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Bildung

Kleve bekommt keine Gesamtschule

01.10.2010 | 11:50 Uhr

Kleve. In Kleve wird es keine Gesamtschule geben. Dies empfahl gestern der Klever Schulausschuss mit Mehrheit von CDU und FDP dem Rat.

Vorausgegangen waren die Absagen der Gemeinden Bedburg-Hau und Kranenburg, sich an einem gemeinsamen Zweckverband zu beteiligen. Beide Kommunen sehen den Bestand ihrer Hauptschulen durch eine Gesamtschule in Kleve bedroht.

"Wir haben ein solides, schönes Schulsystem in Kleve“, fand Jörg Cosar (CDU). Eine Gesamtschule passe nicht nach Kleve. Er beklagte, dass die neue Landesregierung die Schulpolitik auf die Städte und Gemeinden herunter breche, statt selber Entscheidungen zu treffen. Alexander Frantz (SPD) widersprach: „Als Kommunalpolitiker können wir doch froh sein, wenn wir Kompetenzen behalten.“ Er betonte, dass die Gesamtschule von Eltern stark nachgefragt werde. Daniel Artz verlas für die Offenen Klever eine Erklärung, nach der man eine Belebung der Schullandschaft durch eine Gesamtschule begrüße. Die FDP legte den Schwerpunkt auf die angespannte Haushaltslage. „Wir bedauern, dass dem Bürgerwillen deshalb nicht entsprochen werden kann“, sagte Sebastian Kersten.

Eltern nicht im Unklaren lassen

Für Wirbel sorgte Michael Bay (Bündnis 90/Die Grünen) mit seiner Äußerung, die Hauptschule sei eine Restschule. Hierfür musste er sich entschuldigen. Gudrun Hütten, Schulleiterin und beratendes Ausschussmitglied, wies darauf hin, dass die Akzeptanz der Hauptschule bei Eltern gegen Null tendiere. Zwar wirkten die Hauptschulen in Rindern und Kellen sehr stabil. Doch könne das nach dem möglichen Wegfall der verbindlichen Gutachten am Ende der vierten Klasse schon wieder ganz anders sein. Hütten: „Für Gesamtschule ist es schon spät, und wir müssen aufpassen, dass der Zug für die Gemeinschaftsschule nicht auch bald abgefahren ist.“ Eine ideologiefreie Auseinandersetzung mahnte Michael Bay an: „Seit 15 Jahren verpassen wir in Kleve eine strukturpolitische Schuldiskussion.“

Mit der Anna-Hauptschule Materborn wird sich die erste Hauptschule zum Schuljahr 2011/12 auflösen. „Ein langsames Sterben macht keinen Sinn“, befand Kulturamtsleiterin Annette Wier. Man dürfe die Eltern nicht im Unklaren lassen. Die ursprünglich beschlossene Auflösung zum Schuljahrsende wurde einstimmig um ein Jahr verschoben, damit die jetzige Jahrgangsstufe 9 noch ihren Abschluss dort machen kann. Für das nächste Schuljahr gab es nur fünf Anmeldungen.

Andreas Daams

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Kommentare
05.10.2010
07:51
Kleve bekommt keine Gesamtschule
von mica | #2

Ein Lichtblick für die Bildung! Jedes Kind ist anders und benötigt angepaßte Förderung. So etwas ist nicht auf einer Einheitsbreischule möglich, so etwas ist nur auf unterschiedlichen Schulen mit unterschiedlichen Bildungszielen möglich.

03.10.2010
14:32
Kleve bekommt keine Gesamtschule
von joker48 | #1

Hinterwäldler CDU FDP.Gefangen in Ideologie der 60er Jahre und dem Druck der örtlichen kath.Kirche.

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