemalige Landstreicher und nicht therapierbare Alkohlkrnake ein neues Zuhause. menschen die von keinem anderen Altersheim aufgenommen werden finden hier ein Dach über den Kopf. Als Kind fand ich die Wochenendpilgerei der Obdachlosen gruselig (Bis vor etwa 15 jahren kammen freitagsnachmittags immer tausende Obdachlose(in Kinderaugen, realistisch waren es villeich etwas über 100) durch Weeze um ein Wochenendquartier auf Petrusheim zufinden. Viele dieser zum größten teil Ende verbringen jetzt ihren Lebensabend dort und sie werden gut umsorgt.
Aber gerade weil dort auch immer noch die Notaufnahme gestarndeter Existenzen stattfindet kann man nicht mit purem Luxus rechnen. Wer als Obdachloser ankommt wird erstemal in einem karges Ein- oder Zweitbettzimmer untergebracht und muß 1-2 Tage dort verbringen bis die ärztliche Aufnahme durchgeführt wurde. Das ist jedoch keine Schikane sondern notwendig und wer kein Dach über dem Kopf hat freut sich eigentlich wenn er ein beheitztes Zimmer bekommt, duschen kann und verpflegt wird.
Herr Wallraff noch einmal. EINE OBDACHLSOENUNTERKUNFT IST KEIN LUXUSHOTEL!!!
21:13
Wenn r.kant das leugnet, dann kann es nur wahr sein!
11:10
sorry Korrektur: Diese Enthüllungen sind so dann nun auch nicht so überraschend...
11:07
Leider herrscht bei unds überall der sogen. Sparzwang, der auch soziale Einrichtungen nicht außen vorlässt.
Gespart wird dann meistens an/am Personal(kosten).
Diese Enthüllungen sond dan nun auch nicht so überraschend.
Nicht nur Sex Sells, sondern Scandals Sells, Too.
Niemand wird Herrn Wallraff ein Buch abkaufen, in dem die schöne heile Welt beschrieben wird.
20:11
Ich habe mal erlebt, dass Herr Walraff auf einer Podiumsdiskussion der Zeit (Frankfurter Buchmesse) einen Menschen, dessen Ansichten ihm nicht gefielen, (ohne jegliche Begründung o.a.) meinte als quasi behindert abqualifizieren zu müssen . Seitdem hat er seine Glaubwürdigkeit für mich verloren und ich kann ihn (und seine Methoden) nur noch sehr beschränkt ernst nehmen.
Mich interessiert seine primär diffamierend motivierter Pseudo-Journalismus nicht mehr, es findet sich auch genug entlarvendes zu seiner Vorgehensweise.
Das war früher mal anders, damals nahm ich seine Motive ernst. Heute weiß ich, dass es ihm nicht um die Aufdeckung und Verbesserung von problematischen Zuständen geht, sondern um die Bestreitung seines Lebensunterhalts (mittels primitiver Feindbilder), meist hart an der Grenze des juristisch tolerablen... Der Vorwurf, dass er beständig Wahrheiten verdreht wird oft erhoben und nicht selten absolut berechtigt.
Wärs unterhaltend findet, okay; seriös und ernstnehmbar ists leider nicht.
Mich interessieren die konkreten Argumente in diesem Fall nicht, da die Wallraffsche Glaubwürdigkeit oft genug belegt ist.
15:21
@ r.kant sein Psychiater
Sie schreiben: Herr Wallraff, mischen Sie die Mischpoke von unredlichen Arbeitgebern weiterhin auf! .
Welche Arbeitgeber meinen sie, welche Arbeitnehmer?
Meinen sie die Angestellten in der Einrichtung, oder die vermeintlich ausgebeuteten Bewohner?
Als irgendwer sein Psychiater sind sie doch sicherlich mit dem SGB XII (besonders § 53) betraut und können erkennen das die Bewohner keine Arbeitnehmer sind, sondern Teilnehmer an einer Arbeitstherapie. Der sonstige Lebensbedarf wird in voller Höhe vom übergeordneten Kostenträger, hier dem LVR und damit dem Steuerzahler, übernommen. Ein kleiner und feiner Unterschied.
Hier wird keine Arbeitskraft ausgebeutet, sondern findet eine therapeutische Maßnahme statt. Als Anreiz zur Teilnahme (Prinzip der Freiwilligkeit) wird eine Prämie gezahlt.
Aber das muß ich ihnen als Dr. Psych. sicherlich nicht erklären, oder ;-)
Sollten sie jedoch die Angestellten des Hauses meinen, würde ich sie bitten kurz Details aus dem dortigen Haustarifvertrag zu nennen, so das man über eine eventuelle Ausbeutung dieser Menschen diskutieren kann. Aber auf die Bezog sich die Kritik des Hr. Wallraff ohnehin nicht.
MfG
14:59
Tummeln sich ja viele *********** hier im Forum, denen es natürlich persönlich gegen den Strich geht, das eine Einrichtung angegriffen wird, die den armen Menschlein doch nur helfen will!
Weiter so, Wallraff, immer schön den Finger in die Wunden legen und den Leuten mal die Augen öffnen!
Zu sagen, och, der Wallraff, der will ja nur sein Buch verkaufen, ist billig und polemisch, dann kann ich auch sagen, och, der Heimleiter, der will ja auch nur seinen monatlichen Gehaltsscheck absichern, ist ja klar, das er nun empört tun muss --- getroffene Hunde bellen!
Nene, der Wallraff macht das schon ganz gut, geht nun mal nicht anders als solche Dinge einkognito zu ermitteln, oder meint jemand, wenn man offiziell vorne am Tor hereinspaziert, bekommt man die ungeschminkte Wahrheit i neiner solchen Einrichtung präsentiert??
14:53
Herr Wallraff schafft es zum Glück immer wieder, die Meute der miesen Arbeitgeberschaft aufzumischen. Gut so!
Kommentatoren, wie r.kant, die eine als Zeitarbeitsunternehmen nur eine kleine Hucke betreiben können, welche sie kaum am Kacken hält, sehen an jeder Stelle, wo der der Name Wallraff erscheint, so auch hier, im wahrsten Sinne des Wortes ROT.
Ein Rot, wie es nur Die Linke ihr Eigen nennen darf. Geifer und Sabber läuft sodann aus deren Lechtzen. Aber es ändert nichts daran, dass Wallraff mit allen seinen verdeckten Ermittlungen grandiosen Erfolg verbuchen konnte und so der breiten Bevölkerung die Augen geöffnet wurden und weiterhin werden, wie seinerzeit als Arbeiter *Ali*, als Call-Center-Mitarbeiter, als Zeitarbeitnehmer usw.
Herr Wallraff, mischen Sie die Mischpoke von unredlichen Arbeitgebern weiterhin auf!