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Tourismus

Fast 100 000 fuhren schon Draisine

06.09.2010 | 19:07 Uhr
Fast 100 000 fuhren schon Draisine

Kreis Kleve. Ja, es regnet, aber morgen und übermorgen soll die Sonne wieder den Kreis Kleve auf 19 Grad wärmen. Ausflugswetter.

Besonders Firmen setzen darauf, gleich nach den Ferien die Arbeitsatmosphäre in ihrer Belegschaft mit einer Kurzreise zu festigen. 125 Kollegen eines Ingenieursbüros auf einmal hatten am Wochenende die logistische Herausforderung bewältigt, gemeinsam aktiv zu sein. Jutta Reinéry setzte jeweils sieben Personen auf ihre neun Gecco-Mobile, bei denen man im Kreis sitzt, quer und rückwärts zur Fahrtrichtung strampelt und einer lenkt.

Gruppen tauschen die Sättel

Die anderen passten in die Draisinen, die Kleve mit Kranenburg (und Groesbeek) verbinden. Mittag und Kuchen essen, dann tauschten die Gruppen die Gefährte und pedalten zurück. Riesengaudi. Man kann solche Ausflüge auch mit Bogenschießen im Winter in der Halle kombi-buchen. Tausende nutzen das, viele aus dem Ruhrgebiet bis Köln-Bonn, immer mehr Niederländer. Im achten Jahr seit Gecco-Firmengründung steigen allmählich auch die Niederrheiner selbst auf den ungewöhnlichen Sattel. Familien mit Kindern haben die fünf gemütlichen „Flitzer“-Fahrräder mit Rückenlehne entdeckt (auch mit Babyschale).

Auf Langzeitbuchungen setzt die Draisinen-Gesellschaft zu 50 Prozent. Viele kommen aus dem Ruhrgebiet,  der Eifel, dem Bergischen, den Niederlanden (25 %). Spontanbucher aus der Region rufen an, ob Zwei- bis Vierpersonen- oder 9- bis 14-Personen-Schienenfahrräder frei sind. 33 000 Fahrgäste zählt Geschäftsführer Willibrord Haas bisher in diesem Jahr, in wenigen Tagen den 100 000 Nutzer in den drei Jahren Draisinenstrecke. Die Fahrten verlaufen reibungslos und unfallfrei (bis auf eine Draisinen-Auto-Kollision an einem Kranenburger unbeschrankten Bahnübergang wegen unachtsamer Draisinenfahrer – sie wurden von der Polizei verwarnt). Saison ist bis 1. November. Wintertouren zu Halloween und Nikolaus sind vorgesehen.

Unter der Brücke

Laternenpaddeln fänden Jutta und Jürgen Schoofs zwar auch schön, aber im Winter und Frühjahr brauchen die Niers und ihre Bewohner Ruhe. Das akzeptieren die Vermieter von Paddel-, Ruder- und 16-Personen-Schlauchboot. Die Saison war für spritzigen Spaß recht gut. „Zufällig war immer am Wochenende gutes Wetter,“ sagt Jutta Schoofs. Viele Schulklassen und Betriebe hatten vorgebucht. Dann wird angelegt zum Kaffeetrinken, Grillen oder Picknick im Gocher Stadtpark. Auch Kurzentschlossene paddeln bis Ende Oktober 80 bis 120 Zentimeter über Grund. Nur das große Schlauchboot kann momentan nicht fahren. Das – mittlerweile sinkende – Hochwasser macht den Durchlass unter den Brücken zu eng.

Astrid Hoyer-Holderberg

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