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Kultur

Mit dem Nachtwächter unterwegs

30.03.2009 | 17:21 Uhr
Mit dem Nachtwächter unterwegs

Zu den kommenden Kreis Klever Kultourtagen gehört am 4. April erstmals eine „Lange Nacht der Museen”. Neben dem Kurhaus Kleve sind auch die anderen Museen dabei.

Am kommenden Wochenende, 4. und 5. April, wird es im Kreis Klever Grenzgebiet mit den Niederlanden zu verstärkten Kultur-Aktivitäten kommen: Zum einen stehen die 11. Kreis Klever Kulturtage an, ergänzend dazu gibt es in den Niederlanden in allen Provinzen das jährliche Museumswochenende.

Damit haben die vom Kreis Kleve veranstalteten Kultourtage nach zehn Jahren erstmals ihren angestammten Veranstaltungstermin im Spätsommer verlassen und präsentieren sich „frühlingsfrisch” am ersten Aprilwochenende.

Sowohl die größeren Museen als auch Heimatmuseen und Heimatstuben haben sich wieder für eine Teilnahme entschieden. Die teilnehmenden Einrichtungen werden an diesem Wochenende keinen Eintritt erheben. In diesem Jahr gibt es dazu ein neues Angebot: In zehn der teilnehmenden Museen kommt es am Samstag, 4. April, von 19 bis 24 Uhr zur „Langen Nacht der Museen im Kreis Kleve”.

Dabei werden seitens des Kreises (kostenlose) Verbindungs-Busse eingesetzt, die die einzelnen kulturellen Einrichtungen miteinander verbinden und den interessierten Teilnehmern an diesem Abend den Besuch einiger Kulturstätten ermöglichen. Die Busse werden bereits ab 18 Uhr von Kranenburg nach Geldern und zurück pendeln und bis um ein Uhr nachts im Einsatz sein.

In der Grenzfeste Kranenburg haben sich das Museum Katharinenhof mit Mühlenturm und Stadtscheune sowie der Verein für Heimatschutz einiges einfallen lassen. Nachdem wie üblich der normale Austellungsbetrieb an diesem Samstag um 14 Uhr beginnt, sind die Gäste gleich um 17 Uhr im Museum Katharinenhof zu einem Kammerkonzert mit Musikern der Kreismusikschule eingeladen. Um 18 Uhr folgt eine Führung durch die Depoträume oder um 20 Uhr im nahe gelegenen Mühlenturm ein kleiner Exkurs in Kranenburger Geschichte. An einen Nachtwächterrundgang um 21 Uhr soll sich um 22 Uhr im Gewölbekeller des Museums ein „Nachtwächterschmaus” für alle anschließen, die inzwischen Appetit haben. Besinnlich und mit einem musikalischen Beitrag des Organisten Dirk Willemsen endet diese Nacht ab 23 Uhr in der Wallfahrtskirche St. Peter und Paul.

Das Angebot im Museum Kurhaus Kleve ist in der Museumsnacht vor allem durch zwei Podiumsgespräche um 19.30 und 20.30 Uhr geprägt. Jeweils moderiert von Ludger Kazmierczak (WDR Kleve) soll es sich dabei um „Kernthemen der Museumsarbeit”, so Museumsdirektor Guido de Werd, drehen. Themen sind dann Sinn und Zweck des Sammelns, die Rolle der Vermittlung oder die Bedeutung von Fördervereinen.

Das Koekkoek-Haus bietet bei einem abendlichen Rundgang Getränke an, dazu bis 24 Uhr Klaviermusik im „Goldenen Salon” und im Obergeschosss die Sonderausstellung „Johanna Sebus. Zum 200. Todestag”. Zum Ausklang der „Langen Nacht” gibt es im Koekkoek-Haus um 23.30 Uhr ein Schlusswort mit einem „Gute-Nacht-Gruß”.

Aber auch für die Schwanenburg und das dortige Museum hat sich der Klevische Verein etwas einfallen lassen. Der Turm mit seinen Ausstellungsräumen ist ebenfalls zum einen von 11 bis 17 Uhr und dann noch einmal an diesem Samstag von 19 bis 24 Uhr begehbar, es müssen von den Gästen allerdings erst einige Stufen überwunden werden. Dort erwartet die Besucher dann neben Führungen die neue Ausstellung „Klevischer Erbfolgestreit”.

Doch damit noch lange nicht genug (siehe auch Infobox): Auf der Busstrecke nach Geldern liegen weitere kulturelle Stationen wie Schloss Moyland mit dem ArToll Kunstlabor, die Hansestadt Kalkar mit dem Wisseler Stiftsmuseum, das Museum Goch mit einer Ausstellungseröffnung von Martin Pfeifle oder Kevelaer mit dem Volkskundemuseum.

Übrigens: Die ersten Kreis Klever KulTourtage (KKK) gab es im Jahre 1999. Ihr Konzept entsprang damals einer Anregung des damaligen Oberkreisdirektors Rudolf Kersting, der damit das kulturelle Potenzial des Kreises Kleve nach innen wie außen stärken wollte.

Dies ist ihm nicht nur mit den „Kulturtagen” bis heute gelungen, als Pensionär und Ehrenvorsitzender im Mühlenverein können er, die kulturell engagierten Bürger und letztlich der Kreis Kleve heute stolz darauf sein, dass in den vergangenen zehn Jahren der Kreis Kleve weiter an kulturellen Highlights dazu gewonnen hat.

Dies zu erfahren lädt der Kreis an diesem Wochenende erstmals im Frühling ein. Von Geldern, über Kevelaer, Emmerich, Kranenburg oder Kleve sind nicht nur „Nachtschwärmer” angesprochen.

Rolf Zurek

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