Mehr als 200 Jobs fallen bei Milchwerk weg
10.12.2009 | 19:05 Uhr 2009-12-10T19:05:00+0100
Kalkar. Die weltweit größte Molkerei-Genossenschaft FrieslandCampina schließt ihr Milchwerk im niederrheinischen Kalkar. Dadurch gehen rund 200 Jobs verloren. Die Entscheidung zur Schließung ist im Zuge einer Umstrukturierung getroffen worden. Die H-Milch wird künftig in Köln produziert.
Hiobsbotschaft kurz vor Weihnachten: FrieslandCampina, die größte Molkerei-Genossenschaft der Welt, schließt nach einer weltweiten Umstrukturierung sechs Werke, eines davon in Kalkar-Kehrum.
Alle 173 Vollzeit-Beschäftigte verlieren ihre Arbeit, inklusive der Teilzeitkräfte sogar mehr als 200. „Wir haben die Beschäftigten gestern über die Entwicklung informiert”, bestätigte die zuständige Konzern-Sprecherin Sabine Simon im NRZ-Gepräch.
Wirklich überraschend dürfte die Konzern-Entscheidung nicht gewesen sein, meinte die PR-Frau. Seit Monaten sei bekannt gewesen, dass im Konzern eine Studie laufe, wie man Produktions-, Verpackungs- und Käseveredelungsaktivitäten optimieren könne. Durch die Fusion im vergangenen Jahr war es zu Überkapazitäten gekommen.
Produktion von H-Milch wird nach Köln verlagert
Nach den jetzt vorliegenden Plänen soll die Produktion von H-Milch für den deutschen Markt nach Köln verlagert werden, für den niederländischen Markt nach Aalter in Belgien, für Ungarn nach Debrecen. Neben Kalkar, hieß es in einer Pressemitteilung, wird noch das deutsche Werk in Elsterwerda mit 300 Arbeitsplätzen dicht gemacht.
Am Standort Kehrum endet damit eine lange Molkerei-Geschichte. 1875 waren die Milchwerke Wöhrmann gegründet worden, die 1912 in Kehrum die Produktion aufnahmen. 1979 wurden sie von Friesland übernommen.
„Tief betroffen” reagierte gestern Bürgermeister Gerhard Fonck auf die schlimme Nachricht, sprach von einem „schwarzen Tag für Kalkar”. „Mein Mitgefühl gehört den Mitarbeitern und deren Familien”, sagte er. Fonck selber war lediglich über sein Sekretariat über die Konzern-Entscheidung in Kenntnis gesetzt worden. „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet”, räumte er ein.
„Da steht nachher nur noch die leere Hülle”
Was nicht verwundert. Denn eigentlich steht das Werk gut da, hatte es sich doch nach einer dringend notwendig gewordenen Umstrukturierung Anfang der 90er Jahre mit kreativen Produkten wieder am Markt positioniert. Noch im Juni hatte Werksleiter Hendricksen mit Blick auf die Fusion von einer Chance gesprochen. „Der Produktionsstandort bleibt erhalten”, lautete seine Aussage in der NRZ. Doch Fusionen haben ihre eigenen Gesetze...
FrieslandCampina will den Mitarbeitern, wenn möglich, Ersatz-Arbeitsplätze in anderen Werken anbieten, heißt es. In Köln gebe es acht.
Was mit der Immobilie passiert, sei noch unklar. „Die Maschinen kommen raus. Da steht nachher nur noch die leere Hülle”, so Sabine Simon. Die dürfte wohl zum Verkauf angeboten werden.
11:15
Drei Packen weniger Zwei Packen = Einpacken
17:47
Die Gier vernichtet Arbeitsplätze, es handelt sich hier um verantwortungslose, menschenverachtende Unternehmer, die fleißige Menschen und deren Familien in die Armut schicken ........ und Merkel und Co. schauen zu.
16:42
Ein Hoch auf mehr Gewinne!
01:08
Alle 173 Vollzeit-Beschäftigte verlieren ihre Arbeit, inklusive der Teilzeitkräfte sogar mehr als 200.
FrieslandCampina will den Mitarbeitern, wenn möglich, Ersatz-Arbeitsplätze in anderen Werken anbieten, heißt es. In Köln gebe es acht.
Wie werden diese - in Worten ..acht Ersatz-Arbeitsplätze.. auf die rund 200 Entlassenen aufgeteilt?
Hartz-IV ist deren sicher, welche keinen Ersatzarbeitsplatz ergattern können.