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Bildung

Gesamtschul-Initiative kann stolz sein

10.11.2010 | 17:00 Uhr

Kleve. Der Rat hat nicht – wie ursprünglich geplant – eine Gesamtschule Kleve rigoros ablehnen. Das habe die Elterninitiative bewirkt. „Sie können stolz auf sich sein“, dass Kleve, Bedburg-Hau und Kranenburg jetzt einen inter-kommunalen Runden Tisch gründen, befand Alexander Bungert (FDP).

„Ohne Sie hätte die Politik überhaupt nichts gemacht.“ Zum Runden Tisch, an dem aber auch Eltern was zu sagen haben, hatte die Initiative geladen. Alle Fraktionen außer der CDU kamen. Alexander Bungert (FDP): „Ohne Sie hätte die Politik überhaupt nichts gemacht.“

Alle zeigten Reformwillen, befanden, dass das dreigliedrige Schulsystem eine Ergänzung brauche. Politiker und Schulvertreter machten der Elterngruppe Mut, langen Atem zu behalten. Gerade bei Schulschließungen und sinkende Schülerzahlen  seien die Chancen auf neue Schulformen günstig, so Hedwig Meyer-Wilmes (Grüne).

Mütter im Publikum zeigten ihren Frust: „Die Befragung in Kleve hat ganz klar gezeigt, was der Wunsch der Eltern ist“ (60 % aller Grundschuleltern für eine Gesamtschule). „Uns Eltern gegenüber ist die Politik verpflichtet, endlich etwas zu ändern“.

Politik braucht lange

Manche Eltern hätten verzweifelt geweint. Andere haben Sorge, dass ihr Engagement negativ auf ihr Schulkind zurückfalle. Ein Vater hakte nach, warum seit einem Jahr nichts passierte. Alexander Frantz (SPD) gab zu: „Insbesondere schulpolitische Prozesse brauchen lange“.

Grundschulleiterin Gudrun Hütten bekräftigte, dass die Festlegung der Schullaufbahn schon nach der 4. Klasse insbesondere für Jungen verfrüht sei – und für die Kinder „schmerzhaft“. Unter den Migrantenkindern gebe es Potenzial für Kleve. „Ich würde wünschen, wir fangen an und warten nicht noch ein ganzes Jahr.“

Initiativmitglied Friedrich Förster zitierte die Bezirksregierung: Nur bis Jahresende könnten sich landesweit 50 Modellschulen anmelden (so wie Rheinberg und Straelen-Wachtendonk). Eine Gesamtschule aber sei bereits eine genehmigte Schulform und könne gleich umgesetzt werden. Allerdings: 69 nötige Elternstimmen für die Gründung einer Modellschule hätte man auch sofort zusammen, sagte Grundschulleiter Jens Willmeroth.

Initiativsprecher Martin Hiller bedauerte: Die bisherige Duldsamkeit der Initiative habe sich nicht ausgezahlt.

Klar wurde: Der Druck auf Politik und Verwaltung ist groß. Die Eltern sollten ihn jedoch erhöhen.

In ihren Statements hatten die Politiker - darutner auch Anne Fuchs (Offene Klever) und Daniel Rütter (FDP) - die Engagierten unterstützt.

Astrid Hoyer-Holderberg

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