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Schulleiterin Ursula Paul in den Ruhestand

11.01.2010 | 16:23 Uhr

Kalkar. Ursula Paul wird heute in der Realschule Kalkar verabschiedet – vormittags von den Schülern, nachmittags offiziell. Sie hinterlässt eine Schule, die das Gütesiegel für individuelle Förderung erhielt und die als „Bildungszentrum” mit Hauptschule und Gymnasium noch enger zusammenarbeiten will.

Ursula Paul hat als Leiterin die Realschule Kalkar vor elf Jahren neu aufgebaut. „Eine tolle Aufgabe”, blickt sie zurück. Zuvor war sie 25 Jahre an der Realschule Rees (zweite Konrektorin). Mit 63 Schülern fing es an, 525 sind es heute. Bei den Kalkarer Schülern habe es im letzten Jahrzehnt „keine gravierenden Veränderungen gegeben”, aber nach ihren 38 Dienstjahren urteilt sie insgesamt: „Die erzieherische Arbeit nimmt wesentlich mehr Zeit in Anspruch als früher. Fast überwiegt sie die fachliche Bildung”. Mit Blick auf die steigende Zahl an Seiteneinsteigern unter den Lehrkräften meint sie: „Man muss das wollen und können. Man muss Kinder bedingungslos mögen – auch die schwierigen. Ich habe mich bemüht, sie spüren zu lassen, dass es um sie geht, nicht um eine Form von Macht”.

Hier im ländlichen Bereich sei die Arbeit einfacher als die der Kollegen in Großstädten. „Uns geht es wirklich gut hier”.

Als Schulleiterin war die Lehrerin für Mathematik und Textilkunde verantwortlich für Management und Organisation – „mein Talent” –, gleichzeitig legte die 60-Jährige einen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Gesundheitsförderung. Seit 15 Jahren vertritt sie als gewählte Vertreterin der schwerbehinderten Kollegen in allen Personalangelegenheiten. Beim Ministerium habe das Thema Gesundheitsförderung Bedeutung gewonnen, „jetzt muss es nur noch an die Schulen”. Belastungen gleichmä´ßig zu verteilen sei nicht möglich, denn jeder Mensch habe eine andere Belastungsgrenze, so Paul.

Auch die Qualifizierung neuer Schulleiter, Entwicklung von Eignungsfeststellungsverfahren (Assessments), Mitwirkung an Lehrplanentwicklung und Lehrerausbildung haben die Jahre „spannend gemacht”. Ursula Paul: „Wenn man mir eine Tür aufmacht, will ich gucken, was dahinter ist”.

Das Verfahren für die Ausschreibung ihres Nachfolgers / ihrer Nachfolgerin läuft. Bis dahin übernimmt kommissarisch Bärbel Heese aus Rees die Schulleitung.

Astrid Hoyer-Holderberg

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